Experten-Tipps für SSD-Installation in Eigenregie

Die SSD-Installation in Eigenregie lohnt sich durchaus, weil sich dadurch die Performance von Server- und Storage-Umgebungen verbessern lässt.

Manche Berater und Branchen-Analysten raten IT-Abteilungen davon ab, zwecks Kostensenkung Solid-State-Drives (SSDs) auf dem freien Markt zu kaufen und sie anschließend selbst zu installieren. Andererseits eignet sich ein solcher Do-It-Yourself-Ansatz (DIY) für die SSD-Installation in bestimmten Situationen durchaus, weil sich auch so die Performance von Server- und Storage-Umgebungen verbessern lässt.

Angesichts des deutlichen Preisaufschlags für SDDs bei Anbietern von Server- und Storage-Produkten ist der DIY-Ansatz für IT-Abteilungen durchaus eine Überlegung wert. „OEMs setzen in der Regel den Preis drei- bis fünfmal so hoch an wie der ursprüngliche Hersteller der Komponente“, sagt Jim Handy, Chief Analyst von Objective Analysis in Kalifornien. Allerdings raten sogar jene Experten, die Kauf und Installation von SSD-Laufwerken in Eigenregie für vertretbar halten: Im Vorfeld sollte es hier gründlichere Bewertungen und Prüfungen geben als bei den vertrauten Festplatten.

Zudem sollte man sich über die Unterschiede zwischen den jeweiligen Arten von Solid-State-Speichern wie Single-Level Cell (SLC), Multi-Level Cell (MLC) und Enterprise Multi-Level Cell (eMLC)-Flash im Klaren sein. Die Prognosen zu Lebensdauer und Zuverlässigkeit unterscheiden sich je nach Flash-Typ ab. So gelten beispielsweise SLC-Laufwerke als haltbarer und zuverlässiger, sind allerdings auch teurer.

Dennis Martin ist Gründer und Präsident von Demartek, einem IT-Analysehaus mit eigenem Testlabor aus dem US-Bundesstaat Colorado. Nach seiner Aussage kauft auch sein Unternehmen MLC-SSDs selbst und installiert sie als Boot-Laufwerk in Servern und Desktop-PCs. Er hält den DIY-Ansatz bei der SSD-Installation für unbedenklich, falls die IT-Abteilung im Vorfeld ihr Budget sowie die Anforderungen hinsichtlich Kapazität und Performance festgelegt hat und sich auf passende Workloads oder Szenarien konzentriert. Im Klaren sollte man sich aber darüber sein, dass man für jeden Dollar Investition in SSDs zwar mehr I/O pro Sekunde (IOPS) bekommt, aber weniger Kapazität.

„Für alle bisher mit Festplatten bewältigten Storage-Anforderungen können Sie auch SSDs verwenden“, sagt Martin. „Falls Sie mit der Installation neuer Laufwerke vertraut sind, sollte Ihnen auch der Einbau von SSDs keine Probleme bereiten.“

Sergis Mushell, Principal Research Analyst bei Gartner, hat mit Kunden schon oft über den DIY-Ansatz für die SSD-Installation gesprochen. Mushell gab ihnen den Rat, die Fähigkeiten ihrer IT-Mitarbeiter genauso sorgfältig zu prüfen wie deren zeitliche Ressourcen für eine solche Aufgabe. Darüber hinaus sollten sich die Kunden unbedingt Gedanken darüber machen, welche Datensätze von der Performance-Steigerung profitieren sollen und wie die Pläne zur Sicherung und Wiederherstellung der Daten aussehen.

Mushell zufolge kann man mit den richtigen Fähigkeiten so ziemlich alles hinbekommen, allerdings rät er den meisten IT-Abteilungen davon ab, den Einbau von SSDs selbst zu übernehmen. „Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, und es gibt deshalb noch viele unbekannte Faktoren, die für ein Unternehmen zu Problemen führen können. Am besten setzt man auf bewährte Anbieter oder wartet einfach ab, bis das Produkt zu einem für das Unternehmen akzeptablen Preis für diese Anwendung erhältlich ist.“

Laut Benjamin Woo, Managing Director von Neuralytix, einer IT-Strategieberatung in New York, wäre der DIY-Ansatz in den meisten IT-Abteilungen von Unternehmen sogar unverantwortlich. Zwar gibt es seiner Meinung nach Ausnahmen wie Amazon, Facebook und Google, weil für diese Unternehmen „Computer-Technologie sozusagen zum Alltagsgeschäft zählt“. Er weiß darüber hinaus von einer großen Investmentbank in den USA, die ihre SSD-basierte Infrastruktur mit Tausenden von Servern intern mit Teilen von der Stange realisiert hat.

Woo vertritt jedoch die Meinung, dass die anfänglichen Kosteneinsparungen schnell von  höherem Bedarf an Wartung und Support aufgefressen werden können. Per E-Mail sagte er dazu: „Selbst führende Storage-/IT-Anbieter investieren Hunderte von Arbeitsstunden in die Optimierung und Stabilisierung ihrer SSDs. Für SSDs ist anders als bei Festplatten ein hoher technischer Aufwand erforderlich, um einen optimalen Betrieb sicherzustellen.“

„Vor der Implementierung in einer Produktionsumgebung sollten selbst installierte SSDs von der IT-Abteilung immer in einer anderen Umgebung getestet werden“, rät auch Marc Staimer, Gründer und Präsident von Dragon Slayer Consulting im US-Bundesstaat Oregon. „Sie müssen sich unbedingt absichern. Stellen Sie immer zuerst fest, was funktioniert und wo Probleme auftreten. Außerdem müssen die Komponenten unbedingt auf Kompatibilität getestet werden. Nichts ist schlimmer, als wenn Sie erst nach der Implementierung in der Produktionsumgebung feststellen, dass Ihre SSDs nicht so funktionieren, wie sie sollen.“

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