Cloud-Storage 2012: Microsoft kauft ein, Datei-Freigabe breitet sich aus

Im Cloud-Storage-Markt herrscht weiterhin Bewegung. Was sich hier tut verrät unser Überblick.

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Das Jahr 2012 hat uns reichlich Nachrichten über die Cloud gebracht. So wurden Online-Dateifreigaben allgegenwärtig, Microsoft war auf dem Vormarsch, Glacier von Amazon kam neu auf den Markt, und Objekt-Storage entwickelte sich weiter. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Rückblick auf die wichtigsten Themen und Trend 2012.

1. Online-Dateifreigaben: Virales Wachstum, Gefahren lauern

Der Markt für Online-Dateifreigaben gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, von jedem Gerät und jedem Standort aus auf Dateien zuzugreifen. Er hat im abgelaufenen Jahr viel Aufmerksamkeit bekommen.

Zugleich wird das Feld allmählich voll – es gibt mittlerweile mehr als 40 spezielle Produkte und Dienstleistungen für Datei-Freigaben und Synchronisierung. Zu den Anbietern zählen Box Inc., ShareFile von Citrix Systems, Dropbox Inc., Egnyte Inc., Nomadix Inc., SugarSync Inc., YouSendIt Inc. und Maginatics Inc., das im August auf den Markt kam. Die meisten dieser Unternehmen bieten dedizierte Produkte, mit denen Mitarbeiter Dateien von PCs, Smartphones, iPads und anderen Tablets aus abrufen können. Das große Interesse an solchen Diensten lockt dabei weitere Anbieter an.

Auch andere haben Möglichkeiten für Datei-Freigaben geschaffen, darunter EMC Corp. über die Akquisition von Syncplicity. Auch die Cloud-Anbieter Nasuni Corp. und Scality Inc. sind in diesen Markt eingestiegen: Nasuni hat die Möglichkeit geschaffen, über sein Cloud-basiertes Network-attached Storage (NAS) mit Mobilgeräten auf Daten zuzugreifen, Scality hat seine Objekt-basierte Software um die Funktion Sync-n-Share ergänzt. Auch IT-Manager wenden sich zunehmend Datei-Freigaben in der Cloud zu, um interne Server zu ersetzen.

Allerdings gibt es unter IT-Administratoren die Befürchtung, dass Online-Dateifreigaben ein Sicherheitsrisiko darstellen. Denn Mitarbeiter können dafür auch Konten nutzen, die nicht von der IT-Abteilung freigegeben sind, wie es in einem Bericht der Enterprise Strategy Group mit dem Titel „Spotting and Stopping 'Rogue' Online File Sharing“ heißt. Aus diesem Grund haben Nasuni und Scality ihre Datei-Freigaben hinter der Firewall platziert, so dass IT-Manager mehr Kontrolle über die Sicherheit haben.

2. Microsoft kauft Cloud-Gateway: Kommt jetzt die Flut?

Mit der Bekanntgabe von Übernahme-Plänen zu StorSimple und dessen iSCSI-Controller hat Microsoft das Feld für Gateways für Cloud-Storage in Bewegung gebracht. Das Übernahme-Ziel wird als gut passend angesehen, weil seine Technologie eng auf die Microsoft-Strategie bei Cloud-Betriebssystemen abgestimmt ist. Die Controller von StorSimple sind optimiert für Windows-Anwendungen wie Exchange und SharePoint sowie für Nutzer-Dateien und virtuelle Appliances.

2013 wird es interessant sein zu beobachten, ob Microsoft StorSimple nur für seinen eigenen Dienst Azure nutzt – und was die Akquisition für SimpleStor-Konkurrenten wie Ctera Networks Ltd., Nasuni, Riverbed Technology Inc., Panzura Inc. und TwinStrata Inc. bedeutet. Weitere Übernahmen in diesem Bereich sind in den kommenden Monaten zu erwarten.

Amazon geht bei Gateways einen anderen Weg. Es unterstützt die meisten der auf dem Markt verfügbaren Gateways, hat aber 2012 auch sein eigenes Amazon Web Services (AWS) Storage Gateway herausgebracht. Das Amazon-Gateway wird als virtuelle Appliance am Standort des Kunden installiert und gibt ihnen die Möglichkeit, Instanzen bei Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) einzurichten.

3. Amazon stellt Glacier vor: Cloud-Storage für Geduldige

Band-Speicherung muss sich neuer Angriffe erwehren, dieses Mal als Medium zur Archivierung: Als kostengünstigen Dienst für Daten, die selten gebraucht aber lange aufgehoben werden müssen, hat Amazon seinen neuen Dienst Glacier herausgebracht. Er unterscheidet sich klar von Amazon Simple Storage Service, der für Daten gedacht ist, die in Echtzeit verfügbar sein müssen.

Glacier dagegen ist langsam und billig – ausgelegt auf Daten, bei denen Abrufzeiten von drei bis fünf Stunden kein Problem sind. Dies macht den Dienst zur direkten Konkurrenz für Band-Speicherung, die in vielen Organisationen keine Backup-Stufe mehr bildet, sondern jetzt für Archivierung genutzt wird. Die Kosten betragen bei Glacier mit 1 Cent pro Gigabyte und Monat etwa ein Zehntel derer von S3. Dafür werden die Daten unbegrenzt aufbewahrt, mit AES-256 verschlüsselt, redundant an mehreren Standorten gesichert und regelmäßig auf ihre Integrität geprüft.

Amazon verspricht zudem über das Jahr gerechnet eine Haltbarkeitsrate von 99,999999999 Prozent; bei je 100 Milliarden gespeicherten Datei-Objekten soll jährlich also maximal eines verloren gehen. Ob bei Glacier Bänder oder langsame Festplatten zum Einsatz kommen, verrät Amazon nicht. Die Preise haben auf jeden Fall für Aufsehen gesorgt.

4. HP und Dell kommen in die Cloud

Hewlett-Packard Co. Und Dell Inc. waren spät dran, doch 2012 sind sie als Konkurrenten für Amazon S3, Google Inc. und Microsoft mit Angeboten für den Aufbau von Storage-Clouds in den Cloud-Markt eingestiegen. HP hat sein HP Cloud Object Storage und Cloud Content Delivery (CDN) allgemein verfügbar gemacht. Dell schloss eine Partnerschaft mit Nirvanix Inc. und will dessen Software für öffentliche, private und hybride Cloud verwenden.

Die Strategie von HP ähnelt der von EMC mit seiner Plattform für Cloud-Storage namens Atmos, um die herum Provider Cloud-Dienste aufbauen können. Die stärkste Konkurrenz für HP allerdings ist in den etablierten Cloud-Diensten von Amazon zu sehen.

Dell hofft zum Aufbau seines Cloud-Geschäfts auf seine Vertriebskanäle. Nach der Vereinbarung mit Nirvanix können Kunden bei einem einjährigen Vertrag bis zu vier Kopien in der Cloud-Infrastruktur von Nirvanix speichern. Dell konfiguriert den Dienst, kümmert sich um die Konten-Administration und bringt den Kunden zu Nirvanix, das dann Management der Infrastruktur, Aktivierung, Wartung, Support und Einhaltung der vereinbarten Service-Levels übernimmt.

5. Objekt-Storage entwickelt sich weiter und wartet auf einen Markt

Objekt-basiertes Storage hat noch keine kritische Masse erreicht, bekommt aber auf Anbieter-Seite viel Aufmerksamkeit. EMC Atmos, Cleversafe Inc., DataDirect Networks Inc. und Amplidata Inc. haben sämtlich ihr Objekt-basiertes Storage erweitert. Quantum Corp. und das schwedische Startup Compuverde AB sind neu in den Markt für Objekt-Storage eingestiegen.

Im Fall von Quantum geschah dies über eine OEM-Vereinbarung mit Amplidata. Seine Lattus-Produktfamilie für Wide-Area Storage besteht aus einem NAS-Plattensystem mit Scale-Out, das zur Archivierung von „Big Data“ mit dem Dienst Amplistor von Amplidata zur Speicherung verstreuter Objekte integriert wurde.

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