VMware vSAN 6 bringt Flash-Tier und größere Cluster

VMware verspricht mit den neuen Versionen von Virtual SAN und Virtual Volumes eine neue Generation SDS mit mehr Performance und Flexibilität.

Mit Virtual SAN 6 (vSAN 6) sowie vSphere Virtual Volumes (VVOL) verspricht VMware eine neue Generation an Software-defined Storage der Enterprise-Klasse, der mehr Performance, Flexibilität und Funktionen bringen soll.

Besonders betont das Unternehmen, dass sich vSAN nun einfacher handhaben lässt, performanter arbeitet und größere Cluster zulässt. vSphere Virtual Volumes bietet umfangreiche Storage-Integration, so dass Arrays von Drittanbietern direkten Zugang auf virtuelle Maschinen erhalten. VMware möchte mit diesen Lösungen den Markt des Software-defined Data Center nachhaltig mitbestimmen.

VMware vSAN 6: Storage-Plattform für vSphere

Virtual SAN wurde Anfang 2014 im Markt eingeführt und zuvor in umfangreichen Betatests auf Herz und Nieren geprüft. Die Software bündelt Storage-Ressourcen und stellt sie vSphere-Hosts zu Verfügung. Die neue Version bietet laut Hersteller die doppelt so hohe Skalierbarkeit und das 4,5fache an Performance im Vergleich zur Vorgängerversion. Eigentlich handelt es sich hier streng genommen um vSAN 2, da der Anbieter es aber als Storage-Plattform für vSphere propagiert, reiht sich der Versionsname hier ein, um den Schulterschluss zu verdeutlichen.

Die erste Version von vSAN war eine reine Hybrid-Lösung aus SSDs und Festplatten. vSAN 6 lässt sich nun auch als reine zweistufige All-Flash-Architektur einsetzen oder als Hybrid-Konfiguration. In einer hybriden Installation wird Flash als Caching-Tier verwendet und Daten auf Disk gespeichert werden. Die All-Flash-Nodes bieten zwei Tiers. Der erste Tier kann PCIe- oder ULLtraDIMM-Flash sein, der jegliche Schreib-Prozesse abarbeitet. Der zweite Tier besteht aus SSDs, wobei vSAN Medien mit bis zu vier Terabyte unterstützt.

Durch die All-Flash-Architektur lassen sich laut Herstellerangaben bis zu 90.000 IOPS pro Host und bis zu sieben Millionen IOPS pro Cluster erreichen. Latenzzeiten liegen demnaach bei unter einer Millisekunde. Dafür hat VMware nun auch die Größe der Cluster verdoppelt und kann nun 64 Knoten clustern. Pro Cluster kann der Anwender bis zu 6.400 virtuelle Maschinen betreiben (200 pro Host) und eine Speicherkapazität von bis zu acht Petabyte in einem Cluster bündeln.

Mit vSAN 6 führt der Hersteller hier nun auch Snapshots ein: 32 Snapshots pro virtuelle Maschine und 45 Snapshots pro Tag lassen sich anlegen. Diese Funktionalität ist dem neuen integrierten File-System zu verdanken, dass VMware mit der Akquisition von Virsto 2013 übernommen hat.

Die neue vSAN-Version verfügt über eine so genannte Rack-Erkennung, die es möglich macht, Objekte virtueller Maschinen über Server-Racks hinweg für bessere Fehlertoleranz zu verteilen und somit Rack-Ausfälle abzusichern. Darüber hinaus unterstützt vSAN nun Direct-attached-JBODs, wodurch es auch auf Blade-Servern laufen kann.

Noch nicht in EVO:RAIL, kein Dedupe, keine Kompression

Bereits nach der Einführung der ersten vSAN-Version gab es viele Stimmen, die sagten, es sei nicht Enterprise-tauglich. Zunächst wurde es auch nur als Option für VDI-Umgebungen und Test- und Entwicklungsabteilungen positioniert. vSAN 6 scheint Enterprise-fähig, denn der Hersteller will dediziert geschäftskritische Applikationen damit bedienen.

Allerdings fehlen noch immer einige Funktionen wie zum Beispiel Deduplizierung oder Kompression, die Konkurrenten wie Nutanix oder SimpliVity bereits anbieten. Datenreduzierung ist ein Punkt, den Anwender bereits bei der Betaversion anfragten. Obwohl es dies noch nicht in vSAN 6 gibt, so beteuert VMware, dass diese Funktion definitiv auf der Roadmap steht. Darüber hinaus ist vSAN noch nicht als Teil von EVO:RAIL für hyper-konvergente Architekturen zu haben, soll aber Mitte 2015 für EVO:RAIL-Konfigurationen verfügbar sein.

VMware vSphere Virtual Volumes: Software-defined Storage

Mit vSphere Virtual Volumes können nun Storage-Arrays direkten Zugriff auf virtuelle Maschinen erhalten. Die Storage-Hardware muss dafür die entsprechenden vStorage APIs for Storage Awareness unterstützen. Dies erlaubt die Integration zwischen Storage und vSphere auf VM-Ebene. Damit kann das jeweilige Array Kapazitäten und Storage-Services dynamisch an virtuelle Maschinen verteilen. VMware verfolgt hiermit sein Ziel, eine anwendungsorientierte, richtlinienbasierte Automatisierung über heterogenen Speicher hinweg anbieten zu können

Fünf Speicherhersteller waren an der Entwicklung der vVOLs beteiligt: Dell, EMC, HP, IBM und NetApp. Die ersten Produkte für vVOLs werden noch im ersten Halbjahr 2015 erwartet. Vertrieben werden sie über Partner wie Atlantis Computing, Dell, Fujitsu, HP, Hitachi Data Systems, IBM, NetApp, NEC, NexGen Storage, Symantec und Tintri.

Neben den oben genannten Partnern nehmen weitere 29 Storage-Partner an dem Programm teil mit dem Ziel, eigene Storage-Produkte auf den Markt zu bringen, die VMware vSphere Virtual Volumes-affin sind: darunter CommVault, NEC, Nimble Storage und SolidFire.

Preis und Verfügbarkeit

VMware Virtusal SAN 6 und VMware vSphere Virtual Volumes werden voraussichtlich im ersten Quartal 2015 erhältlich sein. VMware Virtual SAN kostet 2.495 US-Dollar pro CPU. VMware Virtual SAN für Desktop schlägt mit 50 US-Dollar pro User zu Buche. Die All-Flash-Architektur ist als Add-on von VMware Virtual SAN 6 erhältlich und kostet 1.495 US-Dollar pro CPU und 30 US-Dollar pro Desktop. VMware vSphere Virtual Volumes wird als Feature in der VMware vSphere Standard Edition und darüber hinaus sowie in den VMware vSphere ROBO Editionen bereitstehen.

 

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