IBM erhöht Speicherkapazität von Datenbändern auf bis zu 154 Terabyte

Datenbänder gehören noch lange nicht zum alten Eisen: IBM und Sony forschen an neuen Technologien und ermöglichen so enorme Kapazitätssteigerungen.

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des anhaltenden technologischen Fortschritts stehen Magnetdatenbänder als Storage-Medium noch lange nicht vor ihrem Aus: Forschern bei IBM Research ist es jetzt in Zusammenarbeit mit Fujifilm gelungen, die Speicherkapazität von Barium-Ferrit-Magnetbändern auf bis zu 154 Terabyte Daten zu erhöhen. Möglich wird dies durch eine erhöhte Schreibdichte von 85,9 Gigabits pro Quadratzoll, was laut IBM der 62-fachen Kapazität aktueller LTO-Magnetbänder (Linear Tape-Open) der sechsten Generation entspricht.

Die neue Magnetspeicher-Technik von IBM im Labor-Einsatz. Bild: IBM

Um diese enorme Kapazitätserhöhung zu erreichen, kommt zudem eine verbesserte Schreibkopftechnologie zum Einsatz, mit der auf dem Datenband zur Speicherung der Daten feinere Barium-Ferrit-Partikel als bisher genutzt werden können. Auch die Steuertechnik wurde optimiert und ermöglicht durch die nanometergenaue Positionierung des Lese- und Schreibkopfes laut IBM eine bis zu 27-mal höhere Spurdichte als auf aktuellen LTO6-Bändern.

Für IBM ist bei diesem neuen Kapazitäts-Rekord aber noch lange nicht Schluss, so soll IBM Research derzeit bereits an Datenband-Technologie arbeiten, mit der „Speicherdichten von weit über 85,9 Milliarden Bits pro Quadratzoll“ möglich werden. Damit, so Evangelos Eleftheriou, IBM Fellow am IBM Forschungszentrum in Rüschlikon, seien Datenbänder neben ihrem Einsatz in Langzeitarchiven „wie geschaffen für Big Data. Die Technologie bietet eine hohe Speicherkapazität mit geringem Platzverbrauch und arbeitet zudem über Jahre hinweg zuverlässig.“

Schematische Darstellung des Aufbaus der neuartigen Magentspeicherbänder von Sony mit „Softmagnetic Underlayer“. Bild: Sony

Die gemeinsame Forschung mit Fujifilm an Fortschritten in der Datenband-Technologie geht bereits auf das Jahr 2002 zurück und richtet sich vor allem auf die verbesserte Nutzung von zweifach beschichteten Barium-Ferrit-Magnetbändern.

Aber nicht nur IBM und Fujifilm arbeiten an der Weiterentwicklung klassischer Magnetspeicherbänder, auch Sony konnte vor kurzem neue Erfolge mit der alten Technik feiern und kommt dabei sogar auf noch höhere Werte als IBM. Aufgrund einer eigens entwickelten Unterschicht zwischen Polymer-Film und magnetischer Schicht, aufgetragen durch sogenannte Sputterdeposition, erreicht Sony Laborwerte von bis zu 185 Terabyte Daten auf einem Datenband bei einer Speicherdichte von 148 Gigabits pro Quadratzoll.

Bis Datenbänder mit so enorm großen Storage-Kapazität für den produktiven Einsatz zur Verfügung stehen dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Bisher erreichen IBM und Sony die angegebenen Werte nur in Labor-Umgebungen.

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Tape-Backup

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close