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Datenmigration gehört zu den Herausforderungen der hybriden Cloud

Daten und Anwendungen in die hybride Cloud zu migrieren, kann eine Herausforderung sein, allerdings lohnt sich der Aufwand für viele Unternehmen.

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Public Cloud

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Die wachsende Beliebtheit von Cloud-Strategien ist für Amazon Web Services und andere Provider ein Segen. Unternehmen jeder Größe nutzen hybride Cloud-Umgebungen für Storage und zahlreiche Workloads. Es gibt gute Gründe, ein Hybrid-Cloud-Konzept umzusetzen. Einige gleichen den Vorteilen der Public Cloud, allerdings gibt es hier einen höheren Security-Grad und die Kontrolle wie in einer Private Cloud.

Mit hybriden Clouds lassen sich Kosten reduzieren, Workloads effizient verarbeiten, optimal angepasste Anwendungen entwickeln sowie sinnvolle Sicherheitsniveaus und Kontrolle für Endanwender und Daten gewährleisten. Unternehmen, die sich auf die Stärken der Cloud-Anbieter (Public und Private) verlassen, können so ihren eigenen „Cloud-Cocktail“ zusammenstellen und erhalten eine optimale Mischung aus Services, die ihren spezifischen Anforderungen gerecht werden.

Allerdings kann das Aufsetzen einer Hybrid-Cloud-Architektur schwierig sein. Insbesondere die Daten- und Workload-Migration kann problematisch sein, und nicht alle Cloud-Workloads sind kompatibel mit unterschiedlichen Cloud-Service-Providern. Diese Probleme zu erkennen und zu beheben sind die Schlüsselfaktoren, um eine effiziente Cloud-Umgebung zu schaffen. Wir beantworten hier einige wichtige Fragen, die Unternehmen helfen sollen, den Wechsel zur hybriden Cloud erfolgreich umzusetzen.

Was sind die größten Herausforderungen während einer Integration?

Eine hybride Cloud lässt sich beispielsweise mit AWS als Public-Cloud-Komponente umsetzen. Allerdings setzen die langfristigen Vorteile wie Skalierbarkeit, Applikationsflexibilität und Ressourcen-Management erst später ein. Das liegt an den Hürden, die ein Installieren der Hybrid Cloud mit sich bringt. Dazu gehören Anwendungsmigration, Management und API-Support.

Ein falscher Schritt während der Umsetzung kann die Vorteile der hybriden Cloud negieren und das Unternehmen läuft Gefahr, eine Cloud-Lösung zu haben, die teuer, ineffizient und nicht integriert ist. Unternehmen, die sowohl eine Public Cloud als auch eine Private Cloud nutzen, können Workloads zwischen den Clouds nicht verschieben. Ebenso fehlt ihnen die Übersicht und Kontrolle über alle Workloads. Sie verfügen nicht über eine hybride Cloud, sondern über zwei getrennte Cloud-Umgebungen.

Administratoren sollten einen guten Plan erstellen, bevor die eine Hybrid Cloud implementieren. Dieser Plan sollte auch darlegen, welche Kostenvorteile ein hybrides Cloud-Konzept hat und welche Workloads sich zum transferieren eignen. Ebenso wichtig ist es, im Plan Anwendungen zu berücksichtigen, die sich über die gesamte hybride Infrastruktur erstrecken. Hierfür müssen Faktoren wie Load Balancing, I/O-Anforderungen und IP-Adressen-Zuweisung in Betracht gezogen werden.

Sollten ältere Anwendungen in der Public Cloud operieren?

Viele Anwendungen können von einem Wechsel in eine skalierbare Cloud-Umgebung profitieren, allerdings ist es für manche ältere Applikationen besser, wenn sie am lokalen Standort verbleiben. Firmen, die eine Kostenanalyse durchführen, erkennen oftmals, dass sich ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erreichen lässt, wenn einige Workloads in ihren RZs verarbeitet werden und nicht auf EC2-Instanzen. Kleinere Anwendungen erhalten dagegen mehr Performance und direkte Kostenvorteile durch AWS, während große Single-Server-Workloads die monatlichen Cloud-Kosten eher in die Höhe treiben.

Darüber hinaus können vertragliche Vereinbarungen über lokale Hardware zu Einschränkungen bei Anwendungsmigrationen in die Public Cloud führen. Das liegt daran, dass die Kosten für einen guten „Deal“ oft die monetären Vorteile einer Cloud-Lösung überwiegen. Unternehmen mit diesen Einschränkungen können trotzdem Hybrid-Cloud-Konzepte umsetzen, wie beispielsweise Cloud-basiertes Disaster Recovery für ihre Anwendungen und Infrastrukturen.

Wie lassen sich Daten und Workloads von einer in eine andere Cloud migrieren?

Cloud-Kunden, die VMware nutzen, können bereits virtuelle Maschinen in AWS importieren. Das funktioniert über das AWS Management Portal für vCenter. Bislang gibt es noch nicht viele native Tools für hybride Cloud-Migration beziehungsweise verfügen diese Tools nur über einen eingeschränkten Funktionsumfang. Das gilt insbesondere für komplexe Multi-Layer-Applikationen, die von einer Cloud in eine andere verschoben werden sollen.

AWS und VMware bieten optimierte native Tools an, allerdings gibt es auch Drittanbieter, die Migrations-Tools für Unternehmen offerieren, die Daten und Applikationen zwischen den Clouds verschieben wollen. Anbieter wie Unitrends, Racemi und Zerto beraten Administratoren dahingehend, welche Daten und Workflows sich besser migrieren lassen. Allerdings gibt es keine Lösung, die sich für jedes Unternehmen gleichermaßen eignet.

Welche Netzwerk- und Sicherheitsprobleme könnten nach der Migration auftreten?

Ist eine hybride Cloud erfolgreich installiert, bedeutet dies nicht, dass die Arbeit getan ist. Um eine hybride Cloud operativ zu halten, müssen die Daten sowohl in der Public als auch in der Private Cloud sicher sein. Jeder Cloud-Provider bietet unterschiedliche Funktionen für die Sicherheit der Daten an.

So gibt es zum Beispiel signifikante Netzwerkunterschiede zwischen VMware und AWS. Und damit sind nicht die Bandbreitenbedenken gemeint, die mit der Migration lokaler Daten in die Cloud verbunden sind und Workflows beeinträchtigen können. Ein größeres Problem kann zudem eine starre Unternehmenskultur sein. IT-Teams müssen flexibel sein und kontinuierlich daran arbeiten, neue Services und Technologien zu verstehen und zu integrieren.

Beispiele für erfolgreiches Hybrid-Cloud-Management

Die oben genannten Herausforderungen zeigen, dass es nicht einfach ist, eine hybride Cloud-Umgebung erfolgreich zu implementieren. Setzt man allerdings das Hybrid-Cloud-Management erfolgreich um, stärkt dies die Geschäftsprozesse.

Das Unternehmen FlightStats nutzt eine hybride Cloud mit unterschiedlichen Funktionen zwischen der Public und der Private Cloud-Umgebung. Die Firma arbeitet im Luftfahrtsektor und überwacht täglich Milliarden an Transaktionen. Um dies tun zu können, entwickelte das IT-Team eigene Module für SaltStack. Dieses Open-Source-Management-Tool ist eines der wenigen Deployment-Tools, dass beide Umgebungen abdeckt. Die Module können unter anderem Fehler automatisch erkennen und beheben.

Getty Images wechselte von einem VMware-zentrischen Ansatz und fügte AWS- und OpenStack-Umgebungen für den weltweiten Betrieb hinzu. Die IT-Mitarbeiter arbeiten daran, Applikationen von AWS zu OpenStack zu verschieben. Trotzdem liegt der Großteil in AWS und lässt sich in ein Backup integrieren. Darüber hinaus erstellt die IT-Abteilung CloudFormation-Vorlagen und Auto-Scaling-Gruppen.

Wie passen Container in das Hybrid-Cloud-Model?

Hybride Clouds sind für viele Unternehmen sinnvoll, da sie ein Hersteller-Lock-in verhindern, Cloud-Kosten senken und eine sichere Computing-Option bieten. Diese Vorteile werden dazu führen, dass künftig weitere Firmen eine solche Lösung anstreben. Das bedeutet auch, dass mehr Tools auf den Markt kommen werden, die Cloud-Hürden eliminieren und Geschäftsanforderungen bedienen.

Docker befindet sich noch immer in einem frühen Stadium, aber die Container-Technologie ist ein vielversprechendes Hybrid-Cloud-Tool, da es zwischen unterschiedlichen Infrastrukturen portabel ist. Mit Docker entwickelt sich auch das Container-Management weiter und andere Cloud-Provider arbeiten an der nächsten Stufe dieser Technologie.

Ebenso werden native Tools weiterentwickelt, da Provider Kunden eine funktionierende Lösung bieten wollen. Das bedeutet auch, dass AWS, Azure und andere Cloud-Provider ein Zusammenspiel ermöglichen werden.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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