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Argumente für und gegen die interne Verbrauchsabrechnung in der Private Cloud

Eine interne Verbrauchsabrechnung soll verhindern, dass Geschäftsbereiche zu hohe Ressourcen in der Private Cloud nutzen und Schaden anrichten.

Eine interne Verbrauchsabrechnung (engl. Chargeback) soll Unternehmen dabei helfen, die Private Cloud effektiver zu nutzen, indem den Geschäftsbereichen ihr Ressourcenverbrauch berechnet wird. Dabei gibt es Risiken.

Der Prozess zum Aufsetzen eines IT-Chargeback-Modells für die Ressourcen der Private Cloud läuft etwa so ab: Die IT-Abteilung baut die Private Cloud auf und zieht dann Isolierungsgrenzen, Ressourcenobergrenzen und Templates für die Konfiguration, um die einzelnen Geschäftsbereiche daran zu hindern, mehr als ihren angemessenen Anteil an den Gesamtressourcen zu verbrauchen.

Wenn die Kontrollen implementiert sind, wird ein Mitglied des jeweiligen Geschäftsbereiches zum Bereichs-Administrator ernannt. Er hat das Recht, virtuelle Maschinen zu erschaffen und zu verwalten, Anwendungen auszurollen, den Nutzern des Geschäftsbereiches Rechten einzuräumen und andere Aufgaben übernehmen, für die normalerweise die IT-Abteilung zuständig wäre.

In einem gewissen Sinn übernimmt die IT-Abteilung damit die Rolle eines Cloud Providers und die Geschäftsbereiche werden zu Kunden. Jeder Bereich kann im Rahmen der gesetzten Grenzen frei agieren. Die interne Verbrauchsabrechnung misst den Ressourcenverbrauch und stellt dann entsprechende Geldbeträge in Rechnung.

Für und wider

Unternehmen, die das IT-Chargeback-Modell verwenden, argumentieren damit, dass die Geschäftsbereiche stärker in die Verantwortung genommen werden. Dies ist hilfreich, um den effizienten Verbrauch der IT-Ressourcen sicherzustellen.

Im Gegensatz dazu haben andere Firmen die Befürchtung, dass die Einführung einer internen Verbrauchsabrechnung die Geschäftsbereiche daran hindere, aus der Private Cloud den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Das gilt insbesondere, wenn die Mittel knapp sind und die Budgetvorgaben streng.

Es hängt stark von der Unternehmenskultur ab, ob eine interne Verbrauchsabrechnung sinnvoll ist oder nicht. Ich glaube jedenfalls, dass sie besser vermieden werden sollte. Die Arbeitsbelastung der IT-Abteilung wird deutlich erhöht, wenn sie die ganzen Kontrollen aufsetzen, implementieren und überwachen und dann noch gegenüber den Geschäftsbereichen als Schuldeneintreiber fungieren sollen.

Alternativen zu Chargeback

Es gibt andere Optionen, wenn Unternehmen sich über exzessiven Ressourcenverbrauch einzelner Geschäftsbereiche Sorgen machen. Zum Beispiel können individuelle Quoten sowohl für Bereiche als auch Einzelanwender festgesetzt werden. Die IT-Abteilung kann erzwingen, dass ein Bereich nur eine gewisse Anzahl an Ressourcen erhält, auch wenn kein Einzelanwender seine Quote überzogen hat.

Eine andere Alternative sind Showbacks. Diese sind ähnlich zu Chargebacks, aber den Bereichen werden keine echten Geldbeträge in Rechnung gestellt. Stattdessen sendet die IT-Abteilung den Geschäftsbereichen am Monatsende eine Aufstellung, was ihre Ressourcennutzung dem Unternehmen insgesamt gekostet hat. Dies erlaubt es den Bereichen, ihre tatsächliche Nutzung zu sehen, ohne dass sich das auf das Budget auswirkt.         

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2017 aktualisiert

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