Symantec trennt sich von CEO und verspricht Besserung bei Backup Exec 2012

Die Entwicklung des Aktienkurses und Kundenbeschwerden über Backup Exec führen zur Ablösung von Symantec-CEO Enrique Salem.

Symantec hat am 25. Juli 2012 einen CEO Enrique Salem entlassen und ihn durch den bisherigen Chairman Stephen Bennett ersetzt. Vertreter des Unternehmens sagen als Begründung, der Aktienkurs von Symantec habe in Salems dreijähriger Amtszeit gelitten.

Bennett nannte zwar keine konkreten Probleme bei Technologien oder Produkten als Grund für die Trennung von Salem, erwähnte aber die Verärgerung vieler Kunden über das Upgrade Backup Exec 2012 mit seiner neuen Bedienoberfläche. Nach der Veröffentlichung in diesem Jahr trieb es viele langjährige Kunden in Internet-Boards, wo sie sich über die Änderungen beschwerten.

„Wir haben ein Problem im Bereich Backup Exec“, sagte Bennett heute bei einer Konferenzschaltung über den CEO-Wechsel und die Quartalszahlen des Unternehmens. „Wir konzentrieren uns sehr darauf, das hinzubekommen.“ Nach Angaben von CFO James Beer dürften die Aufräumarbeiten bei Backup Exec mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen.

„Lassen Sie mich kurz über einen Bereich sprechen, in dem wir beim Start eines neuen Produkts nicht unsere eigenen hohen Standards erfüllt haben“, sagte Beer bei der Telefon-Konferenz. „Wir haben zwar ein viel besseres Nutzer-Interface bei Backup Exec abgeliefert, dabei aber bestimmte Funktionalität weggelassen, die Kunden immer noch brauchen. Um Backup-Prozesse zu erleichtern, haben wir diese Funktionalität jetzt wieder eingeführt. Es dürfte zwei bis drei Quartale dauern, Backup Exec wieder in die Spur zu bringen.“

Um welche Funktionalität es geht, sagte Beer nicht. Allerdings hat Symantec in diesem Monat die Option für eine Job-zentrierte Darstellung bei Backup Exec wieder eingeführt. Im Upgrade war das Unternehmen zuvor auf eine Server-zentrierte Ansicht umgestiegen – Kunden beschwerten sich anschließend, dass sie damit ohne den Job Monitor der früheren Versionen ihre Jobs nicht mehr im Auge behalten konnten. Um das zu korrigieren, hat Symantec Backup Exec 2012 um einen „Job Monitor“-Reiter ergänzt. Damit lässt sich der Status aller Backups anzeigen, die von einem Server mit Backup Exec 2012 gesteuert werden.

Laut Bennett und Beer will das Unternehmen seine Strategie für Backup-Appliances fortsetzen und mit NetBackup- und Backup-Exec-Appliances nach vorne drängen. Insgesamt ließ Bennett wenig über geplante Änderungen verlauten. Die nächsten drei bis vier Monate werde er auf einer „Zuhör-Tour“ verbringen, bei der er sich mit Führungskräften, Kunden, Partnern und Aktionären von Symantec treffen wolle. Anschließend wolle er eine Strategie für die Sicherheits- und Storage-Produkte des Unternehmens erarbeiten.

„Unsere Assets sind besser als unsere Performance, und ich will herausfinden, was uns zurückhält“, sagte Bennett. Er wolle Symantec in der mobil vernetzten Welt der Zukunft „wieder die führende Position verschaffen, die wir in der Welt der Desktop-PCs hatten“.

Angaben zu Umsätzen mit den einzelnen Backup- und Storage-Produkten machte Symantec nicht, bezifferte aber den Umsatz des Bereichs Server und Storage-Management auf 584 Millionen US-Dollar im jüngsten Quartal, 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Geschäftsfeld Information Management zählen Backup, Archivierung und e-Discovery; hier gab es einen Anstieg um 6 Prozent, während Storage- und Verfügbarkeitsmanagement einen Rückgang um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichneten.

Besiegelt wurde das Schicksal von Ex-CEO Salem wahrscheinlich durch den Symantec-Aktienkurs. In den drei Jahren seit seiner Ablösung von John Thompson als CEO bei Symantec hat die Aktie des Unternehmens 19 Prozent ihres Wertes verloren.

„Während seiner insgesamt 19 Jahre bei Symantec hat Enrique Salem unglaubliches Engagement für Kunden und starken Enthusiasmus beim Verfolgen neu aufkommender Chancen gezeigt“, sagte Bennett zu diesem Thema. „Meine Perspektive ist: Das Unternehmen hat sehr starke Assets, aber wir nutzen Gelegenheiten nicht in vollem Umfang.“

Bennett war von 2000 bis 2007 CEO von Intuit und wurde 2010 Mitglied des Boards bei Symantec. Nach eigener Aussage will er jetzt CEO bleiben, bis er mit der Positionierung des Unternehmens zufrieden ist, und dann wieder als sein Chairman fungieren. Er sei schon bei der Berufung von Salem auf der Short List für den CEO-Posten gewesen, für die – anders als beim aktuellen Wechsel – auch externe Kandidaten gesucht wurden.

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