Cloud und Virtualisierung verändern Disaster-Recovery

Disaster-Recovery (DR) verändern sich durch Cloud und Virtualisierung, was sich nachhaltig auf die Backup-Strategie in Unternehmen auswirkt.

Dieser Artikel behandelt

Sichere Datenspeicherung

Will man heutzutage eine Diskussion über IT-Modernisierung führen, kommt man an der Cloud nicht vorbei. Die Details hinter den Kulissen variieren allerdings sehr:

  • Einige Firmen werden Ihr veraltetes Backup-Produkt durch einen Backup-Service ersetzen.
  • Manche Anwender werden Ihr momentanes Backup-Produkte durch Cloud-Storage unterstützen.
  • Einige Unternehmen werden den Backup-Produkten am Standort Cloud-basierte Disaster-Recovery-Leistungsmerkmale spendieren.
  • Andere Organisationen wiederum werden damit kämpfen, wie sie ihre primären und produktiven Workloads schützen, die man in die Cloud migriert hat.

Wir werfen einen detaillierten Blick auf alle vier dieser Cloud- und Virtualisierungs-Optionen, die direkten Einfluss auf die Datensicherheit und Disaster Recovery haben. Den Anfang macht, alte Backup-Lösungen durch Backup Services zu ersetzen. Danach widmen wir uns, die momentane Backup-Lösung durch Cloud-Storage zu unterstützen. Einige von Ihnen werden in Erwägung ziehen, Cloud-basierte Disaster-Recovery-Optionen zusätzlich zu den Backup-Produkten am Standort zu nutzen. Auch diesen Bereich erörtern wir. Zum Abschluss widmen wir uns dem Thema zu, wie Sie die wichtigsten Workloads absichern können, die Sie in die Cloud migriert haben.

Überlegungen für BaaS (Backup-as-a-Service)

Haben Unternehmen Probleme mit ihrem alten Backup-Produkt und ein Upgrade bedeutet eigentlich ein Ersatz, dann ist BaaS (Backup-as-a-Service) eine gute Option. BaaS-Produkte sind ein frischer Start für Daten-Backups, die die Architektur eines Datensicherungs-Produkts verändern. Auch die Agent-Technologien und das ökonomische Modell wie man Backups adressiert, ändern sich. BaaS-Produkte liefern zudem eine andere Flexibilität, weil Sie direkt beim Cloud-Provider auf die Daten zugreifen oder von dort wiederherstellen können.

Es sollte klargestellt sein, dass BaaS genau wie alle anderen „as-a-Service“-Angebote ist.  Es ist eine Cloud-basierte Bereitstellung einer IT-Funktion. Die wirtschaftlichen Gegebenheiten sind anders, das Management unterscheidet sich und die darunterliegende Infrastruktur ist so geschaffen, dass der Service-Provider Enterprise-Skalierbarkeit zur Verfügung stellt und keine zentralisierte IT-Abteilung. Im Kern handelt es sich allerdings lediglich um ein weiteres Backup-Produkt mit Agent-Technologien auf Produktions-Plattformen, mit Backup-Zeitplänen und Wiederherstellungs-Jobs. Deswegen wird BaaS keine Infrastruktur-Probleme lösen oder zickige Server in den Griff bekommen können, die sich schwer sichern lassen. Das gilt auch für eine massive Einsparung der Zeit für administrative Aufgaben, die System-Administratoren für die Backup-Jobs aufwenden müssen. Das kann bei Disaster-Recovery in der Cloud eine Herausforderung sein.

Das derzeitig eingesetzte Backup- und Wiederherstellungs-Produkt in die Cloud verlagern

Setzt ein Unternehmen eine Backup- und Wiederherstellungs-Lösung mit modernen Leistungsmerkmalen ein, die die Performance-Anforderungen einer Firma erfüllt, ist BaaS vielleicht nicht die optimale Lösung. Stattdessen bieten zeitgemäße Backup-Produkte die Möglichkeit, Cloud-basiertes Storage unterstützend zu den lokalen Optionen einzusetzen. Das bedeutet im Detail:

  • Die existierenden Backup-Agenten auf den produktiven Servern müssen nicht modifiziert werden.
  • Die existierenden Backup-Jobs und -Zeitpläne laufen weiter wie gehabt.
  • Sie haben weiterhin die Möglichkeit, schnell von lokalem Storage Daten wiederherzustellen.
  • Eine Dritt-Kopie der Backup-Daten befinden sich nun in einem Cloud-Repository, womit sich Konformität und Disaster-Recovery-Zwecke adressieren lassen.

Das klingt alles toll und einfach. Allerdings müssen Sie eventuell Kompromisse eingehen. Es geht in diesem Fall darum, wie die Daten vom Backup-Server in das Cloud-Repository repliziert werden. Das kann sehr variieren und wirkt sich direkt auf die Agilität und die Wiederherstellungs-Optionen der Cloud-Kopie aus. Auch hier sollten Sie Vor- und Nachteile abwägen, wenn es um Cloud-basiertes Disaster-Recovery (DR) geht.

Die meisten Unternehmen sollten mit einer hybriden oder D2D2C-Architektur planen

Es ist für die meisten Unternehmen extrem schwierig und möglicherweise sogar unmöglich, dass die Leistungsverträge (SLA / Service-Level Agreements) bei Wiederherstellungs-Zeiten und Backup-Performance eingehalten werden, die Anwender und Firmenbesitzer erwarten. Aus diesem Grund ist es mehr als ratsam, dass Sie Cloud-realisierte Backup- und Wiederherstellungs-Produkte mit einer so genannten D2D2C-Konfiguration angehen. Das bedeutet Disk-to-Disk-to-Cloud oder von der produktiven Festplatte auf lokale Backup-Datenträger (D2D) und erst danach in die Cloud (2C). Somit kann es in Sachen D2D2C auch diverse Permutationen geben.

  • BaaS-Produkte mit einem vorgeschaltetem Caching-Produkt am lokalen Standort, bevor man die BaaS-Repositories adressiert.
  • Backup-Hardware am eigenen Standort, die auf ein ähnliches Storage Array beim Service-Provider repliziert.
  • Backup-Software am eigenen Standort, die zu einer weiteren Software-Instanz beim Backup-Provider repliziert.
  • Backup-Software am eigenen Standort, die ein Cloud-Storage-Repository als tertiäres Tier nutzt.

Die Art der Replikation und der Cloud Repositories haben direkten Einfluss auf die sofortige Nutzbarkeit der Cloud-Kopien der Daten. Einige bieten allerdings einfachere Erweiterbarkeit hinsichtlich existierender Backup-Software und/oder -Hardware an.

Die Cloud ist wahrscheinlich kein Tape-Killer. Diverse innovative IT-Technologien kratzen am Marktanteil von Datenbändern. Man sollte allerdings nicht notwendigerweise davon ausgehen, dass D2D2C ein angemessener Ersatz für D2D2T (Tape) ist. Das liegt ganz einfach daran, dass die meisten Cloud-Provider keine Aufbewahrung von fünf, zehn oder 15 Jahren anbieten. Oftmals verwenden die Cloud-Provider Festplatten als Repository. Somit ist das Speichern von Daten für so lange Zeiten nicht Kosten-effizient.

Cloud und Virtualisierung = Disaster-Recovery. Das stimmt zwar nicht ganz genau, aber durch Virtualisierung und die Portabilität der Server, sowie einer Cloud-Infrastruktur, die einem alternativen Standort gleich kommt, haben Unternehmen aller Klassen ein rudimentäres Disaster-Recovery. Das gilt im Speziellen für mittelständische Firmen, die keinen sekundären Standort für Business Continuity (BC) oder Disaster-Recovery (DR) haben.

SaaS (Software-as-a-Service) sichern

Meist geht man davon aus, dass es sich bei den produktiven Servern um herkömmliche On-Premises-Ressourcen handelt. Viele dieser Workloads zieht man allerdings in die Cloud um. Dazu gehören E-Mail-Plattformen, CRM-Systeme wie Salesforce und die gemeinsame Nutzung von Dateien (Sharing). Leider stehen für viele SaaS-Produkte noch keine APIs zur Verfügung, damit Dritt-Anbieter von Backup-Software angemessene Erweiterungen für SaaS-Plattformen entwickeln können. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese APIs dann auftauchen, wenn das Produkt mehr oder weniger Massenware geworden ist. Das könnte also noch eine Weile dauern. Ohne diese APIs malen die Mühlen der herkömmlichen Backup-Entwickler langsam, wenn es um die SaaS-Erweiterung der Produkte geht. Aus diesem Grund ist es nicht unüblich, dass Startup-Unternehmen neue Backup-Produkte auf den Markt bringen. Als sich zum Beispiel der VMware Hypervisor immer größerer Beliebtheit erfreute, waren es nicht die alteingesessenen Server-Anbieter, die zuerst eine Lösung für das Backup virtueller Maschinen (VM) zu Wege brachten. Hier traten Unternehmen wie Veeam, PHD und Quest auf die Bühne. Als VMware später APIs veröffentlichte, versuchten die traditionellen Anbieter die Leistungsmerkmale der Trendsetter schnell aufzuholen. Es ist gut möglich, dass sich dies bei SaaS-Produkten wie Salesforce (CRM), Office 365 / Google Docs und E-Mail-Services wiederholt.

Egal aus welcher Perspektive Sie es betrachten. Die Cloud wird wahrscheinlich ein Teil der Datensicherung und der Disaster-Recovery-Strategie sein. Die Herangehensweisen werden sich drastisch unterscheiden, ob Sie nun von der oder in die Cloud sichern.

Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

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