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Geringe Latenzen bei effizienter Datenreduktion: IBM All-Flash A9000 und A9000R

IBM bringt drei neue All-Flash-Systeme auf den Markt, zwei davon erreichen sehr niedrige Latenzen bei vollem Funktionsumfang und Datenreduzierung.

Mit der Präsentation der drei neuen All-Flash-Systeme – FlashSystem A9000 und A9000R sowie der DS8888 – will IBM unterschiedliche Workloads und Einsatzszenarien bedienen: Cloud-Provider, Rechenzentrumsumgebungen und Big-Data-Anwendungen. Der Hersteller will vor allem mit geringen Latenzen und umfassenden Datenreduktions- und Managementfunktionen bei den Anwendern punkten. Big Blue sieht durch die steigende Akzeptanz von Cloud-Umgebungen, mehr Nachfrage an Analytics und weiterhin steigenden Datenmengen die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Art und Weise, wie Speicher genutzt wird.

Neue FlashSystem-Modelle: A9000/A9000R

So sind die beiden AFAs der FlashSysteme-Serie insbesondere für Cloud-Umgebungen konzipiert worden. Das A9000 und A9000R sind mehr oder weniger All-Flash-XIVs, was sich auch in der Managementkonsole zeigt. Sie enthalten die IBM FlashCore-Technologie mit eigenen Flash-Modulen (statt SSDs), lassen sich hoch skalieren und verfügen über Multi-Tenancy-Fähigkeite, Datenreduzierungstechnologien, Enterprise-Services und QoS. Die Cloud-Integration erfolgt über Microsoft, VMware, OpenStack, REST-API oder IBM Softlayer.

Das FlashSystem A9000 ist eine parallele Plattform, eine „set and forget“-Box, die vor allem Cloud-Service-Providern die Arbeit erleichtern soll. Sie ist vorintegriert und soll eine Zuverlässigkeit von 99,999 Prozent gewährleisten. Das System gibt es in drei Enclosure-Typen mit unterschiedlichen Kapazitäten, aber dem selben Leistungs- und Funktionsumfang. In den einzelnen drei Arrays sind jeweils 12 MicroLatency-Module verbaut, die entweder 1,2 TByte, 2,9 TByte oder 5,7 TByte pro Module bieten. Mittels einer Datenreduktion von bis zu 5,26:1 (Herstellerangabe) lassen sich so effektive Kapazitäten von 50, 150 oder 300 TByte pro System erreichen. Dabei erreicht das A9000 bis zu 500.000 IOPS bei einer Minimumlatenz von 250 Mikrosekunden. Diese Werte wurden bei laufender Datenreduzierung und bei einem Read/Write-Verhältnis von 70:30 gemessen.

Die acht Höheneinheiten große Einheit enthält immer drei Grid-Controller und eine Flash-Enclosure. Zu den Funktionen gehören unter anderem Security-at-Rest, Redirect-on-Write-Snapshots, synchrone und asynchrone Replikation sowie Deduplizierung, Komprimierung und Verschlüsselung. Für eine Skalierung lassen sich bis zu 144 A9000 zusammenschließen und über eine Konsole verwalten.

Im Gegensatz zur A9000-Box ist das A9000R eine Racklösung, die in der Mindestkonfiguration vier Grid-Controller und zwei Flash-Enclosures mit je 12 Flash-Modulen umfasst. In den Enclosures sind entweder 2,9-TByte oder 5,7-TByte-Flash-Module verbaut. Bis zu sechs Enclosures und 12 Controller lassen sich in ein Rack einsetzen. Dabei werden effektive Kapazitäten von mindestens 300/600 TByte bis hin zu maximal 900 TByte/1,8 PByte erreicht. Die Minimumlatenz liegt auch hier bei 250 Mikrosekunden, allerdings können bis zu zwei Millionen IOPS erreicht werden.

Intern fungieren InfiniBand-Switches als Verbindungsglied, Hosts werden über Fibre Channel oder iSCSI angeschlossen. Darüber hinaus nutzt das System RDMA für optimierten Durchsatz. Theoretisch ließen sich auch hier 144 Systeme miteinander verbinden und zentral verwalten, angesichts der Kapazitäten eines Racks wird dieser Fall wohl kaum eintreten. Das A9000R wird vom Hersteller als Tier-One-Enterprise-System positioniert, das selbstheilend und selbstoptimierend ist. Sollte es im System zu einer Störung kommen, werden die Daten automatisch verschoben. Das AFA verfügt über den gleichen Funktionsumfang wie das A9000. Hinzugefügt sein noch, dass der Hersteller seine Multi-Tenancy-Fähigkeit ohne Noisy-Neighbour-Syndrom umsetzen kann.

IBM räumt selbst ein, in diesem Segment etwas spät mit Deduplizierungs-Funktionen auf den Markt zu kommen. Grund dafür ist das Bestreben, die optimale Balance zwischen Performance und effizienter Datenreduzierung zu bieten, wobei der Fokus deutlich auf den Leistungswerten lag. Die Systeme nutzen Fixed-Block-Deduplizierung in 8K-Größe, können aber auch Hashes für 4K-Blöcke anlegen. Big Blue legte großen Wert darauf, Anwendern konsistente Performance bieten zu können, damit schnellere Fraud-Detections oder Analysen gewährleistet werden können.

Auch das Management-Interface basiert auf der XIV und soll eine einfachere Verwaltung selbst zahlreicher Systeme und hoher Kapazitäten ermöglichen. Eine Datenmigration von XIV auf die neuen FlashSystem-Modelle ist möglich, ebenso eine Replikation von einem A-System zu einer XIV (asynchrone Replikation). Die Systeme sind ab sofort erhältlich. Als Preis gibt IBM etwa 1,5 US-Dollar pro GByte an.

All-Flash für schnelle Geschäftsentscheidungen: DS8888

Das All-Flash-DS-Modell 8888 soll geschäftskritische Anwendungen, Echtzeitentscheidungen und kognitive Business-Strategien adressieren. Dafür bietet das vollständige Rack 16 High-Performance-Flash-Enclosures mit insgesamt 480 Flash-Karten. Das System verfügt über zwei redundante Power8-Controller und 96 Cores. Dabei erreicht es eine Gesamtkapazität von 192 TByte, bis zu 2,5 Millionen IOPS bei einer Minimumlatenz von unter einer Millisekunde. Das DS8888 unterstützt FC und FICON und bietet 128 Ports mit 16/8/4-Gbit/s-Technologie. Das System hat große Synergien mit den zServern und verfügt über eine Mainframe-optimierte Architektur. Der Hersteller verspricht eine Zuverlässigkeit von 99,9999 Prozent.

Zum Funktionsumfang gehören unter anderem flexible Replikationstechnologien (IBM FlashCopy, Metro Mirror, Global Mirror, Metro/Global Mirror, Global Copy & Multiple Target Peer-to-Peer Remote Copy), Selbstverschlüsselung der Flash-Drives, Thin Provisioning mit Space-Reclaiming und die Fähigkeit, Workloads zwischen Public- und Private-Cloud-Umgebungen zu verschieben. Dafür verfügt das System über RESTful und OpenStack-APIs. Zusätzlich werden Key Ineroperability Management Protocol (KMIP) und Syslog Protocol unterstützt. Das System wird erst Anfang Juni verfügbar sein.

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