Amazon, Google und Microsoft senken erneut Preise für Cloud-Storage

Amazon, Google und Microsoft senken die Preise Speicherplatz in der Cloud, kämpfen um Marktanteile.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Amazon Simple Storage Service, Google Cloud Storage und Microsoft Windows Azure in den vergangenen Wochen ihre Preise für Cloud-Storage gesenkt. Für Analysten sind diese Preissenkungen ein Zeichen dafür, dass die drei Anbieter um mehr Relevanz kämpfen. Es gehe ihnen darum, so viele frühe Nutzer wie möglich zu gewinnen, weil die Erwartung herrsche, dass sie anschließend nur selten zu einem anderen Anbieter wechseln.

„Es ist definitiv ein Rennen, eine Art Land-Gewinnung“, sagt Terri McClure, leitende Analystin bei der Enterprise Strategy Group (ESG). „Bei dem Rennen geht es darum, mehr Daten in die Cloud zu holen. Die Anbieter wollen die Verbreitung voranbringen, denn einmal genutzt, sind solche Dienste sehr hartnäckig. Wenn die Daten in der Cloud sind, kann man nur noch schwer den Provider wechseln“.

Seit vergangenem November haben alle drei der großen Anbieter von Cloud-Storage erhebliche Preissenkungen vorgenommen. Amazon Web Services (AWS) hat den Preis für seinen Simple Storage Service (S3) um zwischen 24 und 28 Prozent gesenkt, so dass er beim ersten Terabyte jetzt pro Gigabyte und Monat nur noch 9,5 US-Cent nach zuvor 12,5 Cent beträgt. Die Reduzierung bezieht sich auf alle neun regionalen Rechenzentren von Amazon in den USA.

Google Cloud Storage hat seine Preise sogar um insgesamt mehr als 30 Prozent reduziert, zuletzt von 9,5 US-Cents pro Gigabyte und Monat auf jetzt 8,5 Cent beim ersten Terabyte. Vergangene Woche folgte noch Microsoft: Der Preis für ein Gigabyte je Monat bei Windows Azure wurde beim ersten Terabyte auf 8,5 US-Cent verringert, was einer Reduktion um 12 Prozent entspricht.

Solche Senkungen bei Storage-Preisen werden allmählich zum Normalfall. Die neueste Runde folgte auf Preissenkungen derselben drei Anbieter in diesem März. Amazon hat seine Preise nach eigenen Angaben schon 24-mal reduziert.

Der Preiskampf zwischen Amazon S3, Google Cloud Storage und Microsoft Azure hat Ähnlichkeit mit dem Verhalten von Festplatten-Herstellern, die den niedrigsten Preis pro Laufwerk anbieten wollen. Das sagt Steve Zivanic, Vice President für Marketing beim konkurrierenden Cloud-Anbieter Nirvanix. Die großen Drei würden vor allem deshalb so intensiv bei Preisen konkurrieren, weil ihre Dienste ansonsten wenig voneinander unterscheide.

„Wenn es zwischen den einzelnen Clouds keine technische Differenzierung gibt, dann ist es das Gleiche wie bei Festplatten-Herstellern, die sich einen Krieg um den niedrigsten Preis pro nacktem Laufwerk liefern“, sagt Zivanic. Die Preissenkungen von Amazon, Google und Microsoft seien als Kampf um die billigste nackte Online-Festplatte zu verstehen. Dabei sei es alternativ auch möglich,  um die reine Kapazität herum wertvolle Dienste aufzubauen und zu verkaufen.

Die aktuellen Preissenkungen beziehen sich nicht auf Zusatzkosten wie Downloads, Replikation oder Bandbreite. Für Carl Brooks, Analyst für IT-Infrastruktur und Cloud bei 451 Research, können die versteckten Kosten für Sicherheit und Compliance sowie für Bandbreite und andere ständige Faktoren deshalb immer noch erheblich sein. Dadurch sei der Preis für Cloud-Storage im Vergleich zu Storage vor Ort weiterhin hoch.

„Bei Cloud-Providern liegen die Kosten höher, als wenn man Storage tatsächlich selbst zur Verfügung stellt“, sagt Brooks. Festplatten seien schon fast zur reinen Massenware geworden, auf dem Cloud-Markt dagegen sei es noch nicht so weit. „Der Trend hinter den Preissenkungen ist eher, dass die Cloud-Provider ganz vorne sein wollen. Sie wollen sich nicht von anderen unterbieten lassen“.

„Amazon, Azure und Google senken ihre Preise, um relevant zu bleiben“, so Brooks weiter. Diese Entwicklung werde noch einige Jahre so weitergehen – und manche Cloud-Anbieter würden im Zuge dessen aus dem Rennen fallen.

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