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Dell und EMC schließen Fusion ab

Die Fusion von Dell und EMC ist abgeschlossen. Mitarbeiter und Partner sind optimistisch. Aber Arbeitsplatzverluste werden befürchtet.

EMC und Dell sind nun offiziell ein Unternehmen mit dem neuen Namen Dell Technologies, nachdem auch die chinesischen Behörden ihre Zustimmung erteilt haben. Zuletzt hatten noch einige Sammelklagen für Unruhe gesorgt. Der Enterprise Bereich firmiert künftig als Dell EMC. Die Produkte für Privatkunden laufen wie bisher unter dem Namen Dell.

Insgesamt wird das neue Unternehmen Dell Technologies bei einem Jahresumsatz von 74 Milliarden Dollar 140.000 Mitarbeiter beschäftigen. Es ist der größte IT-Anbieter im Privatbesitz.

Michael Dell hat sich den Erwerb des Storage-Riesen 67 Milliarden Dollar kosten lassen. Das ist die bisher größte Transaktion in der IT-Branche. Mittelbar kontrolliert Dell damit auch den Virtualisierungs-Anbieter VMware, an dem EMC 80 Prozent der Anteile hält.

EMC hat zuletzt im Juli 2016 Quartalszahlen gemeldet und dabei einen Quartalsumsatz von 6,0 Milliarden Dollar erzielt. Der Storage-Hersteller verfügt über Barreserven von 19,1 Milliarden Dollar.

VMware meldete am gleichen Tag einen Quartalsumsatz von 1,69 Milliarden Dollar, das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn betrug 265 Millionen Dollar (Vorjahr: 172 Millionen Dollar).  

Unter den Tochterunternehmen von EMC ist der Plattformanbieter Pivotal besonders erfolgreich. Neben EMC und VMware haben General Electric, Ford und Microsoft Anteile an Pivotal erworben. Der Unternehmenswert von Pivotal wird derzeit mit 2,8 Milliarden Dollar beziffert. Pivotal-Gründer Paul Maritz, der sich einige Zeit aus Gesundheitsgründen zurückgezogen hatte, ist mittlerweile wieder als Executive Chairman aktiv. Zur Unternehmensfamilie, zählen außerdem RSA, Secureworks und Virtustream sowie mittelbar VCE. VMware und die anderen Familienmitglieder sollen ihre Namen behalten und weiter unabhängig operieren.

Die EMC-Unternehmensführung spielt im neuen Gebilde eine wichtige Rolle. Der bisherige EMC-Chef David Goulden wird als President Dell EMC auch Leiter der neuen Dell EMC Infrastructure Solutions Group (ISG). EMC-Urgestein Joe Tucci zieht sich endgültig aus der Unternehmensführung zurück und wird nur noch beratend tätig sein.

Eine Neuerung gibt es beim Support: Der Dell EMC ProSupport One Service soll Unternehmenskunden dabei unterstützen, die Produkte von Dell und EMC gemeinsam einzusetzen. Die bisher im Wettbewerb stehenden Storage-Produkte sollen im kombinierten Dell EMC Midrange Portfolio zusammengefasst werden. Der Hersteller betont, er sei sowohl der EMC Unity Familie als auch der Dell SC Series (Compellent) zu 100 Prozent verpflichtet und die Zukunft beider Produktlinien sei gesichert.

Optimismus bei Mitarbeitern und Partnern

Alle Dell und EMC Mitarbeiter, mit denen TechTarget gesprochen hat, sind vom guten Gelingen der Fusion überzeugt. So sagt etwa Jaques Boschung, VP Europe West bei EMC: „Ich habe schon andere Fusionen erlebt und das lief nicht immer gut. Diesmal wird es anders. Es wird eine verbesserte Version des bisherigen.“

Auch deutsche EMC und Dell Partner sind guter Dinge. Marcus Kröger, Geschäftsführer des Oldenburger Systemhauses Brinova, kommentiert die Fusion: „Uns verbindet mit beiden eine gute Partnerschaft. Es ist sehr gut, dass Dell im Gegensatz zu anderen Herstellern an Hardware glaubt. Wir haben keine Ängste.“ Dr. Ilja Brezovac, Geschäftsstellenleiter Mitte beim Systemhaus SVA aus Wiesbaden, ergänzt: „Es ist eine ganz tolle Geschichte. Wir sind sowohl mit Dell als auch mit EMC eng verbunden und haben 2015 einen Award von EMC erhalten. Wir sehen große Synergien. Wir beziehen die Produkte von beiden Herstellern über den Distributor TIM und das funktioniert sehr gut. Wir freuen uns, dass das Geschäft nicht mehr quartalsgetrieben ist.“ Für die Partner von Dell und EMC ist der 1. Februar 2017 ein wichtiges Datum. Dann sollen die Partnerprogramme beider Unternehmen zusammengelegt werden.

Reibungsverluste wahrscheinlich

Aber dennoch wird es wahrscheinlich Reibungsverluste geben. So urteilt Roger Kay vom Marktforschungsinstitut  Endpoint: „Es ist unvermeidlich, dass es zu Arbeitsplatzverlusten kommt. Die Mitarbeiterzahl wird wohl nächstes Jahr nach unten gehen.“ Kay schätzt, dass 2.000 Positionen wegfallen, vor allem im administrativen Bereich. Insgesamt beschäftigt EMC etwa 50.000 Mitarbeiter. Bereits Anfang des Jahres hatte EMC eine Restrukturierung angekündigt und dafür 850 Millionen Dollar bereitgestellt, aber nicht gesagt, wie viele Stellen damals gestrichen wurden. Ein Detail nannte Goulden allerding: Im EMC-Hauptquartier in Hopkington arbeiten nun 9.000 Personen, das sind 700 weniger als im Vorjahr. Die Rating-Agentur Moody’s hat EMC nach dem Verkauf von A1 auf Ba2 heruntergestuft.

Dass Dell zum Sparen gezwungen ist, um seine Schuldenlast zu reduzieren, wurde bereits dadurch deutlich, dass die Software-Sparte von Dell (ehemals Quest und SonicWall) und der Services-Bereich (ehemals Perot Systems) verkauft wurden. SonicWall und Quest sind im Moment noch Teil von Dell, werden aber im November 2016 von einer Investorengruppe übernommen. Danach sollen SonicWall und Quest als getrennte Unternehmen agieren.

Im April 2016 hatte Dell den Cyber-Security-Bereich Secureworks an die Börse gebracht. Die Marktkapitalisierung von Secureworks liegt derzeit bei 1,16 Milliarden Dollar. Der Börsengang von SecureWorks wurde als Flop bewertet und der Aktienkurs liegt heute nur geringfügig über dem Ausgabekurs von 14 Dollar. SecureWorks hat im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2017 einen Umsatz von 103,7 Millionen Dollar erzielt. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 29,8 Prozent (GAAP).

 

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