Backup-Optionen: Deduplizierungs-Arrays, Backup-Appliances oder doch die Cloud?

Für Enterprise-Backups lassen sich Deduplizierungs-Arrays, integrierte Backup-Appliances oder die Cloud einsetzen. Wir erläutern Vor- und Nachteile.

Im ersten Teil dieser Artikel-Reihe haben wir uns mit Bandlaufwerken, Bandbibliotheken und virtuellen Bandbibliotheken als Backup-Ziel beschäftigt. Dies sind allerdings nicht die einzigen Optionen für Enterprise-Backups. Mittlerweile sind auch Deduplizierungs-Arrays, integrierte Backup-Appliances und Cloud-Backups weit verbreitet.

Deduplizierungs-Arrays

Festplatten-basiertes Storage ist Bandlaufwerken mehrfach überlegen. Dennoch sind Festplatten nicht ohne Makel und haben mehrere Nachteile. Einer der wenigen Vorteile von Bändern gegenüber Festplatten ist die Kapazität. Datenbänder sind Wechseldatenträger, somit ist die Speichergröße theoretisch unendlich. Sobald ein Unternehmen mehr Storage für Daten benötigt, kann es mehr Datenbänder kaufen.

Für Storage-Arrays trifft das nicht zu. Natürlich ist das Nachrüsten größerer Festplatten möglich, um die Kapazität zu erhöhen. Allerdings ist das teuer und wirkt sich bis zu einem gewissen Grad störend auf den produktiven Betrieb aus. Zudem erreichen Disk-Arrays irgendwann einen Punkt, an dem sie sich nicht mehr weiter aufrüsten lassen. Hat eine Firma einen exponentielles Datenwachstum und muss alle Daten sichern, kann das zu einem Problem werden. Häufig setzt man Arrays mit Deduplizierungs-Fähigkeiten ein, um das Problem zu lösen und die Kapazitätsgrenzen zu erweitern.

Deduplizierung ermöglicht es, wesentlich größere, logische Storage-Kapazitäten zu erreichen. Zum Beispiel gibt EMC für sein Data Domain Global Deduplication Array eine logische Kapazität von 14,2 Petabyte an. Diese Größenordnung bei Arrays klingt verlockend, da sich so erhebliche Datenmengen speichern lassen. Bevor Sie in ein Array mit Deduplizierungs-Technologie investieren, sollten Sie aber einige Punkte beachten.

Zunächst ist die Angabe der logischen Kapazität des Arrays etwas geschönt. Einsätze in Produktivumgebungen zeigen häufig, dass die reale Kapazität geringer ist. Ein Grund ist die Funktionsweise der Deduplizierungs-Prozesse.

Auch wenn Deduplizierung unterschiedlich funktionieren kann, ist der Prozess meist Block-basiert (auch wenn einige Arrays mit Teil-Blöcken arbeiten können). Deduplizierung basiert auf der Idee, dass jeder Datenblock nur einmal gespeichert werden muss. Daher eliminiert die Deduplizierungs-Engine doppelt vorhandene Blöcke.

Diese Art der Deduplizierung ist für die Sicherung virtueller Maschinen (VM) effizient. Nehmen wir an, dass ein Unternehmen eine große Anzahl virtueller Maschinen hat. Diese laufen mit dem gleichen Betriebssystem. In diesem Fall kann die Deduplizierungs-Engine alle Blöcke eliminieren, die mit doppelten Betriebssystem-Dateien assoziiert sind.

Allerdings gibt es Datentypen, für die Deduplizierung weniger geeignet ist. Wissenschaftliche Daten haben in der Regel wenig Redundanzen. Somit ist Deduplizierung nicht sehr effizient. Ähnlich verhält es sich mit komprimierten Daten, wie zum Beispiel ZIP- und Media-Dateien (MP3 oder MP4). Wie effizient ein Deduplizierungs-Arrays im Endeffekt funktioniert, hängt zum Großteil von den gespeicherten Daten ab.

Planen Sie den Kauf eines Deduplizierungs-Arrays, sollten Sie noch einen weiteren Punkt beachten: Redundanz. Wie andere Storage-Geräte auch, habe Arrays mit Deduplizierungs-Technologie in der Regel redundante Festplatten. Auf diese Weise schützt man sich gegen den Ausfall einzelner Datenträger. Dennoch kann die Appliance selbst ein „Single Point of Failure“ (SPoF) sein. Um sich vor dem Ausfall einer Appliance zu schützen, ist eventuell der Kauf einer zweiten Appliance notwendig. Im Anschluss repliziert man Daten zwischen den beiden Appliances. Auch periodische Backups der Daten auf Bänder sind denkbar.

Integrierte Backup-Appliances

Integrierte Backup-Appliances sind als Komplettpaket konstruiert. Eine einzige Appliance beinhaltet Backup-Software sowie -Server und ist gleichzeitig Ziel-Storage. Integrierte Backup-Lösungen wie NetBackup 5230 oder Exec 3600 stellen beschäftigten Administratoren eine schlüsselfertige Backup-Option zur Verfügung. Diese Appliances lassen sich einfach in Betrieb nehmen und verwalten. Oft ist eine integrierte Lösung außerdem kostengünstiger als der Kauf von Einzelkomponenten.

Ein weiterer Vorteil einer integrierten Backup-Appliance ist, dass die Lösung eines Problems einfach ist, sollte bei der Datensicherung etwas schief gehen. Alle Komponenten kommen von einem Anbieters und sind speziell für die Zusammenarbeit geschaffen.

Der größte Nachteil ist der sprichwörtliche „Goldene Käfig“. Es spricht natürlich nichts per se dagegen, auf die Produkte eines einzigen Anbieters zu setzen. Einige Administratoren sind allerdings der Meinung, dass die Flexibilität dadurch eingeschränkt ist. Nehmen wir an, Sie möchten System Center Data Protection Manager (DPM) verwenden, um Ihre Hyper-V-Server zu schützen. In diesem Fall könnte Sie niemand daran hindern, beim Backup mehrere Lösungen zu nutzen. Allerdings könnten Sie eine integrierte Backup-Appliance möglicherweise nicht als DPM-Ziel verwenden.

Ein weiterer Nachteil integrierter Backup-Appliances ist es, dass sich die Migration auf die Hardware anderer Anbieters schwierig gestalten kann. Sollte die Kapazität Ihrer integrierten Backup-Appliance nicht mehr ausreichen und Sie möchten die Hardware eines anderen Anbieters einsetzen, können Probleme beim Umrüsten auftreten.

Cloud-Backups

Der Begriff Cloud-Backup wird zwar häufig verwendet, allerdings steht er für zwei Bedeutungen: Einerseits gibt es Backup as a Service (BaaS). BaaS ist ein Web-basiertes Backup. Auch wenn es Anbieter gibt, die speziell Enterprise-Kunden ansprechen, zielt die Mehrheit von BaaS-Software auf Endverbraucher ab. Viele BaaS-Produkte bieten nicht ausreichend Performance und erkennen nicht alle Anwendungen.

Andererseits gibt es Cloud-Backups, bei denen Cloud-Storage als Backup-Ziel angeboten wird. Diese Form des Backups wird meist ergänzend eingesetzt. Die meisten Produkte erstellen lokale Backups und kopieren anschließend die Daten auf Cloud-Storage.

Der größte Nachteil von Cloud-Backups ist, dass sie ein Unternehmen von seinen Daten trennen. Im Falle eines Netzwerkausfalls lassen sich die Daten aus der Cloud nicht wiederherstellen. Selbst wenn eine Verbindung existiert, ist die Wiederherstellung von der Geschwindigkeit der Internetverbindung abhängig. Als Best Practise sollten Unternehmen Cloud-Backups als Sekundär-Lösung ansehen. Sie erhalten zusätzlich zum primären Backup eine Datensicherung außerhalb der Firma.

Moderne Backups unterscheiden sich deutlich von früheren Datensicherungen. Wenn Sie sich für ein modernes Backup entscheiden, vergessen Sie nicht, dass jede Datensicherungs-Methode Vor- und Nachteile hat.

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Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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