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Worauf man beim Flash-Storage-Kauf achten sollte

Unternehmen, die Flash-Storage nutzen wollen, sollten vor der Kaufentscheidung einige Faktoren beachten, die die Wahl erleichtern könnten.

Flash ist mittlerweile voll im Markt angekommen und hat sich über die gesamte Storage-Branche hinweg etabliert. Während diese Technologie weiter wächst und gedeiht und sich zahlreiche verschiedene Lösungen in den Markt drängen, fragen immer mehr Unternehmen danach, wie sie sich für eine Lösung entscheiden sollen und wie sie das Beste aus ihrem Flash-Storage herausholen können.

Dabei spielen die individuellen Workloads im Unternehmen eine wichtige Rolle. Storage-Administratoren wissen, dass sie im professionellen Unternehmenseinsatz ebenso vielfältig sind wie die Anwendungen. Einige davon, wie Online-Transaktionsverarbeitung (OLTP) und virtuelle Desktops, sind äußerst latenzempfindlich, dagegen sind andere, wie beispielsweise Dateifreigaben und Backup, eher durchsatzkritisch. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch Virtualisierungs-I/Os, die irgendwo in der Mitte liegen und es durch den „I/O-Blender“-Effekt schwieriger machen, Arbeitslasten zu unterscheiden. Infolgedessen müssen Storage-Administratoren immer im Hinterkopf behalten, welche Speicherfunktionalität erforderlich ist und was am besten für ihre Workloads geeignet ist.

Es spielen also eine Menge Faktoren eine wichtige Rolle bei der Suche nach der passenden Storage-Lösung. Dabei ist es bei Flash-Storage nicht viel anders als beim Autokauf. Sollte man beim Fahrzeug im Vorfeld Hubraum, Getriebe und Kraftstofftyp der Kandidaten überprüfen, ist es bei der Entscheidung für ein neues Speichersystem von Vorteil, die Standards des Unternehmens zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Lösung den individuellen Geschäftsanforderungen am besten genügt.

Dies sind die Aspekte, die dabei unbedingt beachtet werden sollten:

IOPS (Performance)

Dies ist ein Schlüsselfaktor. Traditionell wurde Performance durch Skalierung der Anzahl der verwendeten Festplatten beziehunsweise Spindeln nach oben und unten erreicht. Werden dagegen Hybrid-Architekturen eingesetzt, die durch Flash-Einsatz Performance-Steigerungen erzielen, kann die gleiche Leistung mit deutlich weniger Laufwerke – ob HDD oder andere – erreicht werden.

Latenz

Ob bei Endbenutzer-Anwendungen wie VDI oder Server-Anwendungen wie Datenbanken oder Mailserver – geringere Speicherlatenz wirkt sich auf die wahrgenommene und tatsächliche Performance aus. Darum ist es ratsam, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Anwendungen im Unternehmen sehr latenzempfindlich sind und welche weniger Aufmerksamkeit erfordern.

Kapazität

Da das Volumen an Unternehmensdaten stetig ansteigt, sollte die laufende Kontrolle der Speicherkapazität ein Schwerpunkt der IT-Abteilung jedes Unternehmens sein. Laut IDC werden die jährlichen Verkäufe von Storage-Kapazität zwischen 2013 und 2017 um mehr als 30 Prozent pro Jahr anwachsen. Skalierbarkeit ist von entscheidender Bedeutung in Bezug auf Kapazität, also müssen Storage-Lösungen die Fähigkeit haben, sich dem Datenwachstum dynamisch anzupassen, wann immer dies erforderlich ist.

Storage-Funktionalität und Schutz

Umfassende Speicherfunktionalität sollte auch berücksichtigt werden. Darunter fallen mehrere wichtige Aspekte wie Zugangsmethoden (nicht in ein einziges Protokoll gezwängt zu werden), Datenschutz (RAID, lokale Snapshots, Remote-Replikation und Disaster Recovery-Unterstützung), Hochverfügbarkeit, Integration in Hypervisoren und Host-Betriebssysteme. Dabei sollte auch immer bedacht werden, dass Faktoren wie Kapazität und Storage-Features nur von Nutzen sind, wenn das Unternehmen seine Datenbanken und anderen Anwendungen ebenfalls ausreichend gegen Ausfälle und Katastrophen schützt.

Kosten

Bei allen Überlegungen auf der technischen Ebene steht der Kostenpunkt immer ganz oben auf der Liste von IT-Verantwortlichen. Anschaffungs- und Gesamtbetriebskosten stehen limitierten IT-Budgets verschiedener Abteilungen gegenüber. Daher müssen Unternehmen sicherstellen, dass Investitionen, um bestimmte Ziele zu erreichen, nicht die zur Verfügung stehenden Mittel sprengen. Am Ende dreht sich alles um Kosten und den Return on Investment (ROI). Traditionell waren Festplatten immer billiger als ein Flash-Pendant, aber mit dem jüngsten Preisverfall von Solid State Drives (SDDs) scheint das mittlerweile nicht mehr der Fall zu sein. Eine ideale Formel sollte Kosten pro IOPS, Kosten pro TByte sowie Kosten für laufende Verwaltung und Support berücksichtigen. Technologien zur Datenreduktion wie Deduplizierung und Komprimierung können die Kosten von Flash-Systemen noch einmal deutlich reduzieren.

Flash-Qualität

Zu guter Letzt ist die Qualität des innerhalb von All-Flash- oder Hybrid-Storage-Systemen verwendeten Flash-Speichers ein wichtiger, aber oft ignorierter Aspekt. MLC-NAND (Multi-Level-Cell) ist das beliebteste Flash-Medium in All-Flash- und Hybrid-Storage-Lösungen und begegnet einem vorwiegend in zwei Varianten: für Unternehmen (eMLC) und für Verbraucher (cMLC). Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist die Lebensdauer der Flash-Speicherzellen, die dadurch definiert ist, wie oft sie gelöscht und wieder beschrieben werden können. Es ist also wichtig, sich im Vorfeld genau über die Qualität des Flash-Speichers in einem Array zu informieren, da sie großen Einfluss auf die Lebensdauer des Arrays und die Zuverlässigkeit und Sicherheit der gespeicherten Daten hat.

Flash ist ein revolutionäres Medium, und es ist verlockend, übereilt auf der Trendwelle mitzureiten. Besser ist jedoch, einen ausgewogenen Ansatz zu wählen und die oben genannten Kriterien stets im Auge zu behalten. Auf diese Weise sollten Unternehmen genau die Storage-Lösung auswählen können, die am besten für ihre Bedürfnisse geeignet ist. 

Über den Autor:

Dieter Schmitt ist seit 2015 als Regional Director DACH bei Tegile tätig. Davor war in seinen über 26 Jahren in der IT-Branche für eine Reihe namhafter Hersteller tätig, darunter EMC, Brocade Communications, Compaq und Silicon Graphics. In seiner Position als Senior Director Channel Sales leitete er zuletzt für acht Jahre den Partnerbereich bei NetApp in Central EMEA.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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