Wunderwaffe Flash

Flash, in jeder Spielart, wird derzeit als Allheilmittel für Storage gehandelt. Um Flash nutzbringend einzusetzen, muss man wissen, was man braucht.

Egal ob Start-up oder traditioneller Speicherhersteller, jeder hat heutzutage eine Flash-Lösung im Angebot. Dabei kann der Anwender zwischen All-Flash- und Hybrid-Arrays wählen sowie den Einsatzort des Flash bestimmen – Cache oder Laufwerk. Das klingt nach einer relativ überschaubaren Liste für den Fall, dass man auf der Suche nach einer geeigneten Flash-Lösung ist. Doch weit gefehlt: Die Marketingmaschinen der Hersteller laufen auf Hochtouren, und alle versuchen, sich an Superlativen und Performance-Maximen gegenseitig zu überbieten, zumindest auf dem Papier. Wer wirklich eine individuelle und für seine Anforderungen nützliche Lösung sucht, der muss deshalb jenseits der Hype-Begriffe und generellen Benchmark-Tests prüfen, was zu ihm passt.

Und genau da fängt die Suche bereits an: zu wissen, was man braucht, nicht nur, was man will. Dazu muss der (oder die) IT-Verantwortliche nicht einfach seine Kapazitätsanforderungen und I/O-Wünsche in Betracht ziehen, sondern auch den Anwendungen in seiner IT-Umgebung auf der Spur sein. Welche Anwendungen verbrauchen die meisten Ressourcen und welche Workloads werden erzeugt, gibt es Big-Data-Projekte oder VDI- und andere virtualisierte Infrastrukturen, wie sehen QoS- und SLA-Anforderungen aus? Flash wählen heißt, Prozesse und Applikationen in den Mittelpunkt zu stellen, nicht die technischen Parameter. Diese kommen erst im zweiten Schritt.

Und natürlich bleibt dann immer noch die Qual der Wahl. So können Administratoren zwischen Server- und Array-basierten Flash-Lösungen wählen oder sich für hybride oder All-Flash-Systeme entscheiden. Die IOPS und Latenzen spielen sicherlich die Hauptrolle, wenn eine Flash-Lösung eingesetzt wird, aber auch hier sollte der IT-Manager abwägen, ob sich nicht ein vernünftiges Verhältnis von Performance und Funktion erreichen lässt. Drückt das Budget zu sehr, so sollte auf jeden Fall auch die Option geprüft werden, die bestehende Speicherlandschaft unterstützend mit Flash aufzupeppen, anstatt gleich die volle Flash-Schiene zu fahren.

Wichtig ist, beim Tanz um das Goldene Kalb des I/O nicht mitzumachen, sondern die vollmundigen Versprechungen der Hersteller auf den Prüfstand zu stellen. Flash ist mehr als nur Performance und bringt seine ganz eigene Dynamik und Ökonomie ins Rechenzentrum. Wer das versteht und sein Ohr immer dicht an der eigenen IT-Umgebung hat, kann dann auch „in Flash“ reden und eine wirklich individuelle und passende Lösung finden.

Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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