Greg Blomberg - Fotolia

Neues SC-Storage und hyper-converged XC-Array von Dell

Dell verstärkt sein Enterprise-Angebot mit neuem SC-Array, günstigem All-Flash und hyper-converged Lösungen, was mehr Konkurrenz zu EMC bedeutet.

Dell will sich verstärkt im Enterprise-Segment positionieren und bringt dafür neue Lösungen sowohl für traditionelle Storage-Fans und innovative Speicherinteressierte auf den Markt. Das neue Enterprise-System der SC-Serie (ehemals Compellent) sowie die hyper-konvergente Web-Scale-Lösung XC konkurrieren aber nun dummerweise mit EMCs VNX-Systemen und der ScaleIO-Lösungen. Es dürfte interessant werden, wie bei einem möglichen Merger von Dell und EMC die Produktlinien weiterentwickelt werden.

Der traditionelle Weg: Das SC9000

Dell selbst betont, dass beim Storage zwei Ansätze bedient werden sollen: der evolutionäre und der revolutionäre. Das heißt, traditioneller Storage (evolutionärer) soll ebenso an den Kunden gebracht werden wie innovative (revolutionäre) Storage-Stacks.

Das SC9000 ist eine optimiert und vergrößerte Version des SC8000 und integriert zwei Dell-PowerEdge-Server der 13ten Generation mit zwei 8-Core Intel-Prozessoren mit 3,2 GHz. Die beiden Server-Nodes arbeiten im Aktiv/Aktiv-Modus. Damit erreicht das System soll mit bis zu 385.000 IOPS 40 Prozent mehr Performance garantieren als das 8000er-Modell. Das System unterstützt im Backend 12 Gbit/s. Netzwerkanbindung kann über Fibre Channel (16/8/4 Gbit/s) sowie über iSCSI und FCoE (10/1 Gbit/s) erfolgen.

Insgesamt lässt sich das Array auf drei Petabyte skalieren. Dafür können die Erweiterungsmodule SC400 mit zwölf 3,5-Zoll-Einschüben und SC420 mit 24 Festplattenplätzen im 2,5-Zoll-Format zum Einsatz kommen. Das SC9000 bietet bis zu 40 Erweiterungs-Ports im Backend.

Mit der neuen Softwareversion SCOS 6.7 gibt es nun weitere Enterprise-Funktionen wie Live Volume mit automatischem Failover, eine Application Protection Manager Suite, SED-Verschlüsselung von SSDs sowie eine Import-Option von PS-Serienmodellen. Die Importfunktion adressiert EqualLogic-Kunden, die einen einfachen Migrationspfad suchen. Hinzu kommen zudem eine Software Suite für IBM-AIX sowie das Azure Site Recovery. Darüber hinaus bietet die optimierte Software eine Kompressionsfunktion für All-Flash-Arrays, die bis zu 93 Prozent an Reduktion gewährleisten soll. Dell setzt hier mit einem Post-Processing-Ansatz an: Die Daten werden komprimiert, wenn sie von einem schreibintensiven Storage-Tier (SLC-SSD) an einen leseintensiven Tier transferiert werden. Für letztere Speicherebene unterstützt Dell nun auch TLC-Medien, deren Lebensdauer sich durch diese Methode verbessern lässt.

Der Hersteller gibt zudem an, mittels der Reduktionsverfahren den Preis pro Gigabyte auf 1,42 US-Dollar beziehungsweise auf 0.65 US-Dollar senken zu können.

Die revolutionäre Lösung: XC-Serie mit Nutanix

Mit der Version XC 2.2 erweitert der Anbieter seine hyper-konvergente SDS-Serie um die Nodes XC6320 sowie XC630-10F und XC6320-6F All-Flash. Die Systeme integrieren Server von Dell sowie die Software von Nutanix und basieren auf der aktuellen Prozessorversion Haswell Xeon E5 v3 von Intel.

Das XC6320 bietet mit vier Nodes bis zu 44 TByte auf zwei Höheneinheiten (2U). Jede Node verfügt über zwei Prozessoren, 64 bis 512 GByte Memory und sechs SSDs oder Festplatten im 2,5-Zoll-Format. Performance und Speicherkapazität können je nach Ausstattung stark variieren. So kann der Anwender zum Beispiel aus folgende CPUs wählen: E5-2620 v3, E5-2630 v3, E5-2650 v3, E5-2660 v3, E5-2680 v3, E5-2695 v3 und E5-2697 v3.

Bei den Speichermedien können 1-TByte- oder 2-TByte-HDDs oder SSDs mit 200/400/800 GByte sowie mit 1,6 TByte zum Einsatz kommen. Die All-Flash-Nodes gewährleisten so bis zu 9,6 TByte Speicherkapazität, die hybriden Einheiten bis zu 11,2 TByte. Die Komponenten sind im laufenden Betrieb austauschbar (hot-swap).

Die Nutanix-Software in der Version 4.1.2 unterstützt VMware ESXi, Hyper-V von Microsoft und die eigene KVM-Version Akropolis. Damit lassen sich Daten oder VMs von einem Hypervisor auf einen anderen replizieren.

Die hyper-konvergenten SDS-Systeme sollen vor allem Kunden mit typischen Geschäftsanwendungen adressieren wie beispielsweise SQL, Oracle, Exchange und SharePoint.

Mehr Storage – mehr Fragen

Nun ist es ganz klar, dass so kurz nach der Ankündigung der Übernahme von EMC das Unternehmen nicht gleich signifikante Produktänderungen vornimmt, sondern geplante Updates und Neuerungen wohl auch in den nächsten Monaten präsentieren wird. Business as Usual. Allerdings darf man schon gespannt sein, welche Produktlinien es ins gemeinsame EMC-Dell-Portfolio schaffen. Die neu angekündigten Produkte stehen auf jedem Fall in direkter Konkurrenz zur VNX-Serie und zu ScaleIO von EMC.

Im schlimmsten Falle könnte es dazu führen, dass Anwender zunächst abwarten und nicht gleich Neuinvestitionen wagen. Darüber hinaus muss sich erst zeigen, wie Enterprise-tauglich zum Beispiel 385k IOPS des SC9000 wirklich sind. Das VNX5200 beispielsweise wird mit 580k IOPS ausgewiesen.

Dells Lösungen sind eigentlich gut am Markt etabliert, haben aber durch die geschäftsstrategischen Pläne von Investmentfirmen und Geschäftsführern langfristig an zwei Fronten zu kämpfen. 

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Data-Center-Storage

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close