Unitrends zielt mit integrierter Backup-Appliance auf größere Unternehmen

Backup-Appliances können im Enterprise-Bereich die Leistungsfähigkeit und die Verfügbarkeit von IT-Infrastrukturen erheblich steigern und verbessern.

Unitrends hat in dieser Woche seine bislang größte integrierte Appliance für Backups auf den Markt gebracht und hofft darauf, damit auch den Markt für Enterprise-Kunden erschließen zu können. Die neue Recovery-943 ist bereits die elfte integrierte Appliance von Unitrends, die Festplatten und Backup-Software in einem Gehäuse vereint. Bisher konzentrierte sich das Unternehmen auf kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU), die Recovery-943 soll zumindest für kleinere Großunternehmen ausgelegt sein.

Das Timing für den geplanten Schritt nach oben erscheint günstig. In den vergangenen Jahren haben integrierte Appliances viel Aufmerksamkeit bekommen. Ein wichtiger Grund dafür war die Entscheidung des Backup-Riesen Symantec Corp., seine Anwendungen NetBackup und Backup Exec in Appliances unterzubringen.

Bei der Recovery-943 handelt es sich um ein 4U-Gehäuse, das bis zu 50 Terabyte an Backup-Daten aufnehmen kann. Dabei kommt laut Unitrends eine Architektur mit drei Stufen zum Einsatz: Das Betriebssystem wird auf zwei gespiegelten SSD-Laufwerken gespeichert, Metadaten auf einem gespiegelten Paar von Festplatten mit 10.000 Umdrehungen pro Minute und die Backup-Daten selbst auf 36 Laufwerken mit je 3 TB Kapazität in einem RAID-60-Schema (zwei gestripete RAID-6-Gruppen mit je 16 Daten- und 2 Parity-Laufwerken).

Die Trennung von Betriebssystem, Metadaten und Backup führt zu einem Performance-Schub bei Betriebssystem und Metadaten, sagte Mark Campbell, Chief Strategy und Chief Technology Officer bei Unitrends. Für maximalen Schutz sei die Speicherung der Backup-Daten gleichzeitig so ausgelegt, dass sie auch mehrere Ausfälle überstehe.

Bislang hat Unitrends hauptsächlich Kunden mit 50 bis 1000 Mitarbeitern bedient, doch die Recovery-943 soll für Unternehmen mit bis zu 20.000 Beschäftigten geeignet sein. Sie ist die größte der vier Rack-Appliances von Unitrends mit Backup-Kapazitäten zwischen 9 und 50 Terabyte. Hinzu kommen vier Rack-Appliances im Format 1U für bis zu 6 TB an Backup-Daten und drei Desktop-Appliances mit Kapazitäten zwischen 400 Gigabyte und 1 Terabyte.

„Wir sind das Gegenteil von Symantec Backup Exec oder NetBackup mit ihrer Einheitsgröße für alle“, sagt Campbell. Tatsächlich bietet Symantec nur je ein Appliance-Modell für seine beiden Backup-Plattformen.

Wie bei Symantec ist bei Unitrends Backup-Software mit Daten-Deduplizierung mit im Gehäuse enthalten. Nach einer Inline-Kompression erfolgt die Deduplizierung im Post-Processing-Verfahren auf Byte-Ebene. „Wir verwenden einen anderen Algorithmus als viele andere Anbieter“, erklärt Campbell, „wir machen Inline-Kompression, und dann gehen die Daten in eine Landezone auf dem Laufwerk. Anhand des komprimierten Images entscheiden wir, ob eine Deduplizierung erfolgt“.

Laut Campbell kann Unitrends komplette Systeme innerhalb von Minuten wiederherstellen. Dies geschehe mittels Failover-Virtualisierung: entweder über eine virtuelle Maschine auf dem Server mit Storage als Backup oder Off-Host als virtuelle Maschine auf einem anderen Server. Ebenfalls möglich sind Backups in eine öffentliche Cloud mit Unitrends Vault2Cloud, bei dem eine Appliance beim Cloud-Provider aufgestellt wird.

Der Listenpreis der Recovery-943 beträgt 122.995 US-Dollar, was 1042 Dollar pro Gesamt-TB und 2000 Dollar pro Backup-TB entspricht. Bis Ende des Jahres gilt ein Einführungspreis von 99.995 Dollar.

Steve Duplessie, Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group, bezeichnet die Strategie der integrierten Appliances als sinnvoll für das Unternehmen, das ja auf relativ kleine Kunden abziele. „Für kleine und mittlere Unternehmen ist es viel leichter, eine Appliance in ihr Netzwerk zu stellen und sie anzuschalten. Die Magie bei Unitrends scheint zu sein, dass für den Nutzer enorm wenig zu tun bleibt, dass die Geräte leicht zu betreiben sind und außerdem relativ preiswert“, sagt er.

Unitrends verkauft auch Backup-Software als virtuelle Appliance für VMware und Microsoft Hyper-V und hat integrierte Appliances seit 2003 im Angebot. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mehr als 2500 Kunden und arbeitet seit dem ersten Quartal dieses Jahres profitabel.

Trotzdem hat es mit einer einschüchternden Ansammlung von Konkurrenten zu tun, die Appliances und spezielle Software-Produkte verkaufen. Außer mit NetBackup und Backup Exec von Symantec steht die neue Appliance im Wettbewerb mit EMC Avamar und Data Domain, CommVault Simpana, dem Spezialisten für Backups virtueller Maschinen Veeam und mit dem vor kurzem von Dell übernommenen Quest vRanger.

„Die großen Anbieter sind nicht zufällig so groß, und sie haben nicht vor, sich von kleineren Marktanteile abnehmen zu lassen“, sagt dazu Duplessie, „und hier geht es um einen gut etablierten Markt mit fest verankerten Anbietern. Die gute Nachricht für Unitrends ist, dass Server-Virtualisierung die Leute zwingt, ihre Augen für eine neue Welt zu öffnen.“ Gesucht werde unter anderem nach besseren Möglichkeiten für Backup und Disaster Recovery, also habe Unitrends durchaus eine Chance.

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Small-Business-Storage

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close