2015 könnte ein hyper-aktives Jahr für Hyper-Konvergenz werden

Das Jahr 2015 startete mit zwei wichtigen Produkt-Launchs für Hyper-Konvergenz, VMware VSAN 6 und EMC VSPEX BLUE. Mehr Lösungen sind zu erwarten.

Das Jahr 2015 zeichnet sich ab, ein signifikantes und erfolgreiches Jahr für Hyper-Konvergenz und entsprechende Produkte zu werden.

So präsentierte gleich am Anfang des Jahres VMware die sechste Version seines Virtual SAN (VSAN 6) und EMC reihte sich mit seiner VSPEX BLUE mit EVO:RAIL in die Gemeinschaft der VSAN-Partner ein, die auf den Zug hyper-converged Lösungen springen. 

Dabei sind die beiden Unternehmen in guter Gesellschaft, denn der Markt der Hyper-Konvergenz hat einige Hersteller vorzuweisen: Neben VMware mit EVO:RAIL und allen dazugehörenden Partnern finden sich hier zudem noch Nutanix, SimpliVity, Scale Computing, Pivot3, Maxta und Nimboxx.

Ging es im Jahr 2014 mehr noch um die Bewertung hyper-konvergenter Lösungen, so könnte 2015 das Jahr der Marktakzeptanz und Geschäftsbeschleunigung – gerade für die Pioniere der Branche – werden.

Hyper-converged steht für die Kombination von Compute, Storage, Networking und Virtualisierung in einem System. Nutanix und SimpliVity waren mit die ersten auf diesem Markt und werden generell auch als die führenden Unternehmen in diesem Segment – sei es technologisch oder bei den Marktzahlen – wahrgenommen.

Der Marketscape Report von IDC zum Thema „Hyper-converged Systems“ erschien im Dezember 2014 und sieht Nutanix hier als klar führenden Hersteller und SimpliVity in der „Leader“-Kategorie. Zu den „Major Players“ (also, wichtigen Wettbewerbern) gehören laut IDC die Firmen VMware, Scale Computing, EMC (ScaleIO) und Pivot3.

Maxta, die hyper-konvergente Software vertreiben und getestete Referenz-Architekturen mit Partnern wie HP und Cisco offerieren, wurde als „Contender“ (Herausforderer) aufgelistet. Allerdings berücksichtige der Bericht EVO:RAIL von VMware nicht, ebenso wenig die Partner wie Dell, HP, NetApp, Fujitsu und Supermicro, die VSAN auf Standard-Hardware anbieten.

Im „Magic Quadrant for Integrated Systems“ von Gartner aus dem Jahr 2014 werden Nutanix und SimpliVity als Visionäre aufgeführt. Sie waren die beiden einzigen Hyper-Konvergenz-Anbieter und die einzigen privat geführten Unternehmen in diesem Quadrant.

„Ihre Technologie offeriert eine stärkere Verbindung zwischen den Compute- und den Storage-Komponenten. Beide konzentrieren sich darauf, sich durch ihren Management-Software-Stack vom Wettbewerb zu differenzieren“, sagt der Gartner-Bericht über Nutanix und SimpliVity.

IDC kürte Nutanix zum Marktführer mit 52 Prozent Marktanteilen im hyper-converged Markt in der ersten Hälfte des Jahres 2014. Nutanix gab im Januar an, im vierten Quartal 300 Millionen US-Dollar eingenommen zu haben und 50 Kunden zu verzeichnen, die Deals von einer Million US-Dollar und mehr abgeschlossen haben. Dabei ist der OEM-Vertrag mit Dell noch recht jung – vom Oktober 2014 – und könnte noch weitaus mehr Umsatz einbringen.

SimpliVity erklärt, seine Lösung OmniCube in 2014 bereits an über 1.500 Kunden ausgeliefert zu haben und erwartet weitere Wachstumsschübe, nicht zuletzt durch die Sales-Partnerschaft mit Cisco.

Auch VMware behauptet, enorme Wachstumsraten bei VSAN zu verzeichnen. Derzeit ist von 1.000 Kunden in nur neun Monaten die Rede.

VMware VSAN 6 bringt den Markt in Bewegung

Das Produkt VSAN 6 sollte zum Wettbewerb aufschließen, diesen aber nicht um Längen hinter sich lassen. VSAN ist nicht die erste Lösung, die Flash unterstützt. Nutanix hat bereits in 2014 begonnen, ein All-Flash-System anzubieten, ebenso der Hersteller Gridstore, der seine Lösungen auf Hyper-V von Microsoft basiert. 

VSAN unterstützt derzeit keinerlei Datenreduktionsmechanismen. Außer SimpliVity unterstützen alle anderen hyper-konvergenten Lösungen verschiedene Hypervisor. VSAN ist ein Teil von vSphere und müsste neu konzipiert werden, um andere Hypervisor zu unterstützen.

Allerdings haben die Verbesserungen von VSAN in den Schlüsselbereichen die Meßlatte für den Wettbewerb doch wieder angehoben. Die Pioniere der Hyper-Konvergenz können sich nun Stillstand nicht leisten, wenn sie sich gegen EVO:RAIL (oder besser VMware) und seine Partnergemeinde durchsetzen wollen.

Sunil Potti, Senior Vice President of Engineering/Product Management bei Nutanix, meint, dass die Konkurrenz durch EVO:RAIL den Markt belebe und dabei helfen wird, dass auch große Hersteller Hyper-Konvergenz thematisieren und adressieren. Allerdings sieht er eine Einschränkung der Funktionen bei VMware, da EVO:RAIL eindeutig an einen Hypervisor gebunden ist. Nutanix hingegen bietet Support für VMware, Microsoft Hyper-V und KVM.

Potti betont, dass Nutanix derzeit den Vorteil des frühen Anbieters in Sachen Hyper-Konvergenz ausnutzen kann, genauso wie VMware seinerseits mit seinem Hypervisor.

 „Letztlich kommt es darauf an, ob man hier ganz von vorn – auf einem weißen Blatt Papier – begonnen hat“, sagt er. „Ist dies eine grundlegende Neuentwicklung? Es ist gut, wenn die Mehrheit der Hersteller die Architektur annimmt. Aber der Gewinner ist derjenige, der keine Altlasten oder Abhängigkeiten hat.“

Der Nutanix-VP deutet an, dass das Unternehmen letztlich auch mehr als die hyper-konvergenten Systeme anbieten wird, die derzeitige hyper-converged Infrastruktur sei nur der erste Akt im Plan des Herstellers.

„Der zweite Akt wird Compute und Storage über Rechenzentren hinweg in einer hybriden Cloud-Infrastruktur zusammenfassen“, erläutert er. „VMware Server-Virtualisierung beschäftigte sich mit der Trennung von Server und Applikation. Ich glaube, dass Nutanix die Fähigkeit hat, die Applikation vom Rechenzentrum zu trennen. Wir sind derzeit nur bei den ersten Schritten.“

Doron Kempel, CEO von SimpliVity, betont, dass er VMware mehr als Partner denn als Konkurrent sieht. Wie auch Nutanix, war SimpliVity auf der PEX Partner Show von VMware. OmniCube unterstützt bislang nur VMwares Hypervisor, obwohl der Hersteller auch an Support für Hyper-V und KVM arbeitet.

Kempel sagt, OmniCube und VSAN/EVO:RAIL bedienen normalerweise verschiedene Einsatzszenarien. VSAN kommt eher bei VDI-Umgebungen und entfernten Standorten zum Einsatz, während laut Kempel OmniCubes für Primär-Storage und Datenreplikation zwischen zwei Standorten (über die Cubes) verwendet werden. Mehr als 80 Prozent der SimpliVity-Kunden würden Microsoft SQL-Datenbanken auf den OmniCubes installieren, so der CEO.

„Anwender installieren SimpliVity nicht für VDI“, sagt Kempel. „Vielmehr laufen Tier-1- und geschäftskritische Installationen auf der Lösung.“

VMware hofft, mit VSAN 6 auch in das Segment des geschäftskritischen Primär-Storage hineinzukommen. Neben Flash-Support, wurde auch auch die Anzahl der unterstützten Nodes auf 64 angehoben und die Snapshot-Funktion verbessert. Als Teil von vSphere hat VSAN eine große potentielle Kundenbasis, die es jederzeit installieren könnte. Der Vertrieb könnte vom Upgrade und von den OEM-Partnern profitieren, obwohl VSAN erst ab der zweiten Hälfte des Jahres 2015 Teil von EVO:RAIL sein wird.

Kempel sieht die Deduplizierungsfunktion als SimpliVitys größten Marktvorteil an und erwartet, dass dies auch dann noch der Fall sein wird, nachdem auch VSAN diese Funktion bietet. SimpliVity setzt derzeit als einziger Hersteller hyper-konvergenter Produkte einen ASIC ein, um Datenkompression umzusetzen.

„In den meisten hyper-konvergenten Produkten, wird der Storage langsamer, wenn große Workloads auftreten“, sagt Kempel. „Der Prozessor übernimmt das Storage und die Infrastruktur. Unsere Lösung ist auf diese Workloads vorbereitet, hier übernimmt die Karte (ASIC). Die Anwendung wird nicht verlangsamt.“

Es sieht so aus, als könnte nichts und niemand den derzeitigen Siegeszug der Hyper-Konvergenz stoppen.

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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