NetApp kauft Riverbed’s SteelStore für Cloud-Backup und -Archive

Um optimal integrierte Backup- und Archiv-Services in der Cloud bieten zu können, kauft und nutzt NetApp SteelStore-Technologie von Riverbed.

Bereits Ende Oktober kündigte NetApp an, die SteelStore-Technologie von Riverbed für 80 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Einen Monat später auf der hauseigenen Messe NetApp Insight stellte das Unternehmen nun ein entsprechendes Lösungsangebot vor, dass Kunden die Option gibt, die eigene Data-Protection-Implementierung in die Cloud zu erweitern und dabei die volle Kontrolle über die Daten zu behalten. 

Gemeinsam mit der Lösung NetApp Cloud ONTAP will das Unternehmen damit seine Markt-Strategie für hybride Clouds erweitern und stärken. Beide Lösungen offeriert der Hersteller als Enterprise-Class Cloud-Storage bzw. Cloud-Services.

NetApp SteelStore Appliance

Die NetApp SteelStore 3030 V3.2 Appliance gibt es in zwei Varianten, Backup Mode und Archival Mode. Das Cloud-integrierte Storage soll Backup und Archivierung über private und public Clouds hinweg realisieren. Die Backup-Variante verfügt über Controller und Disk-Einheiten (Shelves), das Archival-Modell enthält nur den Controller. 

Der Controller fasst zwölf 4-TByte-Laufwerke und ist zwei Höheneinheiten groß (2U). An Memory verfügt die Controller-Einheit über 96 bis zu 192 GByte an Kapazität. Redundante Stromversorgungen sollen einen Stromausfall absichern. Die Shelves sind ebenso groß und fassen auch zwölf 4-TByte-Drives.

Die Backup-Appliance kann bis zu fünf zusätzliche Platteneinheiten unterstützen. Die nutzbare Disk-Cache-Kapazität der Appliance liegt bei 32 TByte, und lässt sich im auf bis zu 192 TByte skalieren. Die Cloud-Speicherkapazität ist 160 TByte groß und kann auf 960 TByte erweitert werden. 

An logischen Daten lassen sich bis zu 28,8 PByte pro Appliance in der Cloud mit dieser Lösung ablegen, wobei zunächst 5,6 PByte logischer Informationen lokal abgelegt werden können. Die Archiv-Appliance verfügt ebenso über eine Diks-Cache-Kapazität von 32 TByte, wobei dies aber die maximale Ausbaustufe ist. 

Dafür lässt sich die Cloud-Storage-Kapazität auf  bis zu zehn PByte aufstocken. Netzwerkanschluss finden beide Modelle über zwei 1-Gbit/s-Ethernet-Anschlüsse, optional stehen vier dieser Interfaces oder zwei 10-Gbit/s-Schnittstellen zur Wahl. Die Daten werden für beide Appliances mit RAID 6 abgesichert.

Die SteelStore-Appliances nutzen Inline-Deduplizierung sowie Kompression und kommen so, laut Herstellerangaben, auf eine Reduktionsrate von 30:1, was die Datenmengen, die in die Cloud transportiert werden, minimiert. Darüber hinaus sorgt eine WAN-Optimierung für bessere Transferzeiten. Um Anwendern größtmögliche Flexibilität zu geben, unterstützt die Lösung herkömmliche Backup-Anwendungen. Dazu gehören:

  • NetApp SnapProtect
  • ArcServe
  • CommVault Simpana
  • EMC Networker
  • Dell vRanger
  • HP Data Protector
  • IBM Tivoli
  • Storage Manager (TSM)
  • Microsoft SQL
  • Oracle RMAN
  • Symantec NetBackup
  • Symantec Backup Exec
  • Veeam

Für die Datensicherheit verwenden die Appliances 256-bit-Verschlüsselung für Data-at-rest sowie Standard SSL- oder IPSEC-Verschlüsselung für Data-in-flight. Darüber hinaus kann der IT-Verantwortliche rollenbasierte Zugriffskontrollen und die Integration in TACACS und RADIUS nutzen. 

Für bessere RTOs lassen sich Daten schneller über den lokalen Cache wiederherstellen. Der RPO wird dadurch optimiert, dass der Administrator Daten sofort auslagern kann. Das verspricht einen besseren RPO als mit ausgelagerten Bändern, da diese Sicherungen meist älter sind als das jüngste Backup, welches sich mit der Appliance sofort in die Cloud transferieren lässt. Um auch bei der Cloud-Auswahl den Kunden eine große Auswahl zu geben, unterstützen die Appliances zahlreiche Cloud-Provider:

  • NetApp StorageGrid Webscale
  • Amazon (Glacier und S3)
  • AT&T Synaptic Storage as a Service
  • Caringo Cloud Builder
  • Cleversafe
  • Cloudian Cloud Builder
  • Dunkel Cloud
  • EMC Atmos
  • OpenStack Plattformen
  • Evault LTS2
  • Google Cloud
  • IBM Softlayer
  • Rackspace
  • Savvis
  • Swisscom
  • Telefonica
  • Telus
  • Verizon Terremark
  • Windows Azure

Mit der Auswahlvielfalt sowohl bei den Providern als auch bei der Backup-Software will NetApp den Anwendern die Option geben, einen Vendor-Lock-in zu vermeiden. Dafür unterstützt die SteelStore-Lösung zusätzlich zu NetApp-Storage auch Speicher anderer Hersteller. Die SteelStore AMIs werden im ersten Quartal 2015 verfügbar sein, die Cloud-integrierte Lösung ist über NetApp und Partner bereits erhältlich.

Mit NetApp Cloud ONTAP in die Amazon Cloud

NetApps Cloud ONTAP ist reine Software-Appliance und basiert auf dem Speicher-Betriebssystem Data ONTAP des Herstellers. Dieses ist bei dieser Lösung sowohl beim Kunden als auch in der Cloud installiert, wodurch sich die Funktionalitäten nahtlos in der Cloud nutzen und die Daten entsprechend simpel verwalten lassen. 

Die Installation und das Management von Cloud ONTAP erfolgen über den OnCommand Cloud Manager. Dieser operiert als virtuelle Maschine auf Amazon EC2-Compute-Instanzen und verwaltet die Amazon-EBS-Speicher-Ressourcen. Damit können EDV-Verantwortliche eine virtuelle Speicherlösung direkt auf Amazon-Ressourcen aufbauen. Als physische Basis am eigenen Standort kommen die FAS-Systeme sowie die E-Serie des Herstellers zum Einsatz. Die Funktionen der Cloud-Lösung (basierend auf Clusered Data ONTAP) umfassen:

  • Multi-Protokoll-Support (CIFS, NFS, iSCSI)
  • Snapshots
  • Flexclone Volumes
  • FlexVols
  • Thin Provisioning
  • Deduplizierung
  • Kompression
  • SnapMirror
  • SnapVault
  • SVM

Der OnCommand Cloud Manager stellt die zentrale Verwaltungsschnittstelle dar, über die sich die einzelnen Cloud-Instanzen direkt in der AWS-Cloud erstellen und managen lassen. Mithilfe des Managers wird Cloud ONTAP konfiguriert. Darüber hinaus kann der Administrator die AWS-Ressourcen hinsichtlich der Kosten überwachen.

NetApp bietet zwei Preismodelle an: ein Pay-as-you-go-Modell und ein Abonnement. Pay-as-you-go wird auf Stundenbasis direkt über den Amazon-Account abgerechnet, während das Abo eine sechsmonatige Lizenz des Herstellers ist, die auf der Cloud-ONTAP-Instanz installiert ist. Die Lösung lässt sich von zwei auf 50 TByte erweitern, wobei bei über zehn TByte ein Abonnement zwingend wird. Die Lösung ist über AWS Marketplace erhältlich.

Für NetApp erweitern sich vor allem mit SteelStore die Marktchancen im Cloud-Bereich, da das Unternehmen mehr Spielraum für die Kunden bieten kann. Mit Cloud ONTAP ist derzeit nur eine Einbindung in die Amazon-Cloud möglich und auch bei der Hardware ist der Anbieter mehr oder weniger an die eigenen Systeme gebunden, damit es zu einer nahtlosen Integration kommen kann.

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