Langsam aber günstig: Amazon Glacier als interessante Lösung für Archivierung

Amazon Glacier ist ein kostengünstiger, verteilter Cloud Storage-Dienst für die Archivierung von Daten. Die Gebühren richten sich nach Speichermenge und Abrufhäufigkeit.

Amazon Web Services (AWS) hat diese Woche seinen neuen Dienst Glacier Cloud Storage Service gestartet. Dabei handelt es sich um eine kostengünstige Variante für archivierte Daten, die über einen langen Zeitraum aufbewahrt werden müssen, allerdings kaum noch genutzt werden. Der neue Service unterscheidet sich deutlich vom bekannten Amazon Simple Storage Service (Amazon S3), der einen Echtzeit-Zugriff auf Daten ermöglicht.

Amazon Glacier dagegen präsentiert sich als Alternative zu Band-Laufwerken und wurde für Datenbestände entwickelt, für die eine Abrufzeit von drei bis fünf Stunden tolerierbar ist. Für die Speicherung von Daten auf Glacier veranschlagt Amazon 1 Cent pro Gigabyte (GB) pro Monat. Bei S3 liegt der Einstiegspreis bei 12,5 Cent pro GB pro Monat.

„Glacier wurde hauptsächlich für wenig genutzte Daten entwickelt. Daher ist eine gewisse Latenz für den Kunden und die Anwendung bei Zugriffen verschmerzbar“, so Alyssa Henry, Vice President of AWS Storage Services. „Demgegenüber wurde S3 für häufig genutzte Anwendungen konzipiert, die innerhalb von Millisekunden abgerufen werden können.“

Glacier wird meistens für Datentypen wie digitale Medienarchive, Aufzeichnungen aus der Finanzbranche oder dem Gesundheitswesen, Rohdaten aus der Genforschung, langfristige Datenbank-Backups und Daten für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben genutzt. Laut Henry arbeitet Amazon an einer Integration seiner beiden Cloud Services. Dies würde den Einsatz von Richtlinien für eine Migration von Daten von Amazon S3 zu Glacier ermöglichen, wenn sie älter werden. „Wir gehen davon aus, dies in den kommenden Monaten umsetzen zu können“, so Henry.

Beim Abruf von Daten ist das Herunterladen der ersten fünf Prozent pro Monat kostenlos, für jedes weitere Gigabyte fällt eine Gebühr von 1 Cent an. „Spitzen-Zugriffszeiten sind bereits einkalkuliert“, erläutert Henry. „Bei zehn Anforderungen innerhalb einer Stunde steigt die Gebühr. Verteilen sich die Anforderungen allerdings über einen größeren Zeitraum, wird es für den Kunden günstiger, weil er nicht viel Aktivität generiert. Das System wurde primär für kaum genutzte Daten konzipiert, und wir erwarten daher eher seltene Abrufe. Vermutlich kommt es nur sehr selten vor, dass ein Kunde  mehr als fünf Prozent der Daten herunterladen muss.“

Wie bei Amazon S3 werden die im Rahmen des Amazon Glacier Cloud Storage Service gespeicherten Daten auf mehrere Rechenzentren in verschiedenen Regionen verteilt. Amazon verspricht für die unter Glacier gespeicherten Daten eine jährliche Haltbarkeit von 99,999999999 Prozent. Somit müssen Unternehmen bei 100 Milliarden gespeicherten Objekten mit dem Verlust von einem Datenobjekt pro Jahr rechnen.

„Theoretisch dürften Datenverluste extrem selten auftreten“, sagt Andrew Reichman, Senior Analyst von Forrester Research aus dem US-Bundesstaat Massachusetts. „Im Moment wird viel darüber diskutiert, wie sich eine Archivierung über 100 Jahre hinweg ohne Datenverluste realisieren lässt. Das ist natürlich eine spannende Frage. Schließlich verändert sich die Technologie über einen Zeitraum von 100 Jahren hinweg enorm. Indem Amazon die Speicherung dieser Daten übernimmt, verpflichtet sich das Unternehmen auch zur Migration auf neue Technologien und investiert viel in die Lösung dieses Problems.“

Die Einrichtung von Amazon Glacier erfolgt über die AWS Management Console, über die Kunden Daten im gewünschten Umfang problemlos hochladen können. Der Service steht ab sofort zur Verfügung.

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