Violin Memory: All-Flash ist mehr als nur ein Kostenfaktor

Flash bringt eine neue Ökonomie ins Rechenzentrum. Violin betont, dass ihre Lösungen das Preisverhältnis offerieren, Disk-Systeme abzulösen.

Noch Ende 2013, kurz nach dem Börsengang, kämpfte Violin Memory an mehreren Brandherden: der IPO verlief weit unter Erwartung, Produkte waren nicht auf dem neuesten Stand und wettbewerbsfähig genug und zudem verließ fast die gesamte Geschäftsleitung das Unternehmen. 

Handlungsbedarf war dringend notwendig. Spätestens als Kevin DeNuccio den Posten des CEO bei Violin übernahm, war klar, dass nur drastische Änderungen und eine Neuausrichtung das Geschäft wieder auf die Bahn bringen könnten. Seitdem sind neun Monate vergangen und es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen. 

In einem Interview mit searchstorage.de spricht Kevin DeNuccio nicht nur über die Unternehmensfortschritte, sondern auch über große Veränderung in den Rechenzentren dieser Welt und somit auch im Storage-Markt.

Neun Monate sind vergangen und es scheint, Violin Memory ist wieder in ruhigeren oder stabileren Fahrwassern. Das Produktportfolio ist aufgeräumt und sehr fokussiert, die Zahlen sprechen für eine Wende. Was war nötig, um einen positiven Turn-around zu erreichen?

DeNuccio: Meine Strategie fokussierte auf vier Säulen: das Management, die Finanzen, unsere Produktlinie und die Go-to-Market-Strategie. 

Unsere Kasse ist gut gefüllt und wir rechnen damit, bis Ende 2015 profitabel zu sein.

Vieles hatte einfach damit zu tun, das Team wieder auf seine Stärken zu fokussieren bzw. ein Team zu bilden, dass diese Stärken vorantreibt. 

Gerade beim Management kam es mir darauf an, ein wirklich starkes, wenn nicht das stärkste Team des Marktes zusammenzustellen. 

Mit Neuzugängen etablierter IT-Experten wie Eric Herzog (CMO and SVP Alliances), Tom Mitchell (SVP Global Field Operations), Ebrahim Abbasi (SVP Operations) oder Steve Dalton (SVP Engineering) haben wir extrem fokussierte und motivierte IT-Fachkräfte, die durch ihre Erfahrung einen wichtigen Anteil am erneuten Erfolg von Violin haben.

Der IPO verlief nicht gut und die Finanzen sahen auch nicht rosig aus. Wie ist die Situation heute?

DeNuccio: Der Börsengang mag vielleicht verfrüht gewesen sein, bringt uns aber doch Vorteile. So haben wir beispielsweise in nur zwei Investitionsrunden 120 Millionen US-Dollar an Investitionsgeldern zusammenbringen können. Das ist im Markt eher ungewöhnlich und spricht für das Vertrauen, dass uns die Aktionäre entgegenbringen. 

Des Weiteren konnten wir den Verlust pro Aktie von 63 US-Cent auf 21 US-Cent senken. Unsere Cash-Kasse ist gut gefüllt und wir rechnen damit, bis Ende 2015 profitabel zu sein, nicht zuletzt weil wir vorsichtig investieren und expandieren.

Um das zu erreichen, haben Sie sich auf ihre Kernkompetenz der Arrays besonnen und das Kartengeschäft verkauft. Wie positionieren Sie ihre Produkte am Markt?

DeNuccio: Wir glauben, dass wir die einzigen wirklichen Tier-1-Anbieter im All-Flash-Bereich sind und zwar zu einem Preispunkt, der durchaus mit herkömmlichen Enterprise-Disk-Arrays mithalten kann. Dazu muss man allerdings die neue Ökonomie des Flash verstehen.

Unsere Lösungen beginnen bei unter 100.000 US-Dollar und sind mit allen anderen Violin-Modellen kompatibel und gemeinsam zu nutzen. Das bringt nicht nur flexible Skalierbarkeit, sondern wirkliche Flexibilität in punkto Workloads. 

Wir verstehen uns weniger als nur Wettbewerber zu SolidFire oder Pure Storage, die jeweils eher bestimmte Bereiche wie VDI oder Cloud bedienen. Vielmehr präsentieren wir effiziente Alternativen zu den VMAXen dieser Welt. Mit unseren Lösungen wird ein Ablösen dieser Monolithen machbar, preislich und strategisch.

Nun sind All-Flash-Arrays noch immer nicht günstig. Was macht die Violin-Systeme aus, dass sie im Disk-Bereich wildern können?

DeNuccio: Zunächst einmal muss der Anwender oder CTO/CFO vom Standpunkt „Flash ist einfach nur teuer“ weg. Im Enterprise-Storage-Umfeld war oder ist es eben üblich die Kosten nach Kapazität pro Preis abzurechnen, – sprich, wieviel GByte ich pro Euro erhalte. 

Im Flash-Bereich ist dies eher eine Milchmädchenrechnung und auch die Betrachtung IOPS/Euro geht nicht immer auf. Vielmehr sollte der Administrator seine Ausgaben nach Transaktion pro Euro betrachten, denn dann hat er nicht nur die Anschaffungskosten, sondern die Betriebskosten sowie den Anwendungs-spezifischen Nutzen in der Gesamtrechnung. 

Mit unseren Systemen bieten wie umfassende Funktionen, hohe Skalierbarkeit und hohe Performance, was uns zur Alternative zu Enterprise-Storage macht. Ein Grund, warum wir das können, ist ganz einfach der, dass wie die SSD nicht über-provisionieren müssen. Unsere Systeme nutzen prozentual mehr Speicherplatz der SSD als andere, was unseren Preispunkt so attraktiv macht. Wichtig ist letztlich der CAPEX, also die Ausgaben über einen längeren Zeitraum betrachtet.

Wie sieht so eine „neue Ökonomie“ des Rechenzentrums mit Flash aus? Können Sie hier Beispiele angeben?

DeNuccio: Einige unserer Kunden bzw. dortige Installationen zeigen sehr eindrücklich, dass eine Violin-All-Flash-Lösung Mehrwert bringt. 

Wir arbeiten nicht nur mit großen Firmen zusammen, sondern sind auch an regionalen Partnern interessiert.

Ein Telekom-Provider nutzt unsere Lösung, um seinen Kunden bedarfsgerecht und schnellstmöglich bei der Verlängerung bzw. Erneuerung ihrer Pre-Paid-Karten zur Seite zu stehen. Zuvor war dies nicht möglich. 

Durch den Einsatz der Violin-Flash-Systeme konnte der Provider nicht nur zügiger reagieren, sondern 140 Millionen US-Dollar mehr einnehmen. Selbst eine größere Installation unserer Systeme kostet nur einen Bruchteil dessen. 

Andere Kunden konsolidieren mit Erfolg ihre IT-Umgebung, so zum Beispiel Freescale, die ihre Workstation eliminieren konnten oder auch Juniper. 

Hier zeigt sich der Nutzwert von Violin-Systemen: sie bieten eine Standard-Infrastruktur, die verschiedene Workloads auf LUN-Ebene verteilen und abarbeiten kann und somit den CAPEX senkt.

Wie sehen die Pläne für Violin Memory hinsichtlich Marktposition, Entwicklung, Sales-Teams und Partnern aus?

DeNuccio: Nachdem sich unsere Situation doch erheblich beruhigt und bereinigt hat, erwarte ich, dass wir unsere Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Dazu gehört zum einen eine Gewinnvorhersage, die ich zunächst ausgesetzt habe. Aber unsere Zahlen erholen sich sehr schnell und für diese Maßnahme gibt es keinen Grund mehr. 

Ein weiterer Faktor für Erfolg ist unser Entwicklungs-Team, das aus etwa 130 Ingenieuren besteht und jährlich mit 45-50 Millionen US-Dollar unterstützt wird. Um besonders flexibel zu sein, arbeiten unsere Entwickler nahezu in einer Zeitzone bzw. mit nur geringen zeitlichen Unterschieden. 

Natürlich investieren wir aber auch in Erweiterungen unseres Sales-Teams, unter anderem in Deutschland. Hier werden innerhalb der nächsten zwölf Monate Neuzugänge zu verzeichnen sein. 

Besonders wichtig ist uns zudem der Channel. Wir konzentrieren uns ganz deutlich auf weniger, dafür aber hochqualifizierte Partner, die Speicher und vor allem Flash-Speicher verstehen. Dabei arbeiten wir aber nicht nur mit großen Firmen wie Fujitsu, Dell, Microsoft oder SAP zusammen, sondern sind insbesondere auch an regionalen Partnern interessiert, die die nötige Expertise in Sachen Flash mitbringen. 

Generell kann man sagen, dass Violin Memory in den kommenden Monaten von sich hören lassen wird, sei es auf Produkt-Ebene oder aus dem Unternehmensbereich.

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