HGST präsentiert Active Archive Platform

Neben Helium-Drives, NVMe-SSDs und Server-Flash-Cluster stellt HGST seine Active Archive Platform vor und will mehr als nur Komponenten-Anbieter sein.

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Um im Speichermarkt nun auch mit großen Herstellern konkurrieren zu können und sich nicht nur als Komponentenhersteller zu positionieren, bringt HGST nun mit der Active Archive Platform auch eine Systemlösung auf den Markt. Diese soll eine hochdichte Speicher-Plattform für Daten bieten, die zwar längerfristig aufbewahrt werden müssen, aber dennoch im steten Zugriff stehen. 

Als Einsatzgebiete sieht HGST Online-Archive beispielsweise von Medienfirmen oder Bibliotheken sowie medizinische oder Forschungseinrichtungen, die ihre Daten analytisch auswerten wollen. Sehr viele technische Details stehen derzeit nicht zur Verfügung, da die Plattform erst im nächsten Jahr vorhanden sein wird. Es sollen aber bis zu zehn Petabyte an Speicherkapazität in ein Standard-Rack passen, das allerdings bis zu fünf Mal weniger Strom verbrauchen soll als herkömmliche Disk-Systeme dieser Größe – je nach Konfiguration, versteht sich.

Um die hohe Speicherdichte zu erreichen, wird der Hersteller seine hochkapazitiven Medien mit Shingled Magnetic Recording (SMR) oder mit Helium-Technologie einsetzen. Mit im Boot, um diese Lösung zu konzipieren, sind die Partner Avere und Amplidata. Die Entwicklung selbst unterliegt HGST, das Blech stellen die Partner zur Verfügung. Da im Bereich Archivierung auch das Thema Objekt-Storage immer mehr Beachtung findet, sieht HGST auch für sich Potential in diesem Bereich, machte aber keine Angaben zu einem möglichen Lösungsangebot. Die Active-Archive-Lösung wird von HGST angeboten werden.

Hoch-kapazitive Drives mit neuen Technologien erobern den Markt

Obwohl HGST auch eine luftgefüllte 6-TByte-Festplatte auf den Markt geworfen hat, betont Ulrich Hansen, Vice President Product Marketing bei HGST, dass dies wohl das letzte Medium ist, das mit dieser Technologie ausgeliefert wird. Vielmehr sieht der Hersteller größeres Potential in den aufkommenden Technologien HelioSeal und Shingled Magnetic Recording (SMR), da sich damit höhere Kapazitäten im gleichen Formfaktor erreichen lassen.

Das Helium verhindert die Vibrationen des Platters, wodurch sich mehr Daten enger schreiben lassen. Darüber hinaus lässt sich der Lese-Schreibkopf damit stabiler und genauer positionieren. Insgesamt sorgt dies für höhere Speicherdichte und geringere Stromabnahme. Derzeit sieht Hansen Laser-Platten (HAMR) noch nicht im Aufwind, da hier die Kühlung noch zu aufwendig und komplex ist. Aus diesem Grund investiert das Unternehmen verstärkt in die Helium-Technologie, weil diese zukunftstauglicher und kosteneffizienter ist.

Das zeigt sich zum Beispiel auch bei den vorgestellten 8-TByte großen HelioSeal-Medien Ultrastar He8, die 33 Prozent mehr Kapazität bei 23 Prozent geringerer Stromabnahme gegenüber luftgefüllten Platten bieten. Darüber hinaus benötigen diese Platten weniger Kühlungsaufwand. HGST-Kunde Netflix setzt diese Medien bereits erfolgreich ein und spart damit 90 Watt pro Appliance (zahlreiche Server mit je 36 Drives).

Genauso wie die Ultrastar He8, kombiniert auch die erste 10-TByte-Helium-Festplatte aus dem Hause HGST Helium- und SMR-Technologie. Bei der SMR-Methode werden die Daten schindelartig, auf sich überlappende Tracks geschrieben. Die Tracks sind dabei breiter als die herkömmlicher Aufzeichnungsarten. Angeblich gibt es keinerlei Read-Penalty bei diesem Verfahren: Es können bis zu 16 Streams gleichzeitig und bei voller Geschwindigkeit (7.200 rpm) geschrieben werden. 

Man erwartet, dass diese Technologie bis zu drei Billionen bits pro Quadratzoll festhalten kann. Das Medium wird derzeit ausgesuchten Kunden und Partnern zur Evaluierung und Zertifizierung zur Verfügung gestellt, die Markteinführung ist für Mitte 2015 geplant. Laut Anbieter weist die Platte mit zwei Millionen MTBF eine Lebensdauer der Enterprise-Klasse auf.

Generell versucht der Hersteller seine Helium-Produkte zum gleichen Preis-Leistungsverhältnis wie herkömmliche Platten anzubieten, auch hier abhängig von den Gesamtkapazitätsanforderungen. Laut Herstellerangaben machen die Helium-Platten rund zehn bis 15 Prozent des Gesamtgeschäfts aus. Allerdings weiß HGST auch, dass bei diesen hohen Kapazitäten ein traditioneller Ansatz nicht mehr ausreicht, um die erforderliche Ausfallsicherheit zu gewährleisten. 

Vielmehr meint Michael Gustafson, SVP & GM Flash Platforms bei HGST, dass ein Software-getriebener Sicherungsansatz mit mehr Spiegelungen und Redundanzen hier Einsatz finden muss. Hier sind effizientere Lösungen gefragt wie zum Beispiel der Rebuild Assist, der schnellere Wiederherstellungen erlaubt, da nur die wirklich beschädigten Sektoren repariert werden.

Server-Flash-Cluster und NVMe-fähige PCIe-SSDs

Mit Virident Space 2.0 bietet HGST eine serverseitige Flash-Cluster-Lösung mit Datenvolumen-Management-Software an. Diese ermöglicht es, die Flash-Ressourcen mehrerer Server und PCIe-Gerät zu bündeln und zu verteilen. Insgesamt lassen sich bis zu 128 Server und 16 PCIe-Speichergeräte zu einem Pool von bis zu 38 TByte zusammenfassen. 

Der Cluster ist mittels Spiegelung für Hochverfügbarkeitsszenarien ausgelegt. Damit sollen verteilte Storage-Anwendungen wie Oracle RAC oder dem Global File System von Red Hat genauso auf die Sprünge helfen wie MySQL-Umgebungen. Laut HGST verwenden Unternehmen mit HyperScale- oder Rechenzentren-Architekturen derzeit diese Lösung.

Darüber hinaus zeigt der Hersteller mit Ultrastar SN100 eine NVMe-fähige PCIe-SSD-Serie, die eine leistungsstarke, zuverlässige und flexible Flash-Lösung bieten soll. Sie ist als HH-HL-Add-in-Karte und im herkömmlichen 2,5-Zoll-Format erhältlich und offeriert 1,6 und 3,2 TByte. Das Unternehmen sieht eindeutige Wachstumschancen mit NVMe. Die Technologie – auch wenn Sie derzeit noch Kapazitätsprobleme aufweist – wird sich oberhalb der NAND-Lösungen positionieren und quasi einen neuen Speicher-Tier darstellen.

Fazit: Weg vom Image des Komponenten-Kumpel

Zwar verdeutlicht HGST mit den neuen Festplatten und SSDs wieder seine Position als Trend setzender Komponentenanbieter, zeigt aber gleichzeitig mit Virident und vor allem Active Archive, wo ihre Ambitionen liegen. Es ist offensichtlich ganz schick, zukunftstaugliche Technologien zu entwickeln und auf den Weg zu bringen, aber noch schicker ist es eben nicht nur Teile, sondern Komplettlösungen bieten zu können. Das gilt zumindest dann, wenn es darum geht, die Umsatzzahlen und Marktanteile zu vergrößern.

Michael Gustafson bringt es auf den Punkt: „Daten sind die Währung der heutigen Wirtschaft.“

Michael Gustafson bringt es auf den Punkt: „Daten sind die Währung der heutigen Wirtschaft“, sagt er. Und wer mehr Daten vereinen und verwalten kann, der erreicht eben auch mehr Marktdurchdringung und entsprechende Umsatzzahlen. Das Geschäft mit SSDs kommt gerade erst in Fahrt und auch wenn sich hier die Kapazitäten auch Stück für Stück vergrößern, die Petabyte- und Exabyte-Potentiale liegen nach wie vor im herkömmlichen Festplatten-Bereich. Hier will HGST mit Active Archive nicht nur die eigenen hochkapazitiven Platten etablieren, sondern selbst als Wissensträger für Software-getriebene Speicherlösungen sein. 

Die Komponente an sich ist schön, das große Ganze natürlich schöner. Das Feindbild ist auch klar umrissen: Mit Active Archive wendet sich der Hersteller ganz klar an die Unternehmen, die massive Datenmengen vorhalten und zugreifbar machen müssen, aber nicht gewillt sind, Preise und Service-Verträge mit EMC, NetApp, IBM oder HDS zu akzeptieren. Dabei könnten die Erfahrungen im komponenten-Segment sowohl für als auch wider HGST sprechen. Zum einen verfügen sie über eine hohe Expertise bei den Medien und entsprechenden Technologien, zum anderen fehlt es aber an Marketing- und Sales-Erfahrungen, wenn es um die Vermarktung kompletter Speicherlösungen geht. Hier müssen dann wohl Partner und OEMs mit zu Rate gezogen werden.

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