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Die Verknappung an NAND-Speicher wird das ganze Jahr den Storage-Markt belasten

Durch die technische Umstellung auf 3D-NAND ist die Produktion von SSDs belastet. Das bedeutet für 2017 lange Lieferzeiten und steigende Preise.

Seit dem Sommer 2016 übersteigt die Nachfrage nach NAND-Chips das Angebot bei weitem. Wahrscheinlich wird dieses Missverhältnis noch das ganze Jahr 2017 den Markt für Server und Storage belasten.

Dass weniger Flash-Arrays angeboten werden, als die Kunden eigentlich gerne kaufen würden, bestätigt Chad Sakac, President Global Systems Engineering Dell EMC. Die Verknappung dauert schon seit dem gesamten zweiten Halbjahr 2016, aber bis zum Sommer konnte dies noch teilweise durch Lagerbestände ausgeglichen werden. Das Problem liegt darin, dass sowohl im Consumer-Bereich mit Smartphones und anderen mobilen Geräten als auch im Enterprise-Markt Flash-Speicher stark nachgefragt wird.

Laut Sakac liegt derzeit die durchschnittliche Lieferzeit eines hyperkonvergenten Systems von Dell EMC bei zehn Tagen. Dies können sich aber um den Faktor fünf bis sieben erhöhen, abhängig vom eingebauten Flash-Speicher. Bei bestimmten Serverherstellern verzögert die Konfiguration eines Systems mit Solid-State-Disks (SSDs) die Auslieferung im Moment um 45 bis 60 Tage, während ein System mit Festplatten sofort oder binnen zehn Tagen verfügbar ist.

Alle Chip-Hersteller einschließlich Samsung hatten 2016 Schwierigkeiten bei der Herstellung von 3D-NAND-TLC. Zudem hat die Umstellung von 2D-NAND auf 3D-NAND die Produktion beeinträchtigt.

Sean Yang, ‎Research Director, Semiconductor & Hardware beim Marktforschungsinstitut DRAMeXchange, erklärt, dass die Hersteller 2016 ihre Produktionsprozesse für 3D-NAND optimiert haben. Es gab eine starke Preiserhöhung für Flash-Speicher.

Weniger feinfühlig heißt dies, dass alle Mitglieder der Allianz Toshiba/SanDisk, Micron und SK Hynix Probleme hatten. Ende 2016 waren 30 Prozent der ausgelieferten Prozessoren 3D-NAND, bis zum Ende des zweiten Quartals werden es wohl 50 Prozent sein.

Aber die Umstellung läuft nicht problemlos. Die Hersteller versuchen ihre Produktionskapazität für 3D-NAND zu erhöhen. Wenn dies umgesetzt wird, werden auch die Preise sinken. Micron hat beispielsweise 2016 die Produktion von 32 Bit TLC eingeführt und wird im dritten Quartal 2017 die Massenproduktion von 64 Bit TLC beginnen.       

Toshiba und Western Digital (einschließlich SanDisk) sind auf größere Schwierigkeiten bei der Einführung von 48 Bit TLC gestoßen. Beide Partner haben die Produktion des Prozessors BISC3 mit 64 Bit begonnen. Derzeit werden BISC3 3D-NAND-Module mit 256 GB RAM produziert. Für das dritte Quartal angekündigt sind Flash-Speicher mit 512 GB RAM mit der Technologie 64 Bit 3D-NAND. Die Hälfte der Produktionslinien ist derzeit mit BISC3 Modellen ausgelastet. Die größte Produktionsstätte befindet sich in Yokkaichi in Japan.

Samsung hat von seinem Vorsprung bei 48 Bit TLC profitiert und im gesamten Jahr 2016 seine Marktposition ausgebaut. Die Koreaner waren die ersten, die SSDs mit 7,6 und 15,2 TB ausgeliefert haben. 2017 soll diese Position mit einer massiven Migration zu 64 Bit TLC ausgebaut werden.

Die Nachfrage wird die Produktion 2017 übersteigen

Diese Umstellung auf 64 Bit wird verhindern, dass die Produktion ausgebaut wird und das ganze Jahr 2017 andauern wird. Micron hat bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2017 prognostiziert, dass die NAND-Produktion um etwa 38 bis 42 Prozent ausgeweitet werden kann und damit der Nachfrage nicht gerecht werden kann, weil die Produktionsumstellung auf moderne 3D-Technologie eine Belastung ist. Western Digital will seine Produktion um 35 bis 45 Prozent steigern.

DRAMExchange schätzt, dass die Silizium-Tranchen, die für die Flash-Produktion bestimmt sind, 2017 um sechs Prozent wachsen werden. Diese Einschätzung wird von Western Digital geteilt.

Aber diese Anstrengungen werden nicht reichen, um die Knappheit zu bewältigen. In jedem Fall wird die Nachfrage stärker steigen als die Produktion.

Laut den Schätzungen von DRAMExchange werden 2017 die Hälfte aller Notebooks mit SSDs bestückt werden (2016 waren es noch ein Drittel). Bei Smartphones werden Flash-Speicher mit immer größeren Kapazitäten eingebaut.

Auch der Bedarf von Unternehmen wächst rasant. Der SSD-Verkauf wird 2017 um 60 Prozent steigen und das sind dann 40 Prozent des gesamten Flash-Absatzes. Deswegen erwarten einige Analysten die Überwindung der Flash-Knappheit erst im Jahr 2018 und sehen für dieses Jahr noch steigende Preise.    

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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