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Gerücht: Das steht auf Dells Verkaufsliste

Nachrichtendienst Reuters will erfahren haben, dass Dell eigene Firmensegmente verkaufen und so zehn Milliarden Dollar einnehmen will.

Die Übernahme von EMC kostet Michael Dell mehr als die sprichwörtlichen „einen Apfel und ein Ei“ und der Schuldenberg ist entsprechend groß. Allerdings will der Nachrichtendienst Reuters bereits erfahren haben (aus nicht genannten Quellen), welche Firmenbereiche von Dell dem Rotstift zum Opfer fallen und zum Verkauf angeboten werden sollen. Alles in allem will Dell damit rund zehn Milliarden US-Dollar einnehmen.

Verzichtbare Segmente unter dem Hammer

Um nun von dem rund 50-Milliarden-Dollar-Schuldenberg schneller herunter zu kommen, sollen angeblich unter anderem Quest Software, SonicWall, AppAssure und Perot Systems veräußert werden. Diese Firmenteile mögen bislang durchaus Umsatz eingebracht haben. Nach einem Merger mit EMC würden sie aber durchaus zweitrangig, wenn eben nicht verzichtbar werden.

Interessanterweise sind all die anvisierten Unternehmensbereiche selbst frühere Akquisitionen Dells. Quest Software, AppAssure und SonicWall wurden erst 2012 übernommen, Perot Systems schon im Jahr 2009. Quest kostete das Unternehmen 2,4 Milliarden US-Dollar, Perot Systems 3,9 Milliarden Dollar, die Investitionssummen für AppAssure und SonicWall wurden nicht bekannt.

Quest Software bietet modulare Lösungen im Security-Umfeld für die Bereiche Datenbankmanagement, Monitoring, Datenschutz, Arbeitsplatzverwaltung, Windows-Server-Verwaltung und Identitäts- und Zugriffsverwaltung an. Durch den Merger mit EMC wird das Produktportfolio mehr oder weniger überflüssig, weil es durch Lösungen von RSA und VMware völlig abgedeckt werden kann. Darüber hinaus verfügen EMC, RSA und VMware über die größere Marktabdeckung und Marketingkraft.

Im Falle von AppAssure sind die Redundanzen noch deutlicher. Im Bereich Backup, Recovery und Replikation gibt es wohl kaum etwas, was EMC nicht anbieten kann. Hier an redundanter Software festzuhalten wäre kaum sinnvoll.

Bei SonicWall gibt es zwar keine Redundanzen zum Sicherheitsportfolio von RSA, doch der Markt ist wahrscheinlich einfach zu klein und zu umkämpft, als dass er Dell wirklich nennenswerte Umsätze bringt. SonicWall bietet Sicherheitslösungen für Unified-Threat-Management beziehungsweise Netzwerke. Bei UTM beherrscht Fortinet deutlich den Markt und lässt seinen Marktbegleitern quasi nur die Hälfte des Marktpotenzials übrig, zweiter im Markt ist Checkpoint. Wahrscheinlich sind die Umsatzzahlen dieses Segments nicht ausschlaggebend für Dells Gesamtumsatz und erst recht nicht für eine EMC-Dell-Firma.

Mit Perot Systems holte sich Dell ein Service-Unternehmen für die Branchen Gesundheitswesen, Behörden, Produktion, Banken und Versicherung. Besonders gut aufgestellt ist diese Firma im Gesundheitsbereich. Auch hier verfügt EMC über eine solide Produktpalette und zahlreiche Services, so dass ein Verkauf von Perot Systems verschmerzbar respektive auffangbar wäre.

Nicht das Ende der Konsolidierung

Falls Dell wirklich diese Firmenteile veräußert, so ist dies sicher erst der erste Schritt einer massiven Unternehmenskonsolidierung. Dabei ist es mehr als denkbar, dass auch bei EMC-Teilen nicht halt gemacht wird. Noch immer wird über einen Verkauf VMwares spekuliert, der sicher einen erheblichen Teil der Schulden begleichen würde.

Der Rotstift wird dabei auch nicht nur bei Produkten angesetzt werden. Standortzusammenlegungen und Team-Bereinigungen stehen sicherlich genauso an, sollte der Merger wirklich bis spätestens Oktober 2016 abgeschlossen sein. Man darf gespannt sein, welche Produktlinien Dell letztlich zum Verkauf anbieten wird. Die hier genannten sind nachvollziehbar und wären keine wirkliche Überraschung. Wirklich spannend wird es, wenn es um die EMC-Anteile geht. Alles in allem könnte es dann so kommen, wie es ein englischer Kollege des The Register zusammenfasst: Falls der Merger wirklich zustande kommt, dann sind blutige und massive Einschnitte für eine Konsolidierung zu erwarten.

Das große Finale kommt also erst noch.

 

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