Rapidshare: Geplatzte Cloud-Träume

Kunden des Online-Dienstleisters haben bis zum 31. März Zeit, ihre Daten anderweitig zu sichern; danach werden alle Konten automatisch gelöscht.

Dass nicht alle Wolken-Träume und Cloud-Konzepte aufgehen, musste ausgerechnet einer der Pioniere unter den Cloud-Storage-Anbietern am eigenen Geschäft erfahren: Rapidshare muss nach knapp 11 Jahren File-Hosting und Online-Services die Pforten schließen und alle Server vom Netz nehmen. Von den ehemals 60 Mitarbeitern und einem geschätzten Umsatz von fünf Millionen Euro im Monat (Stand 2010) ist nicht viel übrig geblieben. Angeblich soll zuletzt nur noch ein Mitarbeiter das Geschäft geführt haben.

Dabei hatte der Cloud-Anbieter vielversprechend als File-Hosting-Dienstleister gestartet. Das Schweizer Unternehmen bot seinen Kunden ein Online-Portal, wo sie Dateien hochladen und speichern konnten. Über einen Link ließen sich die Daten wieder herunterladen. Zu seinen besten Zeiten konnte Rapidshare 160 Millionen hochgeladene Dateien und 42 Millionen tägliche Besucher verzeichnen. Im Jahr 2011 verfügte der Cloud-Storage-Provider nach eigenen Angaben über zehn Petabyte Festplattenkapazität.

Neues Geschäftsmodell hielt dem Wettbewerbsdruck nicht stand

Nachdem es Vorwürfe hinsichtlich der Urheber- und Verwertungsrechte der gespeicherten Daten gab und Wettbewerber Megaupload geschlossen wurde, versuchte das Unternehmen sein Geschäftsmodell zu ändern. Das war allerdings zu spät, denn 2013 hatten bereits zahlreiche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, anderen wurde die Kündigung angeboten.

Zudem waren nun auch andere IT-Hersteller mit starken Cloud-Konzepten auf den Markt getreten. Nicht nur Amazon, Dropbox oder die Telekom, sondern auch Firmen wie Seagate, IBM oder EMC offerieren zahlreiche unterschiedliche Cloud-Services. So konnte der Strategie-Wechsel von Rapidshare nicht mehr überzeugen, geschweige denn das Geschäft retten.

Ende März wird gelöscht

Für Kunden des Schweizer Service-Providers wird die Zeit knapp. Am 31.3.2015 ist endgültig Schluss mit Online-Storage. Anwender, die bis dahin ihre Daten nicht in eine andere Cloud oder bei sich daheim gesichert haben, verlieren alle ihre Informationen. Nach dem 31.3. will Rapidshare automatisch alle verbliebenen Accounts und Daten löschen. Da es allerdings wie erwähnt zahlreiche Dienste zur Auswahl gibt, sollte es kein Problem sein, seine digitalen Informationen in einer anderen Cloud zu parken.

 

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