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Kroll-Ontrack-Studie: SSDs stellen IT-Abteilung vor neue Herausforderungen

Steve Furthmüller

Der Spezialist für Datenlöschung, Datenrettung und Information Management Kroll Ontrack gab die Ergebnisse seiner aktuellsten Umfrage bekannt.  Demnach hatte die Solid State Drive (SSD) ihren Durchbruch im professionellen Einsatz um 2010. 95 Prozent der 88 Unternehmensvertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gaben als Grund für die Anschaffung von SSDs die Performance an.

SSDs hatten ihren Durchbruch um 2010

Sicherer Austausch von SSDs

Lediglich 31 Prozent tauschten wegen der Zuverlässigkeit ihre herkömmlichen Festplatten gegen SSDs aus. Obwohl die Speichermedien sicherer als herkömmliche Festplatten sind, können Defekte auftreten.  So gaben 51 Prozent  an, dass sie fehlerhafte SSDs austauchen mussten.

Performance ist das Hauptkriterium bei der Anschaffung

Ein Austausch der Flash-Speichermedien erfolgt auch, wenn das Ende des Leasing- oder Lebenszyklus erreicht ist. Dies führt zu einer neuen Herausforderung für IT-Abteilungen. Sensible Daten müssen auf den Datenträgern vor dem Verlassen des Unternehmens sicher gelöscht werden.

Laut Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack, sollen ab nächstes Jahr sehr viele Unternehmen vor der Frage stehen, wie alte SSDs sicher entsorgt werden sollen. Er sagt: „Bedenklich ist, dass die Frage der sicheren Datenlöschung für SSDs noch nicht abschließend gelöst ist. Mit den bisher eingesetzten Methoden gehen viele Unternehmen ein Restrisiko ein, dass sensible Daten auf den Platten verbleiben und in falsche Hände gelangen.“

Auch SSDs sind fehleranfällig

Datenlöschung-Strategien der befragten Unternehmen

Obwohl viele Unternehmen Compliance-Richtlinien besitzen, hat sich noch kein Standard für die sichere Löschung von SSDs herausgebildet. Nach der Umfrage zerstören 40 Prozent der Unternehmen die gebrauchten Flash-Speichermedien per Shredder.  Auf professionelle Software setzen 31 Prozent und 22 Prozent löschen den Hardware- oder Software-Schlüssel vor dem Austausch der SSD, umso die Daten unbrauchbar zu machen. 19 Prozent wollen sich für keine Methode zur sicheren Datenvernichtung entschieden haben.

Die meisten Unternehmen zerstören die SSD via Shredder

Mehrstufige Empfehlung für die Datenlöschung

Infolge der technischen Architektur von SSDs werden Daten bei jedem Schreibvorgang in einer anderen Speicherzelle abgelegt. Trotz mehrfachem Überschreiben können so die ursprünglichen Daten erhalten bleiben. Die physische Zerstörung ist somit die sicherste Methode um sensible Daten effektiv zu löschen. Diese schließt allerdings die Rückgabe nach Leasing-Ende oder den Weiterverkauf aus.

Der Experte für Information Management empfiehlt als Alternative folgende vier-stufige Vorgehensweise:

  1. Verzicht auf Verschlüsselung via Self-Encrypting Drives (SED): Obwohl SED die Daten sicher verschlüsseln, sollte auf den Einsatz verzichtet werden. Grund: Der Schlüssel verbleibt beim Hardware-Hersteller.
  2. Software-Verschlüsselung ab dem ersten Tag verwenden: Um Daten auf einer SSD unzugänglich zu machen, bedarf es einer Kombination aus Software-basiertem und kryptografischem löschen. Hierzu müssen alle Daten verschlüsselt vorliegen. Nachträglich lassen sich Daten nicht codieren.
  3. Professionelle Lösch-Software einsetzen: Professionelle Programme überschreiben Daten mehrfach, so bleiben wenige ursprüngliche Daten vorhanden.
  4. Restdaten kryptografisch unzugänglich machen: Restdaten, die beim mehrfachen Überschreiben nicht gelöscht wurden, können durch das Löschen des Schlüssels für Software-Encryption unzugänglich gemacht werden.

SSD-Modelle ohne Self-Encrypting Drives

Da bei SED professionelle Datenretter wegen dem fehlenden Schlüssel die Daten nicht rekonstruieren können, soll auf die proprietäre Verschlüsselungstechnologie verzichtet werden. Nach Angaben von Kroll Ontrack eignen sich folgende SSD-Modelle:

Hersteller Modell Controller-Chip
Crucial M4 Marvell 88SS9174-BLD2*
Intel X-25M Intel PC29AS21AA0
Intel 510 (120GB) Intel 88SS9174
Intel 320 Intel PC29AS21BA0 Chip
Kingston SSD Now V100+ (96GB) Jmicron JMF618
OCZ Vertex 4 / „Everest“ Indilinx IDX300M00-BC
Plextor M3 Marvell 88SS9174-BKK
Plextor PX-128M2S Marvell 88SS9174
Samsung 830 Samsung MCX S4LJ204X01
Samsung 840 Samsung MCX 4LN021X01

 

Bildquelle: Kroll Ontrack


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