HP erweitert Portfolio um 3PAR StoreServ 7000 sowie Datei- und Objekt-Storage

HP bekämpft Abwärtstrend bei Storage-Produkten und erweitert Portfolio um Objekt-Storage und Backup-Appliances.

HP hat heute zwei 3PAR Storage-Arrays für das untere Preissegment in der Zielgruppe der mittelständischen Unternehmen sowie eine neue große Daten- und Archivierungsplattform vorgestellt. Das Unternehmen versucht damit, den Abwärtstrend bei den Verkaufszahlen seiner Storage-Produkte umzukehren.

Durch die Erweiterung seiner erfolgreichen Storage-Plattform 3PAR bietet HP jetzt Lösungen für das untere Preissegment für mittelständische Unternehmen bis hin zu Großkunden. Die neuen Systeme sind auch als reine Flash-Arrays erhältlich. HP bietet zudem einen Migrationspfad von seinen leicht in die Tage gekommenen Enterprise Virtual Arrays (EVAs) zu 3PAR.

Zu der neuen HP 3PAR StoreServ Storage 7000 Serie gehören die Modelle 7200 und 7400. Bei dem anderen neuen Produkt handelt es sich um das HP StoreAll Storage-System für nicht strukturierte Daten. Darüber hinaus hat HP seine Backup-Appliances StoreOnce 2000 und 4000 mit Deduplizierung verbessert.

Mit der Ankündigung wurde diese Woche die Anwender-Messe HP Discover 2012 in Frankfurt eröffnet. Craig Nunes, Vice President of Worldwide Marketing for HP Storage, sprach dabei vom Bestreben HPs, sein Portfolio an Storage-Plattformen zu konsolidieren, um keine Verwirrung aufkommen zu lassen.

„Wir möchten Kunden eine Architektur zur Verfügung stellen, mit der sich alle Herausforderungen hinsichtlich primärem Storage bewältigen lassen, was Dienste auf allen Ebenen über Block-Storage, Solid-State Disks und Festplatten einschließt“, so Nunes. „Und wir verfügen über eine Architektur für die Speicherung von Informationen sowie eine weitere für den Schutz von Daten.“

3PAR

Im Zuge der Umbenennung seiner Storage-Plattformen wird aus der 3PAR Reihe nun HP 3PAR StoreServ. Die Modelle 7200 und 7400 rücken in das untere Segment für mittelständische Kunden. Zuvor zielte die 3PAR-Plattform auf Kunden aus dem oberen Segment des Mittelstands bis hin zu Großkunden ab.

Bei StoreServ 7200 handelt es sich um ein System mit zwei Controllern und Kapazität für maximal 144 Festplattenlaufwerke sowie 120 Solid-State Drives (SSDs). Es bietet 24 GB Cache, vier bis zwölf 8-Gbps Fibre Channel (FC) Ports und vier optionale 10-Gigabit Ethernet (GbE) Ports. Der Einstiegspreis beträgt 20.000 US-Dollar für ein System mit einer Kapazität von 2,4 TB.

StoreServ 7400 ist mit zwei oder vier Controllern mit 240 Festplatten pro Controller und insgesamt 240 SSDs erhältlich. Es bietet 32 GB Cache, vier bis zwölf 8-Gbps FC Ports und vier optionale 10-GbE-Ports pro Controller. Der Einstiegspreis beträgt 32.000 Dollar für 2,4 TB.

Die Arrays der Reihe 3PAR StoreServ 7000 bieten die gleichen Funktionen für Thin Provisioning und Storage-Effizienz wie die höherwertige 10000-Serie. Allerdings unterscheiden sie sich hinsichtlich der Ausstattung mit Controllern und Gehäuse.

Die neuen Arrays treten gegen Midrange-Systeme wie die EMC VNX 5000 Serie, NetApp FAS3200, Hitachi Data Systems Unified Storage, IBM StorWize V7000 und Dell Compellent an.

Das rein SSD-basierte Array 3PAR StoreServ 7000 ermöglicht Kunden den Betrieb von bis zu 240 SSDs, die laut Angaben von HP 320.000 IOPS unterstützen. HP stellte zudem die neue Funktion „Priority Optimization“ für verbesserten Quality-of-Service vor. Mit ihr können Kunden die Anwendungen auf einem 3PAR-Modell segmentieren und jeder Anwendung ein bestimmtes Maß an IOPS zuweisen. Die Anwendungen können auch nach Mandant getrennt werden, wobei sich mehrere Anwendungen unter einem Mandanten ausführen lassen.

Möchte der Kunde Datei-Services auf 3PAR-Systemen ausführen, unterstützt HP den Microsoft Windows Storage Server 2012 mit StoreServ 7000 Back-End Storage.

EVA-Migration

Auch nach der 3PAR-Erweiterung beschränkt sich das Angebot von HP nicht auf eine einzige primäre SAN-Plattform. So ist immer noch StoreVirtual Storage (früher LeftHand) iSCSI SAN für das untere Segment erhältlich. Daneben vertreibt HP an Mainframe-Kunden noch die Enterprise Storage-Arrays von Hitachi unter dem neuen Label „HP XP P9500“.

Allerdings verabschiedet sich HP langsam von seiner ältesten Storage-Plattform: EVA für das Midrange-Segment. Laut Nunes bietet HP seinen EVA-Kunden „eine problemlose und risikofreie Möglichkeit für den Umstieg auf StoreServ 7000“. Das Modell 7000 ist mit Software für den Online-Import ausgestattet. Auf diese Weise können Kunden ihre Daten über die Management-Schnittstelle „Command View“ von EVA in das 3PAR-System importieren. Zudem hat StoreServ 7000 die EVA-Anwendung „Smart Start“ für die Implementierung des Systems übernommen.

„Wie wir unseren 100.000 EVA-Kunden damit vermitteln möchten, verfügt die StoreServ-Plattform über alle Funktionen, die man sich von einer EVA der nächsten Generation wünschen kann“, so Nunes. „Zudem bietet sie neben dem gewohnten Look and Feel alle erforderlichen Funktionen für Ihre EVA-Basis.“

Nach seiner Aussage wird es keine neuen Versionen der EVA-Plattform mehr geben. Allerdings werde HP auch weiterhin neue Versionen der EVA-Software veröffentlichen und Support für vorhandene EVAs leisten. „Für das Jahr 2013 gibt es keine Pläne, ein End-of-Life für EVA einzuläuten“, so Nunes. „Bei uns arbeiten immer noch eine Reihe von Entwicklern an der Plattform.“

Arun Taneja, President der Beratungsfirma Taneja Group, hält ein Ende von EVA für längst überfällig. „EVA ist mittlerweile alt und überholt“, sagt er. „Nach dem Kauf von 3PAR durch HP vor zwei Jahren war klar, dass sie die 3PAR-Technologie auch für mittlere Unternehmen anbieten und EVA einstellen würden. 3PAR ist das EVA des 21. Jahrhunderts.“

Die 3PAR StoreServ 7000-Systeme sind ab dem 14. Dezember erhältlich.

HP StoreAll

Die neue Datei- und Objekt-Plattform von HP vereinigt sein Ibrix Scale-out Network-Attached Storage (NAS) mit dem neuen intern entwickelten Objekt-Storage. Laut Nunes ist das System für mehr als 1000 Knoten und 16 Petabyte skalierbar. Damit wäre es in der Lage, Milliarden an Objekten und Dateien in einem Namensraum zu speichern.

Das System verfügt über ein REST-API, damit Kunden darauf als Objekt-Storage zugreifen können. Die von HP entwickelte Express Query ermöglicht Index-Offloading, Tagging von Metadaten und Suchläufe. Laut HP kann Express Query innerhalb von Sekunden oder Minuten mehrere Petabyte Daten durchsuchen. Zudem wurde Autonomy Intelligent Data Operating Layer (IDOL), eine Software für Content- Management, in StoreAll integriert.

Nunes zufolge ist StoreAll als Ersatz für Ibrix X9000 vorgesehen. Dieses wurde bisher in Bereichen wie High-Performance-Computing sowie von Medien und in der Entertainment-Branche für Anwendungen mit großen Dateien eingesetzt. „Bei Interesse an einem Upgrade empfehlen wir Ibrix-Kunden, eine Aktualisierung auf die StoreAll-Plattform durchzuführen“, sagt Nunes.

StoreAll Storage ist ab dem 20. Dezember zu einem Einstiegspreis von 91 Cent pro Gigabyte erhältlich.

StoreOnce

HP hat auch seine Backup-Appliances StoreOnce 2000 und 4000 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Zweigstellen aktualisiert. Neben einer Verbesserung der Performance wurde auch Unterstützung für die Software StoreOnce Catalyst realisiert, die bisher nur für den größeren StoreOnce 6000 zur Verfügung stand.

StoreOnce ist das einzige Disk-Backup-Produkt von HP mit Deduplizierung. Der Vertrieb der VLS Virtual Tape Library (VTL) im Rahmen einer OEM-Vereinbarung mit Sepaton wurde eingestellt.

Reicht das zur Rettung von HP Storage?

Durch die Erweiterung von 3PAR und die Aufnahme von Objekt-Storage in sein Portfolio versucht HP, seinem schleppenden Storage-Umsatz neues Leben einzuhauchen. Laut den Zahlen des Storage-Trackers von IDC hat HP in jedem der letzten vier Quartale im Storage-Markt Umsatzrückgänge hinnehmen müssen – sehr zur Freude von EMC. Dies schließt noch nicht die Zahlen für das aktuelle Quartal ein, in dem der Storage-Umsatz von HP im Vergleich zum vorherigen Jahr um 13 Prozent einbrach. Allerdings stieg der Umsatz von 3PAR kontinuierlich an, seit HP das Unternehmen im Jahr 2010 für einen Kaufpreis in Höhe von 2,35 Milliarden US-Dollar übernommen hat. Wie HP mitteilte, betrug den Anstieg im letzten Quartal im Jahresvergleich 60 Prozent.

Natürlich sind die sinkenden Storage-Umsätze nur eines der aktuellen Probleme von HP. Wesentlich ernster ist der sinkende PC-Umsatz sowie die Betrugsvorwürfe gegen Autonomy. Allerdings ist Taneja angesichts der neuen Produkte von einem Erstarken des Storage-Geschäfts von HP überzeugt.

„Zwar gibt es jede Menge Schatten bei HP, doch das Storage-Geschäft ist ein deutlicher Lichtblick“, so Taneja. „Das wirkt fast schon wie eine Ansage: Nehmt euch in Acht, hier ist unser Portfolio! Wir kämpfen das jetzt am Markt aus!“ Zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten verfügt HP über ein Portfolio, das Daten-Sicherung, primäres Storage und Archivierung komplett abdeckt. Vor allem das Storage-Portfolio ist jetzt deutlich stärker und einheitlicher als je zuvor.“

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Tiered-Storage

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close