Wofür Backup-Administratoren wirklich gebraucht werden

Backup-Administratoren mit Kenntnis über zu sichernde Daten, smart durchdachte Backup-Konfigurationen und Aufbewahrungszyklen sind Schlüsselfiguren.

Im IT-Umfeld von heute hat es meist zwei Bedeutungen, für Daten-Backups verantwortlich zu sein: Man ist Backup-Operator und Backup-Administrator zugleich. Alltägliche Arbeiten wie dafür zu sorgen, dass Backups wirklich abgeschlossen werden, das Herausholen von Bändern aus einer Bibliothek und das Einlegen von Scratch-Bändern galten traditionell als Aufgabenbereich von Backup-Operatoren. Daran ist nichts Falsches, doch diese Aufgaben können recht eintönig sein und schnell dazu führen, dass Sie im Büro Ihres Vorgesetzten nach einer neuen Herausforderung fragen.

Aufgabe des Administrators dagegen sollte Administration sein, nicht täglicher Betrieb. Backup-Umgebungen halten viele Herausforderungen bereit, die oft einfach deshalb übersehen werden, weil wir zu sehr auf den Alltagsbetrieb achten. Dabei können Backup-Administratoren auf vielen Gebieten Wert für ihre Organisationen schaffen, sind also weitaus mehr als Daten-Hüter.

Wachstum bei Storage, Aufbewahrung von Backups und Wiederherstellung

Wir alle verlassen uns meist auf das Management, wenn es um die Entscheidung geht, wie lange Backups aufbewahrt werden. Traditionell gibt es eine gewisse Unverbundenheit zwischen IT- und Geschäftsbereichen, also werden Vorgaben zur Aufbewahrungsfrist nur selten in Frage gestellt. Dadurch wird meist mehr Storage-Kapazität erforderlich, und irgendwann dauert es quälend lang, eine vollständige Wiederherstellung vorzunehmen.

Für Backup-Administratoren ist das eine hervorragende Gelegenheit, sich als vorausschauend zu präsentieren. Sie können nachverfolgen, wie oft Endnutzer eine Wiederherstellung anfordern, und so Statistiken darüber anlegen, worum es bei Wiederherstellungen meistens geht. Wenn fast immer nur einzelne Dateien von höchstens zwei oder drei Tage alten Backups angefordert werden, ist das vielleicht eine gute Gelegenheit, die Aufbewahrungszeit zu verkürzen. Das schafft freie Kapazitäten und verringert die Kosten für Medien.

Backup-Performance und -Konfiguration

Ihre Reporting-Werkzeuge für Backups berichten brav über den Erfolg oder Misserfolg Ihrer Backup-Durchläufe. Hier liegt eine Chance für die Suche nach den Ursachen für fehlgeschlagene Versuche und für die Erhöhung der Zuverlässigkeit. Bestimmte Objekte werden regelmäßig für Probleme bei Backups sorgen, weil sie gesperrt sind oder verwendet werden. Viele Administratoren kennen diese Fälle und gewöhnen sich schnell an, die üblichen Verdächtigen zu ignorieren. Jedoch sollten die Gründe für gescheiterte Backups dokumentiert werden, und notorisch problematische Objekte sollten von Backups lieber ausgenommen werden, soweit sie nicht kritisch sind. Das Ergebnis ist ein viel saubereres Backup-Protokoll, das jedem Auditor gefallen wird.

Zudem ergibt sich so die Möglichkeit, dass Backups viel schneller beendet sind. Manche Backup-Produkte versuchen es bei fehlgeschlagenen Objekten mehrmals erneut, bevor sie aufgeben und einen Fehler melden. Dadurch kann sich der Backup-Zeitbedarf erhöhen, wenn es zahlreiche Fehler auf unterschiedlichen Servern gibt.

Was wird gesichert?

Eine weitere Gelegenheit, Ihren wahren Wert als Spezialist für Daten-Sicherung zu beweisen, besteht darin, zu wissen, was regelmäßig gesichert werden muss und – vor allem – was nicht. Dateien auszunehmen, für die keine Sicherung erforderlich ist, kann viel Storage-Platz sparen und Backup-Fenster verkleinern. Beides kann sich auf Ihre Backup-Umgebung wie Ihre Karriere sehr positiv auswirken.

Allerdings ist es durchaus zeitaufwendig und anspruchsvoll, die einzelnen Systeme durchzugehen und sicherzustellen, dass alles Notwendige gesichert wird – nicht mehr und nicht weniger. Aber es ist immer sehr positiv, wenn Sie Dateien entdecken, die versehentlich nicht gesichert werden. Wenn dann ein Backup von ihnen gebraucht wird, war ihre vorherige Mühe sogar unbezahlbar.

Kapazitätsplanung

Die Vorteile von sorgfältiger Kapazitätsplanung sind nicht zu unterschätzen. Vielen Backup-Administratoren passiert es, dass sie in letzter Minute hektisch nach Kapazitäten suchen müssen, weil sie sich vorher nicht die Zeit dafür genommen haben, den zunehmenden Bedarf an Storage-Platz zu erfassen. Wenn Sie darum bitten, bei Treffen zu Change-Management und unterschiedlichen Projekten zur Einführung neuer Systeme dabei sein zu dürfen, zeigen Sie, dass Sie das Thema Kapazitätsplanung proaktiv angehen. Und wenn Sie zusätzliche Storage-Kapazität anschaffen wollen, ist es für das Management sehr überzeugend, wenn Sie ihm eine Grafik mit dem historischen Wachstum des Storage-Bedarfs präsentieren können. Zugleich zeigt es, dass Sie Ihr Fach wirklich beherrschen.

Branchen-Trends und neue Technologien

Bei Branchen-Trends und neuen Backup-Technologien auf dem Laufenden zu bleiben, ist eine gute Methode, um ihre technischen Kenntnisse zu verbessern und Ihrer Organisation mehr Wert zu bringen. Wenn Sie sich über neue Storage-Technologien informieren, können Sie damit vielleicht auch neue Probleme in Ihrer Umgebung lösen. Auch damit zeigen Sie sich als vorausschauend und versetzen sich selbst in die Lage, bei der Suche nach Lösungen den Technologie-Anbietern die richtigen Fragen zu stellen. Eine breite Wissensbasis wird vom Management zudem immer geschätzt, denn es ist für Technik-Fragen ja auf Ihre Kompetenz angewiesen.

Niedrigere Kosten und bessere Dienste

Definitiv gibt es viele technische Gebiete, in denen Backup-Administratoren für bessere Backups sorgen und gleichzeitig ihre eigene Sichtbarkeit im Unternehmen verbessern können. Die effektivste Methode für eine bessere Karriere-Entwicklung ist in den meisten Unternehmen aber immer noch recht einfach und lässt sich mit wenigen Erfolgsfaktoren zusammenfassen: Tragen Sie zu höheren Gewinnen bei, verringern Sie die Betriebskosten und erhöhen Sie die Service-Qualität. Bei mindestens zweien dieser Aspekte können sich Backup-Administratoren gut positiv bemerkbar machen.

Über den Autor: Pierre Dorion ist Data Center Practice Director und Senior Consultant bei Long View Systems Inc. im US-Bundesstaat Arizona. Er ist spezialisiert auf Planungsdienste für Business Continuity und Disaster Recovery sowie Daten-Sicherung in Unternehmen.

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