Azure lässt bei Cloud-Storage-Vergleich von Nasuni Amazon S3 hinter sich

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Azure lässt bei Cloud-Storage-Vergleich von Nasuni Amazon S3 hinter sich

Ellen O'Brien

Microsoft Azure Blob Storage hat sich im jährlichen „State of Cloud Storage Report“ von Nasuni auf den ersten Platz geschoben und damit dem Vorjahressieger Amazon S3 den Rang abgelaufen. Für den Vergleich wurden Performance, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit bei fünf öffentlichen Cloud-Providern untersucht.

Im Vorjahr hatte noch Amazon S3 den Spitzenplatz erreicht und damit 15 weitere Konkurrenten hinter sich gelassen. In diesem Jahr hat Nasuni seinen Storage-Vergleich auf fünf Cloud-Anbieter eingeschränkt: Microsoft Windows Azure Blob Storage, Amazon S3, Google Cloud Storage, HP Cloud Object Storage und Rackspace Cloud Files. Die Entscheidung für das verkleinerte Vergleichsfeld fiel laut Nasuni unter anderem deshalb, weil sich gezeigt hatte, dass zwischen der kleinen Spitzengruppe und den übrigen Anbietern ein erheblicher Abstand besteht.

Für seine eigenen Kunden unterstützt Nasuni nur Amazon und Microsoft, wie Marketing-Direktor Connor Fee sagt. Nasuni verkauft einen Storage-Controller, der Datei-Daten in einem Vor-Ort-Cache hält und seltener genutzte Daten zu einem Cloud-Provider schickt. Der Vergleich soll Anbieter von Cloud-Storage auf dieselbe Weise evaluieren, wie es ein Anbieter von Storage-Arrays mit Festplatten machen würde, erklärt Fee: „Wir betrachten diese Cloud-Dienste als Zulieferer“.

„Die gute Nachricht: Alle Dienste haben besser abgeschnitten als im Vorjahr“, sagt Connor. Zudem riefen die Ergebnisse des Vergleichs deutlich weniger Proteste der Anbieter hervor als im Vorjahr. Denn damals waren viele unzufrieden mit ihrer Bewertung und beschwerten sich über die Test-Verfahren. In diesem Jahr sind im Nasuni-Bericht auch die Rohdaten enthalten, die Messung der Verfügbarkeit wurde verändert, und es gab mehrere Durchläufe – alles Faktoren, die eine weitere Validierung des Tests bedeuten. Er sollte aussagekräftiger werden, sagt Fee dazu.

Und wie hat es Microsoft an die Spitze geschafft? Zum einen hat sich das Azure-Angebot gegenüber dem vorigen Jahr stark verändert. Bei der Schreib/Lese-Performance bei kleineren Dateien war seine Performance laut dem Bericht am besten. Die Nasuni-Techniker schrieben dazu kleine Dateien, riefen zufällig ausgewählte ab und löschten sie, so dass die Systeme nach ihnen suchen mussten, statt nur die aktuellsten aus dem Cache zur Verfügung zu stellen. Bei Skalierbarkeit untersuchte Nasuni, was passiert, wenn die Zahl der Dateien bei im Cloud-Storage auf hunderte Millionen steigt. Azure konnte diese Last ohne Fehler handhaben.

Allerdings verweist Nasuni explizit darauf, dass manche Besonderheiten von Amazon in Labor-Tests keine Berücksichtigung finden. „Wir sind zwar begeistert von der neuen Technologie, die Microsoft auf den Markt bringt, aber hier sind auch Faktoren wie Erfahrung und Reifegrad wichtig. Amazon hat deutlich mehr Erfahrung und macht das schon länger – und das hat viele Vorteile“, sagt Fee. „Allerdings bietet Microsoft eine Menge Funktionalität und ist anders als Amazon sehr aggressiv mit seinen Preisen für Enterprise-Kunden“.

2012 hat bei Cloud-Storage den Einstieg von HP mit seinem Cloud Object Storage und Cloud Content Delivery gebracht. Nach dem Nasuni-Vergleich schnitt der HP-Dienst in Kategorien wie Schreib/Lese-Performance gut ab, so dass er zu den drei besten gehört, die hier ohnehin nah beieinander liegen. In der Gesamt-Kategorie Verfügbarkeit kam Rackspace auf den dritten Platz nach dem Erstplatzierten Microsoft und Amazon.

Bei der Fehlerquote beim Lesen und Schreiben gab es insgesamt eine Verbesserung – selbst beim Fünftplatzierten lag sie noch unter 1 Prozent. Microsoft war mit null Fehlern Sieger in dieser Kategorie.

Vielleicht eine schlechte Nachricht für Nasuni: Nachdem Microsoft Ende 2012 StorSimple übernommen hat, verfügt das Unternehmen jetzt über einen eigenen Controller für Cloud-Storage. Das könnte darauf hinauslaufen, dass Nasuni in einer Microsoft-Liste der bevorzugten Partner für Azure-Storage eher nicht den ersten Platz erreichen dürfte.

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