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NetApp plant den späten Einstieg in den Markt für Hyperkonvergenz

NetApp will im zweiten Anlauf im Markt für Hyperkonvergenz erfolgreich sein. Dies ist dem Hersteller bereits im All-Flash-Segment gelungen.

NetApp tritt spät in den Markt für hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) ein, plant aber, es besser zu machen als die Mitbewerber.

Nach den ermutigenden Verkaufszahlen für All-Flash-Arrays kündigte Thomas Kurian, NetApp CEO, eine Aufholjagd im HCI-Markt  an.

Er sagte, entsprechende Produkte würden im Mai bis Juli 2017 auf den Markt kommen. Allzu viele Details nannte er nicht, aber die Produkte sollen auf den Solidfire All-Flash-Systemen sowie der NetApp DataFabric aufbauen und On-Premise- und Cloud-Technologie verbinden. Auf der NetApp Insight Konferenz in Berlin im November 2016 hatte NetApp die Anfrage von TechTarget nach hyperkonvergenten Systemen noch verneint und gesagt, man wolle sich auf konvergente Systeme konzentrieren. Es wurden die Vorzüge der konvergenten Lösung Flexpod herausgestellt, die NetApp gemeinsam mit Cisco als Referenzarchitektur konzipiert hat.

Es ist nicht der erste Ausflug von NetApp in den HCI-Markt. 2014 hatte der Hersteller ein HCI-System gemeinsam mit VMware auf der Basis von EVO-Rail angekündigt. Dieses verschwand dann aber sang- und klanglos von der Bildfläche und seitdem war NetApp bei HCI nicht präsent.

NetApp lässt sich durch diesen Rückstand aber nicht ins Bockshorn jagen und will von den Schwächen der Wettbewerber profitieren. „Wir werden das tun, was die erste unausgereifte von HCI-Systemen nicht geschafft hat. Wir werden den Kunden ermöglichen, verschiedene Workloads laufen zu lassen, ohne Kompromisse bei Skalierbarkeit, Leistung oder Effektivität machen zu müssen,“ erklärte Kurian.

Im Unterschied zu den Konkurrenten will NetApp laut Kurian die erste vollständig Cloud-integrierte Plattform bieten, die Daten zwischen On-Premise, Private und Public Cloud verschieben kann. Markführer Nutanix hatte kürzlich angekündigt, an einem ähnlichen Konzept zu arbeiten.

Kurian kritisierte an den Angeboten der Mitbewerber, sie zählten zur ersten Generation mit Mängeln bei Enterprise Data Management, Skalierbarkeit und beständiger Leistung. Dies mache sie nur für Einstiegsbereich geeignet.

Alle bisherigen HCI-Anbieter werden Kurian in diesem Punkt widersprechen. Sie kommen meistens aus dem Serverbereich. Dazu zählen Nutanix, Dell EMC, Cisco, Hewlett Packard Enterprise (durch den Kauf von SimpliVity) und Lenovo.

Kurian ist vor dem zeitlichen Vorsprung der Konkurrenz nicht bange: „Es gab eine Menge Hersteller, die sich auf die Early Adopter gestürzt haben und dabei nur einen Bruchteil der Funktionen geboten haben, die Unternehmen wirklich benötigen. Auf lange Sicht sind diese gescheitert. Der Erste ist nicht unbedingt der Gewinner.“

Kurian verweist auf den All-Flash-Markt, um seine Theorie zu untermauern. Auch dort hinkte NetApp dem Markt hinterher. Das FlashRay Projekt scheiterte und erst im zweiten Versuch brachte NetApp konkurrenzfähige Systeme auf den Markt.

Mittlerweile kann sich das All-Flash-Portfolio bei NetApp sehen lassen. Laut Kurian wuchs der Absatz von All-Flash im letzten Quartal um 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf ein Volumen von 350 Millionen Dollar. Zum All-Flash-Portfolio von NetApp zählen die SolidFire, die AFF sowie die EF Produktlinien.

Allerdings hinkt NetApp beim Verkauf von All-Flash immer noch hinter Hauptwettbewerber Dell EMC hinterher, das mit seinen XtremIO-Produkten 2016 über eine Milliarde Dollar Umsatz generiert hat.

Fazit

Es steht noch nicht fest, mit welchen Partnern NetApp sein HCI-Konzept verwirklichen wird. Wahrscheinlich wird dies auf der Virtualisierungs-Seite VMware sein, mit dem NetApp ein gutes Arbeitsverhältnis hat, auch wenn VMware ein Tochterunternehmen des Rivalen Dell EMC ist. Was die Server anbelangt, ist Cisco ein aussichtsreicher Kandidat. NetApp und Cisco haben gemeinsam bereits die Referenz-Architektur Flexpod erfolgreich verwirklicht. Daneben könnte NetApp auch auf andere OEM-Partner setzen, wie dies EMC getan hat, bevor es von Dell gekauft wurde.

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