Zadara bietet Storage als On-Premise-as-a-Service-Modell

Mit On-Premise-as-a-Service will Zadara den Storage-Markt erneuern. Die technische Basis ist die Virtual Private Storage Array-Technologie.

Das israelische Start-up-Unternehmen Zadara Storage will den Speichermarkt aufmischen und präsentiert dafür nicht nur seine unified Lösung Virtual Private Storage Array (VPSA) für Cloud-Installationen, sondern auch ein neues Konzept: On-Premise-as-a-Service (OPaaS). 

Bei OPaaS geht es darum, den Kunden die Nutzung ihrer Storage-Ressourcen zu vereinfachen und weniger Kosten dafür aufzuwenden. Noam Shendar, Vice President Business Development bei Zadara, fasst es so zusammen: „Aus unserer Sicht ist es für Anwender wenig sinnvoll, immer mehr Speicher zu kaufen. Vielmehr geht es darum, Ressourcen optimal zu nutzen. Mit unserer OPaaS-Lösung wollen wir IT-Verantwortlichen genau diese Flexibilität geben, gepaart mit optimaler Kostenkontrolle und wenig Administrationsaufwand.“

Virtual Private Storage Array als technische Basis

Die Virtual Private Storage Arrays sind x86 dual-Controller-Nodes, die sowohl Block- (iSCSI) als auch File-Protokolle (CIFS, NFS) bedienen und somit SAN- und NAS-Konfigurationen umsetzen. Die vier Höheneinheiten (4U) großen Nodes fassen insgesamt 36 Medien, 24 vorne und 12 auf der Rückseite. 

Es ist für Anwender wenig sinnvoll, immer mehr Speicher zu kaufen. Vielmehr geht es darum, Ressourcen optimal zu nutzen. 

Noam Shendar, Vice President Business Development, Zadara

Als Medientypen lassen sich 200-GByte-SSDs sowie 600-GByte-SAS- und 5-TByte-SATA-Festplatten einsetzen. Die maximale Kapazität einer Node liegt bei 180 TByte. Über 10-Gbit/s-Links kann der Anwender seine VPSA-Umgebung skalieren. Laut Hersteller lassen sich bis zu mehr als 200 Nodes zusammenfassen. 

Allerdings ist die Skalierbarkeit nicht einseitig, sondern lässt sich elastisch sowohl nach oben als auch nach unten durchführen. Dass heißt, der Administrator kann zu Zeiten, in denen er hohe Workloads bedienen muss, Ressourcen aufstocken. Sollte er sie danach nicht mehr benötigen, kann er sie wieder „zurückbauen“. 

Dies kann auf Stundenbasis passieren, zum Beispiel für Testzwecke, für die ad-hoc mehr CPU- oder Flash-Leistung erforderlich wird. Die Server sind Standard-Systeme von Supermicro, die Medien sind in der Regel aus dem Hause Toshiba. 

Die Mindestkonfiguration besteht aus drei Nodes und obwohl der EDV-Manager seinen RAID-Schutz frei wählen kann, empfiehlt der Anbieter hier RAID 10. Jede VPSA kann ihre eigene Konfiguration an CPU, Memory und Speicherkapazität in bis zu drei Tiers angelegt bekommen.

Das Herz der Lösung ist die Software, die umfassende Funktionen zum Daten- und Systemschutz bietet. Dazu gehören unter anderem Snapshots und Clones, Thin Provisioning, Hochverfügbarkeit an verteilten Standorten oder Disaster Recovery. Die Datenverschlüsselung erfolgt „at rest“ oder „in-flight“. Asynchrone Replikation sowie Remote Mirroring zählen auch zum Funktionsumfang.

On-Premise-as-a-Service für Unternehmen und Cloud Provider

Womit Zadara eigentlich die Speicherwelt revolutionieren oder doch zumindest zum Umdenken zwingen möchte, ist das Konzept On-Premise-as-aService. Dieses soll vor allem große Unternehmen mit Cloud-Vorhaben sowie Cloud Provider überzeugen. 

Eine Mindestkonfiguration einer OPaaS-Lösung umfasst zwei 48-Port 10-Gbit/s-Switches, ein 48-Port 1-Gbit/s-Switch, eine Firewall, zwei x86-Server sowie insgesamt 72 Medien, wobei ein Mix aus SSDs, SAS- und SATA-Platten zum Einsatz kommt. Obwohl es hier eine vorkonfigurierte Mischung an Drives gibt, kann der Anwender auch eine individuelle Auswahl treffen. 

Darüber hinaus gehören Kabel und Bedienungsanleitung zum Lieferumfang. Anschluss an die Cloud erfolgt durch die Verbindung zu einem Cloud-Service. Hier unterstützt der Hersteller derzeit AWS, KVH, Equinix, CoreSite, Azure und andere. Um hier keine Latenzen entstehen zu lassen, implementierte Zadara die eigenen Ressourcen in Millisekunden-Entfernung zum jeweiligen Dienstleister, beispielsweise direkt an den Standorten von Amazon. In Europa hat das Unternehmen unter anderem Standorte in Dublin, London, Zürich, Amsterdam und Nottingham, Frankfurt soll in Kürze folgen.

Einmal installiert, wird diese Lösung von Zadara-Mitarbeitern rund um die Uhr betreut – also überwacht, gewartet, aktualisiert und bei Bedarf ausgetauscht. Sollten die Ressourcen zu 70 Prozent ausgenutzt sein, so liefert Zadara eine weitere Node – oder mehr, je nachdem, was im Vertrag vereinbart wurde. 

Migrationen bei Systemwechsel entfallen laut Anbieter. Vielmehr werden Systeme unterbrechungsfrei bei einem Generationswechsel von Zadara ausgetauscht. Letztlich funktioniert das Konzept als eine Art Leasing, da die Lösung selbst dem Hersteller gehört. Dieser ist allerdings eben nur für diese verantwortlich. Was in die Cloud verschoben wird, wie Backups gestaltet und Disaster Recoverys umgesetzt werden, obliegt natürlich weiterhin dem jeweiligen Anwender.

Stundengenaue Abrechnung als Killer-Argument für Provider

Eines der wohl überzeugendsten Argumente ist die Abrechnungsgenauigkeit der Lösung. Nicht nur die Skalierung kann bedarfsgenau und ich Echtzeit umgesetzt werden, sondern ebenso deren Abrechnung bis hin auf Medienebene. 

So kann der Administrator beispielweise für IOPS-intensive Testzwecke für acht Stunden SSDs fürs Caching hinzubuchen. Das kostet ihn 0,12 US-Dollar die Stunde, wird aber haargenau von Zeitpunkt X bis Zeitpunkt Y berechnet. Für SAS-Ressourcen werden zwischen 0,15 und 0,18 US-Dollar fällig.

Auch bei einer Erweiterung der On-Premise-Hardware wird nur bedarfsgerecht abgerechnet. Liefert das Unternehmen wie oben beschrieben eine neue Node an und der Anwender nutzt aber zunächst nur drei Festplatten, so werden diese auch nur berechnet. 

Ein solch granulares Abrechnungsmodell ist nicht nur für Provider, sondern natürlich auch für große Unternehmen mit variierenden Cloud-Ambitionen attraktiv, da diese operativen Kosten berechenbar und überschaubar bleiben.

Kommentar: Im Wettbewerb auf vielen Ebenen

Zadara Storage ist ein junges und sehr ambitioniertes Start-up, das 2011 gegründet wurde und in der kurzen Zeit insgesamt 20 Millionen US-Dollar an Investitionsgelder für sich gewinnen konnte. Mit dem VPSA und dem OPaaS-Konzept schafft es das Unternehmen, gleichermaßen alteingesessenen Platzhirschen sowie jüngeren Firmen auf die Füße zu treten. 

Das Unternehmen schafft es, gleichermaßen alteingesessenen Platzhirschen sowie jüngeren Firmen auf die Füße zu treten.

Das VPSA ist direkte Konkurrenz zu anderen hybriden Lösungen wie von Tegile, Tintr oder Nimble Storage. Der Cloud-Ansatz dürfte Wettbewerbern wie NetApp oder EMC in die Parade grätschen, noch dazu mit dem oben beschriebenen Preis-Konzept.

Zwar steht Zadara noch am Anfang, kann aber bereits einige interessante Partner und Kunden für sich verbuchen. Zu den Partnern gehören unter anderem IBM, Microsoft, Amazon Web Services, Huawei oder Red Hat. Zu den Kunden zählen zum Beispiel die ESA, die lern-Plattform Echo360 oder RightBrain Networks.

Allerdings gibt es auch noch Potential, dass sich ausschöpfen ließe. So verfügt die Lösung von Zadara derzeit nicht über Deduplizierung und/oder Kompression, was für Cloud-Storage bzw. die Datenübertragung in die Cloud immer wichtiger wird. Ebenso wäre der Objekt-basierte Speichereinsatz eine interessante Erweiterung des Cloud-Portfolios. Auf jeden Fall scheint das Unternehmen einen spannenden Ansatz gefunden zu haben, der sich in einer IT-Welt, die nach Flexibilität, Kosteneffizienz und Leistung schreit, seine Marktposition erobern könnte.

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