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Die wichtigsten Trends in der Storage-Technologie im Jahr 2017

Im Jahr 2017 werden neue und bahnbrechende Technologien die Storage-Landschaft verändern. Neue Leistungsdimensionen können so erreicht werden.

Die Situation im Storage-Markt ist derzeit nicht erfreulich. Die Marktforscher von IDC berichteten Anfang Dezember über einen zweistelligen Umsatzrückgang in Deutschland, der alle größeren Hersteller betraf. Festplatten- und Hybrid-Arrays sind deutlich weniger gefragt. Zwar gibt es einen riesigen Zuwachs bei All-Flash-Systemen mit plus 76,4 Prozent, aber dies kann das Minus bei konventionellen Systemen nicht ausgleichen.

Die Hoffnungen ruhen nun auf neuen Technologien und Einsatzszenarien, um wieder Schwung in den Storage-Bereich zu bringen. Hier gibt es tatsächlich einige positive Anzeichen, auf die wir nun den Blick wenden wollen.

Scale-out NAS

Ein Trendthema ist sicherlich Scale-Out NAS. Dell EMC Isilon ist im Moment eindeutiger Marktführer, hat jedoch einige Schwächen, die eine All-Flash-Version 2017 beheben soll. Und sowohl etablierte Hersteller als auch Start-ups haben diese Schwächen erkannt und bringen eine ganze Phalanx an Isilon-Killern an den Start. So argumentiert etwa Quantum damit, das eigene Angebot koste bei vergleichbarer Leistung ein Viertel von Isilon.  

Lance Smith, CEO von Primary Data will bei Scale-Out-NAS EMC Isilon den Rang streitig machen. „Bei Isilon gehen 80 Prozent des Workloads durch einen einzigen Node. Wir können für eine bessere Verteilung sorgen und die Grenzen von Isilon aufheben mit einer Single-Tier-Architektur.“ Primary Data will Scale-Out für alle Workloads gewährleisten.

Benjamin Krebs, Area Manager Germany Scale-Out & Analytics bei Dell EMC, ist vor der neuen Konkurrenz aber nicht bange: „Wenn es so viele Herausforderer gibt, zeigt dies, dass wir etwas richtig machen.“

Objekt Storage  

Eine objektzentrierte, flache Architektur ist unbegrenzt skalierbar und kostengünstig. Objektspeicher liefert umfangreiche Metadaten für jedes Objekt oder jede Datei. Objektbasierter Storage hat eine hohe Aufnahmerate, da sich die Kapazität und die Rechenleistung in der Shared-Nothing-Architektur durch das Hinzufügen eines neuen Objektspeicher-Nodes erhöht. Objekt-Umgebungen können über die Cloud aktualisiert werden.

Marktforscher rechnen damit, dass Objekt-Storage bald bedeutender wird als traditionelle File- oder Block-Storage. 

Erasure Coding

Erasure Coding ist ein Verfahren, das Datensicherung ohne die Skalierungsprobleme von RAID-Systemen bietet. Erasure Coding (manchmal auch als Forward Error Correction bezeichnet) geht in ähnlicher Weise wie RAID vor, indem es zusätzliche redundante Daten als Sicherungsmethode verwendet. Die Daten in Objektspeicher-Systemen sind sehr langlebig, da sie modernes Erasure Coding (EC) nutzen.

Immer mehr Anbieter setzen Erasure Coding in ihren Systemen ein. Das norwegische Start-up MemoScale hat nun ein Erasure Coding PlugIn herausgebracht, das als optimiertes Library und Alternative zu Reed-Solomon den Coding-Prozess um mehr als das doppelte beschleunigt.

Cloud to Cloud Backup

Mit dem Erfolg von Office 365 und anderen SaaS-Lösungen (Software as a Service) steigt der Bedarf an Backups für Daten, die sich in der Cloud befinden. Microsoft, Salesforce und andere SaaS-Anbieter haben zwar eingebaute Backups, die aber unzureichend sind. So gibt es bei Microsoft und Salesforce etwa keinen Schutz gegen versehentliches Löschen durch den Anwender. Und das Wiederherstellen wird schnell sehr teuer. Salesforce verlangt zum Beispiel für ein Restore mindestens 10.000 Dollar.

Dedizierte Cloud-Backup-Lösungen sind also nicht nur wegen des größeren Funktionsumfangs, sondern auch aus Kostengründen vorzuziehen. Barracuda spielt hier eine Vorreiterrolle und hat sein Backup für Office 365 gut im Markt platziert. Dr. Wieland Alge, CEO / General Manager EMEA Barracuda Networks AG, berichtet: „Barracuda Essentials for Office 365 wird gut angenommen. Wie haben zum richtigen Zeitpunkt die Marktlücke erkannt.“ Barracuda Cloud-to-Cloud Backup für Microsoft Office 365 schützt Exchange Online Mailboxen, SharePoint Online sowie Dateien und Ordner in One Drive for Business. Die Software bietet mehrstufige Security, Backup, Archivierung und eDiscovery für Office 365.

Veeam Backup for Microsoft Office 365 ermöglicht das Backup von Office 365-E-Mails. Veeam Backup for Microsoft Office 365 ist in Veeam Backup & Replication integriert und ermöglicht somit auch Kunden mit E-Mail-Anwendungen in einer Hybrid Cloud eine Migration von Postfachdaten zwischen Office 365 und dem lokalen Exchange-System.

Acronis sichert mit seinen Backup- und Data Protection-Lösungen für Microsoft Azure VMs Backup in Microsoft Azure Storage, in der Acronis Cloud oder im lokalen Storage.

Auch andere Backup-Hersteller springen auf diesen Zug auf. Zu nennen sind hier etwa Asigra Cloud Backup, Datto Backupify und Dell EMC Spanning. Weitere Angebote sind in Kürze zu erwarten.

Storage-Experte Chris Evans rät Administratoren dazu, bei der Anschaffung von Cloud-to-Cloud-Backup-Lösungen dieselben Kriterien anzulegen wie bei traditionellem Backup. Insbesondere sollte getestet werden, wie es mit der Recovery Time und dem Recovery Point Objective aussieht.  

Container

Die Container-Technologie wird immer wichtiger für Storage. Container (Docker und Rocket) bringen Vorteile bei Data Protection, Datenportabilität und Platzverbrauch. Ursprünglich waren Container nur für Linux verfügbar, aber seit dem Start von Windows Server 2016 können Administratoren sie auch in der Microsoft-Welt benutzen, und zwar sowohl Docker als auch die Microsoft Runtime.

Container erweitern das Konzept der Virtualisierung. Nutzer können nicht nur Workloads, sondern auch das zugehörige Betriebssystem abstrahieren. Die Storage-Hersteller arbeiten an persistentem Speicher in Containern und die Unterstützung von stateless und stateful Containern ist bald zu erwarten. Zwar steht die Container-Technologie noch am Anfang und vor übertriebenen Erwartungen sei gewarnt, aber als Speicher für Mobile Apps und Analyse ist sie bereits geeignet.

Flash und Tape mit hoher Kapazität   

Die größten derzeit verfügbaren Flash-Laufwerke haben eine Kapazität von 15 TB. Aber Seagate hat bereits SSDs mit 60 TB angekündigt und will diese gemeinsam mit HPE in die Massenproduktion bringen. Samsung arbeitet an 32 TB SSDs, die auf 512 GB V-NAND Chips basieren. Beide Angebote sollen 2017 auf den Markt kommen.

Durch diese Hochleistungslaufwerke wird Flash auch für Szenarien interessant, die bisher Festplatten vorbehalten waren. Mittelfristig erwarten einige Analysten, dass Festplatten ganz verschwinden werden.

Nur Flash und Tape werden in Zukunft bei Storage dominieren, meint Ralf Colbus, Leading Storage Professional, Member of WW CTO Team IBM. „Festplatten werden verschwinden“, sagte Colbus im Gespräch mit Tech Target auf der Cloud Expo in Frankfurt am 23. November 2016. IBM setzt auf die Zukunft von Tape. Nur die Kombination Flash/Tape werde künftig die Zukunft bestimmen. Derzeit werden Bänder mit einer Kapazität von 220 TB im Labor getestet. Mittelfristig werden 300 bis 400 TB verfügbar sein.

„Tape punktet mit seiner guten Total Cost of Ownership (TCO) und bietet Vereinheitlichung, aus einer Hand“, so Colbus. Tapes können mit allen Storage-Produkten in der Cloud über Schnittstellen (APIs) verbunden werden. IBM nutzt dazu die Protokolle S3 (für Objekt Storage) und Swift.

NVMe

NVMe ist in SSD-Laufwerken bereits verbreitet. Künftig werden ganze Storage Arrays auf der NVMe-Technologie basieren und allmählich SCSI verdrängen. Die Analysten von IDC erwarten, dass NVMe-Arrays, auch bekannt als Rack-Scale-Flash, in den nächsten Jahren, einen kleinen, aber wachsenden Anteil am Storage-Markt haben werden. NVMe over Fabric wird zusätzliche Dynamik bringen. NVMe-oF nutzt ein Message-basiertes Modell zur Kommunikation zwischen Host und Storage Gerät. Mit alternativen Transportrouten über PCIe kann so die Verbindungsentfernung erhöht werden. 

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Tape und Flash gehört die Storage Zukunft - Festplatten werden verschwinden.

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