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Desktop- und Mobile-Clients für ownCloud und Seafile nutzen

Wollen Sie Dateien mit ownCloud oder Seafile synchronisieren, benötigen Sie entsprechende Software. Es gibt Clients für Desktop und auch Mobile.

Anmerkung der Redaktion: Dies ist der fünfte Beitrag in der Artikelserie zu Open-Source-Storage-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen. Der erste Artikel enthält grundsätzliche Tipps für die Wahl der richtigen Storage-Software. Im zweiten Artikel stellen wir fünf Open-Source-Produkte vor. Im dritten Teil geht es speziell um ownCloud, der vierte Artikel widmete sich Seafile.

Beliebte Open-Source-Lösungen für den Einsatz einer Private Cloud sind Seafile, ownCloud sowie dessen Fork Nextcloud. Sie können auf diese Services via Browser zugreifen.

Damit Sie Ihre Daten über verschiedene Systeme synchronisieren können, benötigen Sie allerdings Client-Programme. Sowohl ownCloud als auch Seafile stellen Client-Software für Desktops und mobile Geräte zur Verfügung. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die verschiedenen Clients vor.

Desktop-Client für ownCloud

Den Desktop-Client der ownCloud gibt es für Windows, Mac OS X und Linux. Für Windows und Mac OS X können Sie die Anwendung aus dem Download-Bereich der Projektseite beziehen. Bei Linux kommt es auf die Distribution an. Binärpakete für die Clients werden für CentOS, RHEL, Fedora, Debian, openSUSE, SLE und Ubuntu angeboten.

Sobald Sie den Client installiert haben, können Sie sich mit der Serverinstanz der ownCloud verbinden. Haben Sie ein selbst signiertes Zertifikat im Einsatz, dann fragt die Software, ob Sie dem Zertifikat vertrauen möchten. Ist der Client konfiguriert, dann stehen Ihnen vier Reiter zur Verfügung.

Der erste Reiter zeigt die Verbindungen mit der oder den ownCloud-Instanzen an. Sie dürfen den Client zu mehr als einer Serverinstanz verbinden.

Abbildung 1: Sie können den Client zu mehr als einer ownCloud-Instanz verbinden.

Unter Aktivität sehen Sie die letzten durchgeführten Aktionen. Dieser Bereich ist außerdem in Server Aktivität, Synchronisationsprotokoll und nicht synchronisiert unterteilt. Letzteres ist unter anderem für die Fehlersuche hilfreich.

Unter Allgemein stellen Sie mitunter ein, ob Ordner automatisch heruntergeladen werden, die größer sind als ein vorher definierter Parameter. Per Voreinstellung beträgt dieser Wert 500 MByte. Interessant in diesem Bereich ist außerdem die Schaltfläche Ignorierte Dateien bearbeiten. Dort können Sie neue Muster hinterlegen, welche Dateien nicht synchronisiert werden sollen. Sie werden feststellen, dass einige Elemente ausgegraut sind. Es handelt sich dabei um die Standardliste für das jeweilige Betriebssystem. Zum Beispiel werden bestimmte temporäre Dateien nicht synchronisiert. Diese Liste können Sie nicht im Client bearbeiten. Die Standardliste würden Sie bei Linux unter /etc/ownCloud/sync-exclude.lst finden. Weitere Informationen zu den ignorierten Dateien gibt es in der Client-Dokumentation.

Unter Netzwerk können Sie einen Proxy eintragen. Darüber hinaus dürfen Sie Begrenzungen für Download- und Upload-Bandbreite definieren.

Für die Nextcloud gibt es noch keinen eigenen Desktop-Client. Da es sich aber um einen Fork handelt, funktioniert damit der ownCloud-Client ebenfalls.

Desktop-Client für Seafile

Auch für Seafile stehen Clients für Windows, Mac OS X und Linux zur Verfügung. Bei der Verwendung eines selbst signierten Zertifikats gilt das Gleiche wie bei ownCloud. Die Software fragt während der Konfiguration, ob Sie dem Zertifikat vertrauen möchten.

Der Client verfolgt eine etwas andere Philosophie, da er per Standard erst einmal gar nichts synchronisiert. Nach einer erfolgreichen Anmeldung zeigt Ihnen die Software, welche Bibliotheken zur Verfügung stehen. Mit einem Rechtsklick suchen Sie sich danach aus, was Sie gerne auf Ihr System synchronisieren.

Das Rechtsklick-Menü ermöglicht außerdem, die jeweilige Bibliothek sofort im Webbrowser ansehen zu können. Alternativ dürfen Sie einen Seafile-Dateibrowser einsetzen. Damit können Sie in der Bibliothek auf dem Server stöbern, ohne Dateien herunterladen zu müssen. Über diesen Dateibrowser haben Sie auch die Möglichkeit, gezielt einzelne Dateien herunterzuladen.

Abbildung 2: Bei Seafile können Sie direkt auf dem Server stöbern, ohne die Dateien herunterladen zu müssen.

Der Client würde Ihnen außerdem anzeigen, welche Dateien für Sie von anderen freigegeben sind. Die Einstellungen sind etwas versteckt. Sie erreichen Sie mit einem Rechtsklick auf das Symbol in der Task-Leiste. Die Einstellungen sind wichtig, da sich auch bei Seafile Download und Upload begrenzen lassen. Darüber hinaus konfigurieren Sie das Verhalten im Falle eines Serverfehlers. Sprache und Proxy verwalten Sie dort ebenfalls.

Der Seafile-Client bietet auch die Funktion, gewisse Dateien für eine Synchronisation zu ignorieren. Dafür gibt es aber keine GUI. Sie erstellen dafür im Hauptverzeichnis der entsprechenden Bibliothek eine Datei mit Namen seafile-ignore.txt an. Dort hinterlegen Sie Muster, welche Dateien ignoriert werden sollen. Sie finden Beispiele und weitere Informationen im Handbuch unter Punkt 1.3. In der Dokumentation ist außerdem beschrieben, wie sich der Seafile-Client unter Windows als Service betreiben lässt.

Mobile-Client für ownCloud

Abbildung 3: Im Mobile-Client für ownCloud können Sie Dateien auch nur lokal auf dem Gerät löschen.

Der Mobile-Client der ownCloud ist für iOS, Android und Blackberry verfügbar. Per Standard lädt der Client keine Dateien lokal herunter. Das ergibt Sinn, denn sonst könnte der Speicher auf dem mobilen Gerät schnell knapp werden.

Sie dürfen die App mit einer PIN sperren. Ebenfalls können Sie einstellen, ob Bilder und Videos sofort in die ownCloud hochgeladen werden sollen. Natürlich können Sie die App auch nutzen, um damit Dateien manuell in die ownCloud hochzuladen.

Lokal gespeicherte Dateien werden durch einen grünen Haken markiert. Sie können Dateien auch nur lokal löschen, indem Sie das entsprechende Dokument lange berühren. In dem sich öffnenden Menü tippen Sie auf Löschen. Danach bekommen Sie die Optionen Nein, Nur Lokal und Ja.

Sie können den mobilen Client in der Zwischenzeit auch für das Teilen von Inhalten mit anderen Anwendern nutzen.

Mobile-Client für Seafile

Abbildung 4: Mit dem Mobile-Client für Seafile können Sie unter anderem Dateien teilen.

Den Mobile-Client für Seafile gibt es für Android und iOS. Die Software erlaubt es, mehrere Konten anzusteuern. Während Sie die ownCloud-App mit einer PIN sperren, sichern Sie die Seafile-App mit einem Wischmuster ab.

Über die Einstellungen dürfen Sie den Kamera-Upload aktivieren. Eine Besonderheit finden Sie ebenfalls in den Einstellungen. Mit nur einer Berührung haben Sie die Möglichkeit, den gesamten Zwischenspeicher zu löschen. Das kann viel Zeit sparen.

Berühren Sie den Pfeil auf der rechten Seite, dann stehen Ihnen diverse Funktionen zur Verfügung. Unter anderem können Sie die jeweilige Datei freigeben, kopieren, umbenennen und auch löschen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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