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Workload-Portabilität zwischen AWS, Azure und OpenStack

Wer in einer Hybrid-Cloud-Architektur Daten flexibel zugänglich und zwischen unterschiedlichen Clouds verschieben will, muss einiges beachten.

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Public Cloud

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Aufgrund ihrer größeren Flexibilität entscheiden sich viele Unternehmen für die Hybrid Cloud. Auf diesem Weg können sie die Vorteile einer öffentlichen Cloud nutzen, gleichzeitig jedoch über die Agilität und Sicherheit einer privaten OpenStack-Cloud verfügen. Da die meisten Unternehmen hunderte von Terabytes, wenn nicht sogar Petabytes an Daten besitzen, ist die Workload-Portabilität sowie das sichere, schnelle und wirtschaftliche Bewegen großer Datenvolumen über das Internet eine der größten Herausforderungen der Hybrid Cloud.

Bevor Daten in die öffentliche Cloud übertragen werden, müssen Unternehmen Sicherheit und Datenhoheit ihrer sensiblen Unternehmensdaten prüfen. Hierbei ist zu berücksichtigen, wie mit den Daten in der öffentlichen Cloud umgegangen werden soll, beispielsweise wenn ein Cloud-Provider-Wechsel bevorsteht oder wenn Daten in die interne OpenStack-Umgebung zurückgeholt werden sollen. Es stellt sich außerdem die Frage, wie große Datenmigrationen vermieden und Workload-Portabilität erreicht werden kann.

Was wäre, wenn es einen Weg gäbe, das Bewegen großer Datenvolumen und Workloads ganz zu vermeiden? Wenn die Daten stattdessen sicher an einem Platz gespeichert werden könnten und die Cloud, egal ob OpenStack, AWS oder Azure, direkt mit den Daten verbunden werden könnte? Eine solche Lösung existiert bereits. Dank einiger Konnektivitätslösungen, die von AWS und Azure angeboten werden, kann, in Kombination mit Colocation-Lösungen von Rechenzentrumspartnern wie Equinix und mithilfe folgender Maßnahmen, Daten- und Workload-Portabilität erzielt werden:

1. Dedizierte Konnektivität zur öffentlichen Cloud
AWS bietet Direct Connect und Azure ExpressRoute, zwei Konnektivitätsoptionen, die Kunden eine dedizierte und sichere Verbindung zu ihrer Cloud bieten, die das Internet umgeht. Diese Verbindungen sind nicht nur gesichert, sie stellen auch den primären Kanal für den Zugriff auf Daten bei der öffentlichen Cloud bereit, ohne diese tatsächlich in der öffentlichen Domain zu speichern.

2. Colocation-Datenzentrum in unmittelbarer Nähe
Hier werden Daten und Speicher gehostet und „verbinden“ sich über die dedizierte Verbindung mit der öffentlichen Cloud. „Nähe“ ist das Schlüsselwort, wenn die Latenz, also die Zeit, die Daten benötigen, um vom Speichergerät zur Cloud zu „wandern“, minimiert werden soll. Die öffentliche Cloud agiert somit wie ein lokaler Speicher und liefert gute Leistung.

3. Private OpenStack-Cloud
Die Entscheidung, wo die OpenStack-Cloud gehostet und wie sie aufzubauen ist, sollte möglichst flexibel getroffen werden können. Mit der richtigen Speichertechnologie können Unternehmen ihre OpenStack-Cloud im Datencenter in unmittelbarer Nähe oder in jeder anderen Colocation- oder On-Premise-Einrichtung ihrer Wahl hosten.

4. Datenspeicher
Eine Datenspeicherplattform sollte stets effiziente Datenreplikation, Snapshots, Cloning- und Verschlüsselungstechnologie bieten. Mit diesen Funktionen können Daten sicher und effizient zwischen Datenspeichergeräten bewegt und schnell Kopien zwischen den Colocation-Einrichtungen und den eigenen Datenzentren erstellt werden. Eine weitere Überlegung für die Speicherung ist die Wahl einer Plattform, die eine einzige Architektur sowie ein einziges Dateisystem sowohl für Flash- als auch für drehende Festplatten bietet. Dadurch können ein breites Spektrum an Workloads in der Hybrid-Cloud ausgeführt sowie Speicher-Management und -verwaltung vereinfacht werden.

Ist in der Hybrid-Cloud Workload-Portabilität eingerichtet, können Anwendungsfälle, wie Disaster Recovery, Entwicklung/Test, Cloud-Bursting und Multi-Cloud-Migrationen, genutzt werden. Oftmals erfordern derartige Anwendungsfälle große Datentransfers und das schnelle An- und Abschalten virtueller Maschineninstanzen der öffentlichen Cloud.

Notfallplan

Als ersten Schritt müssen Unternehmen bestimmen, welche Anwendungsdaten in der OpenStack-Umgebung geschützt werden sollen. Bei einer SQL-Datenbank empfiehlt es sich beispielsweise, die On-Premise-Datenbank sowie die Transaktionslogdateien zu schützen. Um Konsistenz zu wahren, sollte von beiden ein lokaler Snapshot erstellt werden, der dann zur Colocation-Facility repliziert wird. Um die Datenbank auf AWS wiederherzustellen, werden die replizierte Datenbank sowie die Log-Volumes auf dem Colocation-Speicher-Array aktiviert. Im Anschluss kann eine EC2-Instanz gestartet werden, um die aktivierte Datenbank und die Log-Volumes zu verbinden und zu mounten. Als letzten Schritt sollte von den Datenbank- und den Logdateien in den Volumes mithilfe von SQL Server Management Studio eine aktive Datenbank erstellt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Datenbank starten und mit dem Bearbeiten von Client-Anfragen von EC2 beginnen.

Mit Partnern wie Equinix und entsprechenden Anbindungsoptionen von Azure und AWS lassen sich Workloads in Cloud-Architekturen verschieben.

Dev/Test

Um verschiedene Tests und Code-Änderungen auf Tagesbasis auszuführen, müssen bei Dev/Test Cloud-Instanzen schnell zu- und abschaltbar sein. Falls Einschränkungen durch lokale OpenStack-Compute-Ressourcen bestehen, müssen zuvor lokale Kopien über das Internet zur Cloud hochgeladen und Änderungen heruntergeladen werden.

Workload-Portabilität ermöglicht ein einfaches Hin- und Herwechseln zwischen OpenStack und der öffentlichen Cloud in Bezug auf den Ort der Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen. Kompilierte Software-Code- und Testdaten werden mithilfe Array-basierter Replikation von der lokalen OpenStack-Umgebung zum Colocation-Datencenter repliziert.

Mithilfe der Daten-Clone-Funktionen auf dem Array können mehrere Kopien dieser Dev/Test-Daten direkt für Testzwecke erstellt werden. Zusätzliche EC2-Instanzen können zugeschaltet und geklonter Testsoftware und Datensatzvolumen angehängt werden. Mit zusätzlichen Orchestration-Tools können diese Tests geplant und auf Basis der Rechner- und/oder Personalverfügbarkeit sowohl über OpenStack als auch über die öffentliche Cloud ausgeführt werden.

In Anbetracht der Tatsache, dass es in vielen Unternehmen globale Dev/Test-Teams gibt, können Workloads sowie die Verwaltung von Ressourcen in privaten und öffentlichen Clouds geteilt werden. Auf diesem Weg kann die Produktivität verbessert und die Entwicklungszeit der Software reduziert werden.

Cloud Lock-In beseitigen

Mit Workload-Portabilität und Daten, die sich auf einem Speicher-Array und nicht in der öffentlichen Cloud befinden, sind Unternehmen beim Wechsel des Cloud-Anbieters viel flexibler. Der Wechsel von Cloud-Anbietern ist so einfach wie der Wechsel der dedizierten Verbindung.

„Das sichere, schnelle und wirtschaftliche Bewegen großer Datenvolumen über das Internet ist eine der größten Herausforderungen der Hybrid Cloud.“

Doug Ko, Nimble Storage

Daten sind das wertvollste Gut, das ein Unternehmen hat. Dedizierte Konnektivität zur öffentlichen Cloud, zu Rechenzentren sowie zu modernen Speichersystemen ermöglicht Daten- und Workload-Portabilität zwischen OpenStack, AWS und Azure. Gleichzeitig hilft sie, die unternehmerischen und technischen Herausforderungen, wie Schutz und Bewegung großer Datenmengen, die für die Hybrid-Cloud von Unternehmen erforderlich sind, zu meistern. Damit können Unternehmen auf effiziente, vertrauliche und sichere Art das Optimum aus ihrer Hybrid-Cloud und ihren Daten herausholen.

Über den Autor:
Doug Ko ist Senior Strategy and Market Development Manager bei Nimble Storage.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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