IBM macht Riesenschritt hin zu Software-defined mit Flash und XIV

IBM startet ein umfassendes Re-Branding seiner Produkte und zeigt zugleich SDS-Lösung Spectrum, zu dem Software-XIV und Flash-Systeme gehören.

Um seine Kunden bei der Transformation in Richtung „Dritte Plattform“ zu helfen, startet IBM seine eigene Transformation mit neuen Produkten und einer Re-Branding/Re-Positionierung-Aktion. Dabei macht Big Blue auch einen Riesenschritt in Richtung Software-defined Storage und erklärt zudem weiteres Engagement in Sachen Hardware.

Dafür stellt der Hersteller neue Produkte der FlashSystem-Serie vor, ebenso sein Software-defined Storage-Framework Spectrum sowie eine aufpolierte XIV und eine Software-basierte XIV.

All-Flash-Arrays FlashSystem 900 und V9000

Bei den neuen FlashSystem-Modellen hat IBM vor allem die Kapazitäten verbessert. In den gleichen Gehäusen der Modellbrüder 840 und V840 lassen sich nun weitaus mehr Daten speichern. Dafür werden im FlashSystem 900 nun statt eMLC MLC-NAND-Medien von Micron verbaut. Somit kann der Anwender nun 57,72 TByte in einer Einheit nutzen, das FlashSystem 840 bietet hier nur 41,23 TByte. Ebenso erlaubt das neue System eine flexiblere Modularität. Gab es beim 840 bislang nur ein vier TByte großes Flash-Modul, so kann der Administrator beim 900-System aus Modulen mit einem, zwei, 2,9 oder 5,7 TByte wählen. Bei den IOPS hat sich nichts geändert und die Performance liegt auch hier bei 1,1 Millionen IOPS lesend und 600.000 IOPS schreibend. Bei der Bandbreite sind kleinere Verbesserungen zu verzeichnen: 10 GByte/s lesend (beim 840 sind es 8 GByte/s) und 4,5 GByte/s schreibend (entgegen 4 GByte/s).

Das FlashSystem V9000 wird schon wie das V840 mit dem hauseigenen SVC gepaart, um Storage-Management und -Services zu gewährleisten. Auch hier wurde die Kapazität erhöht: Statt 320 TByte bietet das V9000 456 TByte an internem Speicher, der sich bis auf 2,2 PByte nutzbarer Kapazität skalieren lässt (mit Datenreduktion). Über das GUI werden alle Module als ein System angesprochen. Insgesamt lassen sich bis zu 2,5 Millionen IOPS erreichen. Neben einer VDI-Lizenz von Atlantis Computing gehören die Funktionen Echtzeit-Kompression, dynamisches Tiering, Thin Provisioing, Snapshots, Cloning, Replikation, Copy-Services und Hochverfügbarkeitskonfigurationen.

IBM will mit den neuen Flash-Systemen herkömmliche Enterprise-Systeme mit Festplatten ablösen und All-Flash als neues Tier 1 etablieren.

Neue XIV und Software-basierte XIV

Bei der Hardware-Plattform XIV gab es einige Neuerungen wie den Support von 6-TByte-Drives und Flash-Cache-Erweiterung auf 12 TByte. Pro System stehen nun 485 TByte Speicher zur Verfügung. Der Hersteller gibt an, auch bei den hoch-kapazitiven Platten aufgrund der XIV-Technologie weniger als eine Stunde für den Rebuild einer Festplatte zu benötigen. Des Weiteren lassen sich nun bis zu 144 XIV-Systeme verwalten und ein 3-Site-Disaster-Recovery einrichten. Multi-Tenancy, Quality of Service (QoS) sowie optimierte Cloud-Integration und Consistency Groups über mehrere Systeme verteilt gehören auch zum Leistungsumfang.

Für die Multi-Tenancy lassen sich in der XIV bis zu 120 logische Domains mit eigener Domain-Verwaltung aufsetzen und Performance-SLAs pro Datenpool festlegen. Dem entsprechend lassen sich Workloads sicher isolieren und zuweisen. Für die Cloud-Integration bietet das System nun vSphere 6.0 mit VMware vVol (mit Reclaim Space), VASA 2.0, PowerVC für einfachere Host-Provisionierung sowie SMI-S 1.6 Integration in MS-Umgebungen. Das System wurde zudem für SAP HANA zertifiziert.

Das mag wenig spektakulär anmuten, dafür ist die Ankündigung einer XIV-Software-Appliance umso revolutionärer für IBM und ein großer Schritt in Richtung Software-defined Storage und Software-defined Data Center. Das GUI ist bei Hardware und Software das gleiche und macht somit einen Mix aus Hardware-, Software- oder Cloud-XIV möglich.

IBM stellt die Software innerhalb seines SDS-Frameworks Spectrum als Spectrum Accelerate vor. Sie läuft auf Standard-x86-Hardware mit VMware und lokalen Disks und bietet die gesamte Funktionspalette der Hardware-Appliance. Skalierung erfolgt über Hinzufügen weiterer Server. Eine Inbetriebnahme lässt sich laut Hersteller in weniger als einem Tag realisieren, was das Aufsetzen von „ad-hoc“-Projekten vereinfachen soll.

Big Blue investiert eine Milliarde Dollar in SDS

Spectrum heißt nun das große Software-defined Projekt bei IBM, in das in den kommenden Jahren nicht weniger als eine Milliarde Dollar fließen soll. Das Framework umfasst die Produktgruppen Spectrum Accelerate, Virtualized, Scale und Archive. Unter Accelerate findet der Anwender die Software-Version der XIV, hinter Virtualised verbirgt sich der SVC, der ältere Hardware in SDS überführen soll, Scale umfasst Elastic Storage (alles unter GPFS) und Archive enthält die Produkte mit dem LTFS Tape File System.

Für die Kontrollebene gibt es Spectrum Control und Spectrum Protect, zu denen mehrere Produkte gehören. Wir nehmen an, dass es sich unter anderem um den Tivoli Storage Manager und/oder FlashCopy bei Protect handeln wird. Bei Control handelt es sich um SmartCloud Virtual Storage Centre handeln.

Die Transformation zur Transformation

IBM unternimmt nun extreme Anstrengungen, das Ruder in Sachen Storage zu seinen Gunsten herumzureißen. Mit den neuen Flash-Angeboten will Big Blue vor allem Platzhirschen in Sachen Enterprise-Festplatten-Storage wie EMC, HDS und HP wichtige Marktanteile im Tier-1-Storage-Segment wegnehmen. Ähnliches verfolgt auch Violin Memory mit seiner neuen All-Flash-Storage-Plattform.

Unter den neuen Produkten sticht natürlich die Spectrum-Palette hervor, mit der IBM einen Rundumschlag in Sachen Software-defined umsetzen will. Waren die Ansätze zu SDS und SDDC zunächst nur vage erkennbar, so macht Big Blue es jetzt sehr deutlich, dass sie hier den Ton angeben wollen. Ob Anwender eher auf Ein-Produkt-für-alles oder eher die diversifizierte Produktpalette anspringen, wird der Markt noch zeigen müssen. IBM zeigt allerdings jetzt schon, dass man hier mitspielen will – und zwar ganz vorn.

Dafür scheut der IT-Riese auch eine Neu-Positionierung seiner Produkte nicht. Die XIV-Plattformen und die FlashSysteme werden hier ganz klar als Enterprise-Storage positioniert. Die einst so umjubelte DS8000-Serie soll nun für den Mainframe als Flaggschiffspeicher vertreiben werden.

Die Rechnung könnte aufgehen, allerdings hängt vieles vom richtigen Preis und der Agilität des Anbieters ab. Flash im Primärspeicherumfeld ist noch relativ neu und kommt mit entsprechenden Funktionen sicher in Kürze in Fahrt.

IBM sah die Notwendigkeit für diese Neuaufstellung, da die Digitalisierung aller Branchen neue Konzepte erfordert, auch für IT-Anbieter. Der Hersteller geht davon aus, dass bis 2020 alle Neuinvestitionen in die dritte Plattform gehen. Und um hier ein großes Stück des Marktkuchens zu erhalten, muss man innovative Lösungen an den Markt bzw. Anwender bringen. Spectrum und das Re-Branding sind für IBM ein wichtiger Schritt, hier mit dem Wettbewerb nicht nur Schritt zu halten, sondern eventuell auch eine Nasenlänge voraus zu sein.

 

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