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NetApps Absatzzahlen sinken weiter

Es ist das achte Quartal in Folge, in dem NetApps Absatzzahlen sinken. Das Wachstum zum Vorquartal reichte nicht für positive Jahresentwicklung.

Wie viele lang etablierte Hersteller kämpft auch NetApp um seine Marktposition und setzt vor allem auf Flash- und Cloud-Angebote. Trotzdem muss der Anbieter sinkende Absatzzahlen hinnehmen, wie der jüngste Finanzbericht zeigt. Demzufolge lag der Produktumsatz bei 815 Millionen US-Dollar und konnte um 23 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal gesteigert werden, fiel aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent. Der Gesamtumsatz wuchs um acht Prozent zum Vorquartal, allerdings hieß das ein Verlust von neun Prozent vom Vorjahresquartal. Der Verkauf an Flash-FAS-Systemen stieg um 246 Prozent und die verkauften Flash-Kapazitäten um 80 Prozent verglichen mit dem vorangegangenen Quartal (erstes Quartal 2016).

Die Zahlen in Kurzübersicht:

  • Nettoumsätze 2. Quartal 2016 lagen bei 1.45 Milliarden US-Dollar.
  • Jahresüberschuss (GAAP) waren 114 Millionen US-Dollar.
  • Jahresüberschuss im gleichen Zeitraum 2014 lag bei 160 Millionen US-Dollar.
  • Gewinn der Aktie fiel zum Vorjahr um zehn Cents, von 0,49 auf 0,39 US-Dollar.
  • Nicht-GAAP-Gewinn sank von 226 Millionen vom Vorjahreszeitraum auf 181 Millionen in Q2 2016.

Für das dritte Quartal blickt man verhalten positiv in die Zukunft und erwartet einen Nettoumsatz zwischen 1,40 und 1,50 Milliarden US-Dollar.

NetApp verstärkt Bemühungen um Flash- und Hybrid-Cloud-Angebote

Auch NetApp versucht mit neuen Angeboten die digitale Transformation in den Rechenzentren voranzutreiben. So bietet der Hersteller seine FAS-Systeme auch als All-Flash-Lösung an, wie zum Beispiel das AFF8080 EX, welche eine dreifache Performance im Vergleich zu festplattenbasierten Systemen erreichen sollen. Darüber hinaus offeriert NetApp seinen Kunden mit einem SupportEdge-Premium-Vertrag kostenlose All-Flash-FAS-Controller (bis Dezember 2015).

Bei den Cloud-Angeboten treibt der Hersteller vor allem die Hybride Cloud voran, unter anderem mit seinem Partner DARZ. Darüber hinaus ist das Unternehmen Cloud Platform Technology Partner und offeriert den OnCommandCloud Manager 2.0 sowie Integration mit Amazon Simple Storage Service (S3 Standard-IA). Ebenso wurden die OpenStack-Funktionalitäten erweitert, um Rechenzentren Cloud-ready zu machen.

Kommentar der Redaktion

NetApps Absatzzahlen zeigen einen Trend, mit dem die alteingesessenen Platzhirsche der Storage-Industrie seit einiger Zeit zu kämpfen haben: Der Markt traditioneller Storage-Lösungen schrumpft und im Bereich neuer Angebote wie Flash, hyper-converged oder Cloud bekommen sie mächtig Druck von agileren und flexibleren Startups, die eben keine Kompromisslösungen anbieten.

Seit 2011 gelang es NetApp nicht mehr, an seine Verkaufserfolge anzuknüpfen und bemüht sich nun den aufkommenden Trends der IT-Transformation gerecht zu werden. Da sich die herkömmlichen Standalone-Systeme nicht mehr wie früher an den Mann bringen lassen, müssen neue Technologien bedient werden. Dass dies aufgehen kann, zeigt sich in den steigenden Absatzzahlen für Flash-Systeme. Allerdings ist das Unternehmen auch auf diesem Markt nicht allein und ob sich ein gesundes, langanhaltendes Wachstum daraus kreieren lässt oder ob die Angebote anderer Hersteller sich hier eher durchsetzen, wird sich innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre zeigen.

NetApp muss also noch eine Menge tun, um den Negativtrend dauerhaft aufzuhalten und umzukehren. Vom Niedergang des traditionellen Storage-Markts war vor allem das Geschäft mit ONTAP 7 betroffen. Hier besserte NetApp mittlerweile nach und führte sein Clustered Data ONTAP, das langsam flächendeckend zum Einsatz kommt. Hier liegt die Wachstumsrate derzeit im zweistelligen Bereich.

Wie weit Flash- und Cloud-Angebote das Unternehmen tragen, wird an den nächsten Quartalszahlen abzulesen sein. Auch in wieweit das Partnergeschäft mit Cisco respektive dem FlexPod signifikant zum Geschäftserfolg beitragen kann, ist nicht gewiss. Fakt ist: Firmen wie EMC, HPE, Dell, Fujitsu, HDS und eben auch NetApp müssen sich für einen völlig neuen Markt rüsten, um ihre Positionierung zu verteidigen. Die digitale Transformation muss zuerst intern, bei den Herstellern passieren. Nur dann können agile Infrastrukturen und flexible Architekturen wirklich überzeugen. Und hier sind zahlreiche kleinere Unternehmen und Startups den großen Traditionsherstellern oft einen Schritt voraus.

 

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