Cloud-Provider bieten vermehrt Dienste für Disaster Recovery

Cloud-basierte DR-Dienste werden immer beliebter bei Firmen, die sich eigene Disaster-Recovery-Konfigurationen nicht leisten und verwalten können.

Unternehmen, die die Cloud in ihre Disaster-Recovery-Planung integrieren möchten, haben mittlerweile zahlreiche Optionen, da die Cloud-Provider immer mehr DR-Services für jede Firmengröße bereitstellen.

Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) wird nicht mehr nur von großen Firmen wie SunGuard oder Verizon Communications angeboten, sondern auch von kleineren wie Zerto oder Claranet. Gartner veröffentlichte vor kurzem seinen Magic Quadrant für DRaaS und verzeichnete mehr als 170 Anbieter in diesem Marktsegment.

„Im Jahr 2008 gab es vier bis sechs Provider, die sich auf das Recovery virtueller Maschinen an einem Zweitstandort spezialisiert hatten“, sagt John Morency, Gartners Vice President of Research. „Wir sehen nun, dass viele Provider auf den Zug mit aufspringen und sich auf Enterprise-Kunden fokussieren, deren Umgebungen auf Windows, Linux, Oracle Solaris und Microsoft Hyper-V, KVM sowie Xen basieren. Deren Recovery-Konfigurationen werden immer komplexer.“

Gartner veröffentlichte vor kurzem seinen Magic Quadrant für DRaaS und verzeichnete mehr als 170 Anbieter in diesem Marktsegment.

Auch Amazon Web Services und Microsoft Azure (durch die InMage-Aquisition) bieten nun DR-Dienste an. Die Liste an DRaaS-Anbietern von Gartner umfasst Acronis, Seagate (EVault), Axcient, Bluelock, Windstream, Peak 10, Databarracks, IBM, VMware, Iland, Verizon und SunGard Availability Services. Der Report beschreibt drei Arten von Cloud-basierten Recovery-Services: DRaaS; Recovery mit Infrastructure-as-a-Service (IaaS) sowie Recovery mit Backup-as-a-Service (BaaS).

Gartner definiert DRaaS so: Ein Service-Provider verwaltet die Replikation virtueller oder physischer Maschinen vom produktiven Rechenzentrum zur Cloud. Der Provider managt ebenso die Aktivierung und das Recovery dieser Maschinen in der Cloud.

„Zunächst entstand der DRaaS-Markt aus der Not der Anwender heraus, immer anspruchsvollere zeitliche Ziele beim Recovery zu erfüllen, häufigere Tests durchzuführen und trotzdem Kosten zu senken – und das mit wenig Personal“, heißt es im Gartner-Bericht. „So waren es erst einmal kleinere Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, die sich diesem Konzept zuwandten. Mit dem nun höheren Reifegrad der DRaaS-Angebote, mehr Auswahl bei den Providern und geringeren monatlichen Kosten werden nun auch Unternehmen anderer Größenordnung auf diese Option aufmerksam.“

Cloud statt Tape-Lösungen nutzen

DRaaS wird oft im ersten Schritt als Erweiterung des Cloud-Backups genutzt. Bill Mann, CIO von Borough of West Chester, wollte seine Bandlösung abschaffen und entschied sich, den Provider Axcient zu nutzen, um File-Server in einer hybriden Cloud-Konfiguration zu sichern. Sein nächster Schritt war die Umsetzung von DRaaS mittels Microsoft Azure.

„Es gibt ein weites Spektrum an Akzeptanz der Cloud“, sagt Mann. „Ich bin am Rand der Cloud-Akzeptanz. Anwender benötigen den richtigen Dienstleister mit einem starken SLA und sollten genau wissen, worauf sie sich einlassen.“

Vertrauen in die Cloud ist ein Problem für Unternehmen

Dave Simpson, Storage Analyst bei 451 Research, sagt, dass sich die meisten DR-Services immer noch am unteren Ende des Marktes befinden, da Unternehmen bereits Millionensummen in ihre eigenen DR-Rechenzentren investiert haben.

Gartner schätzt den DRaaS-Markt auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 30 Prozent.

„Es ist ein angesagter Trend unter den KMUs“, erklärt Simpson. „Größere Firmen aber trauen diesen Drittanbietern (Providern) nicht. Sie wollen die Kontrolle behalten und verfügen auch über die finanziellen Mittel dafür. Einige Anwender vertrauen der Cloud einfach nicht. Was, wenn hier etwas falsch läuft? Wahrscheinlich erhält man auch sein Geld nicht zurück, sondern bekommt nur einen Nachlass.“

Gartner schätzt den DRaaS-Markt auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 30 Prozent. Das Forschungsinstitut nimmt an, dass der DRaaS-Markt den herkömmlichen DR-Markt bis 2018 überflügelt haben wird. Trotzdem haben laut Gartner bislang nur 13 Prozent der großen Unternehmen – mit 5.000 und mehr Mitarbeitern – DRaaS implementiert.

Axcient-Kunde Mann sichert seit 2013 etwa zwei Terabyte Daten der File-Server der öffentlichen Verwaltung in der Cloud. Das lokale Verwaltungsbüro hat zwei Axcient-Appliances installiert und eine weitere für das Public Works Department. Mann entschied sich für ein hybrides Modell, da er hierbei die Files schneller von der lokalen Appliance wiederherstellen kann.

„Ich habe mich ständig mit Bandspeicher herumgeschlagen“, erklärt Mann. „Es gab ständig Management-Probleme. Allein zwei Mitarbeiter waren mit der Verwaltung der Bänder beschäftigt. Ich wollte etwas, dass sich quasi selbst verwaltet und eben einfach nur funktioniert. Wir brauchten eine Backup-Lösung, die nicht komplex ist und jeden Tag das tut, was man von ihr erwartet.“

Derzeit diskutiert Mann seinen DRaaS-Plan mit Azure und erwartet, die Anwendung 2016 in der Cloud betriebsbereit zu haben. „Bis 2016 planen wir vermehrt in Azure zu investieren und einen Server dort in Betrieb zu nehmen“, sagt Mann. „Somit werden also einige unserer Applikationen in der Azure-Cloud laufen.“

Backup-Anbieter erweitern ins Disaster-Recovery-Segment

Andere Backup-Anbieter wie beispielsweise Acronis, Barracuda Networks, Unitrends oder Zerto fokussieren nun auch – wie Axcient – auf Cloud-DR-Services und stellen sich hier breiter auf.

„Diese Anwender haben Backup-Software und wollen nun auch in den Cloud-Markt eintreten“, erläutert Simpson. „Dabei ist ein lokales Backup – on-premise – möglich, danach werden die Daten in die Cloud kopiert. Somit kann der Anwender ein echtes DR-Szenario aufbauen, ohne dedizierte RZ-Ressourcen für DR zu kaufen oder leasen.“

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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