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Fujitsu Forum 2015: Ko-Innovation statt Innovation

Beim Fujitsu Forum 2015 stellte das Unternehmen neue Lösungen für den gesamten ICT-Bereich vor und muss gute Stimmung machen fürs kommende Jahr.

In ihrer Keynote zum Fujitsu Forum 2015 sprachen Tatsuya Tanaka President und Representative Director von Fujitsu, und Duncan Tait, Executive Vice President und Head EMEIA bei Fujitsu, über die technologischen Anforderungen, der sich die IT in Zukunft aufgrund wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen stellen muss. Allerdings verpassten sie dabei das Unternehmen als wirklich treibende Kraft im Innovationsspannungsfeld darzustellen. Vielmehr legten beide Sprecher großen Wert darauf, die Rolle ihrer strategischen und technologischen Partner hervorzuheben und somit mehr Fokus auf Ko-Innovationen zu legen. Zu den Partnern gehören unter anderem Intel und NetApp, mit denen Fujitus gemeinsame ICT-Lösungen anbietet.

Es scheint, dass Allianzen für den Konzern wichtig sind, um mit den bestehenden Marktumständen und Wettbewerbern Schritt halten zu können, was sich auch im Produktportfolio niederschlägt. Darüber hinaus war wie schon zuvor das Motto Human Centric Innovation das zentrale Thema der Keynote. Dabei geht es dem ICT-Anbieter darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die mithilfe von IT-Lösungen Herausforderungen in der Geschäftswelt und im gesellschaftlichen Leben meistern sollen.

Fujitsu will nicht weniger als seine Technologien einzusetzen, um neue Einblicke zu gewinnen und einen Mehrwert aus vorhandenen Informationen zu generieren. Es geht darum, Technologie auf eine Weise einzusetzen, die es den Menschen ermöglicht, ihre Aufgaben effizienter und besser denn je zu bewältigen. So die Theorie, die Umsetzung ist nur mit Partner zu schaffen – so die Message.

Storage-Updates bereits vor dem Forum präsentiert

Im Storage-Bereich hatte Fujitsu bereits vor dem Fujitsu Forum seine Neuheiten angekündigt. Dazu gehören die Cloud Backup as a Service (BaaS) Rapid Recovery Appliance sowie ein Update der ETERNUS CS800 und der CD10000.

Die Backup-Appliance offeriert Backup-as-a-Service, was hybride IT-Services in Unternehmen ermöglichen soll. Zudem sollen auch schnelle Restores (so zügig wie innerhalb eines LANs) umsetzbar sein. Die Lösung bietet End-to-End-Verschlüsselung, sowohl in-flight als auch Data-at-Rest. Fujitsu wird hier dem Trend gerecht, dass nun auch Unternehmen ausgewählte Daten, Anwendungen und Workloads in die Cloud verschieben beziehungsweise dort sichern, um bei einem Störungsfall wieder schnell und problemlos online sein zu können.

Die ETERNUS CS800 S6 Data Protection Appliance soll kleinen und mittelgroßen Unternehmen eine günstige Option für zuverlässige Backups und Restores geben. Ein System mit acht TByte Speicherkapazität ist für etwa 12.200 Euro zu haben. Auch bei der Ceph-basierten Software-defined Storage-Lösung CD10000 gab es ein Update. Hier sollen neue Nodes (Flex und Density) für mehr Funktionalität und Kosteneffizienz sorgen.

Update zur Situation um den Standort Paderborn

Im Interview äußerte sich Vera Schneevoigt, Senior Vice President Product Supply Operations Servce Platform bei Fujitsu, zur derzeitigen Lage und den Aussichten um den Standort Paderborn. Dieser soll Ende 2016 geschlossen werden, was zahlreiche Entlassungen zur Folge hat. Insgesamt bangen fast 600 Mitarbeiter um ihre Zukunft.

„Diese Entscheidung kann man nicht isoliert betrachten“, sagt Vera Schneevoigt. Vielmehr handelt es sich hier um eine globale, strategische Entscheidung, insgesamt Kapazitäten weltweit zu konsolidieren. Fujitsu möchte auf lange Sicht mehr an Service-orientierten Angeboten offerieren.“ Da in der deutschen Belegschaft die bevorstehende Schließung des Forschungszentrums für Verunsicherung sorgte, betont Managerin Schneevoigt, dass andere Standorte nicht zur Diskussion stehen. Augsburg habe eine wichtige Rolle für die Produktion, so Schneevoigt. Zudem soll das Werk auch anderen Branchen und Industrieunternehmen Ressourcen anbieten. Der Standort Sömmerda sei bereits eine Service-orientierte Lokation und ein Beispiel für eventuelle Entwicklungen innerhalb Fujitsu Deutschlands.

„Wir haben natürlich eine Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber, insbesondere nun den Paderbornern in ihrer Situation“, betont Schneevoigt. „Wir stecken gerade mit dem Betriebsrat die Eckpunkte ab und wollen so bald als möglich konkrete Vorschläge und Pläne unterbreiten. Wir wollen jeden Einzelnen perspektivisch unterstützen.“ Dabei sollen Mitarbeiter, die nicht intern eine andere Position einnehmen können auf unterschiedlichste Weise unterstützt werden. Es werde nach passenden Angeboten gesucht, aber auch weiterführende Qualifizierungen oder Unterstützung beim Übergang in die Freiberuflichkeit angeboten, erklärt Vera Schneevoigt. Ob für manche Mitarbeiter letzteres ein gangbarer und zukunftsweisender Weg ist, darf bezweifelt werden. Zwar macht das Unternehmen keine Angaben zum Altersdurchschnitt im Paderborner Standort, aber ein erklecklicher Teil der dortigen Angestellten ist über 50. Und selbst etwas Jüngeren, die in der Region bleiben wollen, dürfte der Neuanfang schwer fallen. Ebenso gab es keine Angaben, wie viele Mitarbeiter im Bereich Storage dort arbeiten.

Konsolidieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Wie manch anderes IT-Unternehmen auch, kämpft Fujitsu mit den sich rasch verändernden Marktbedingungen, anderem Kaufverhalten der Kunden und der umfassenden IT-Transformation. Der Druck ist offenbar stark genug, dass er zwei Sparprogramme in Folge rechtfertigt. Zwar bietet Fujitsu für viele IT-Bereiche – Security, Networking, Storage – passende Lösungen an, allerdings scheint dies nicht mehr ganz auszureichen.

Echte Innovationen sind gefordert, agile Strukturen und flexible Produkte. Da sind Ko-Innovationen und OEM-Produkte im Portfolio nicht überzeugend. Fujitsu muss nun erst recht fortschrittliche Dynamik beweisen, um am Markt mithalten zu können. Fujitsu ist nicht die einzige Firma, die den neuen Bedingungen gegenüber steht und Geschäftseinbußen hinnehmen musste, aber es scheint als ob diese lang etablierten Unternehmen es weitaus schwieriger haben, neue Lösungsangebote und auch intern optimierte Strukturen für den neuen Markt zu entwickeln.

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