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Die häufigsten Einsatzszenarien für Object Storage

Zu den heutigen Einsatzszenarien für Object Storage gehören unter anderem Archive, Backups sowie Data-Lake-Architekturen.

Hersteller von Object-Storage-Produkten bieten Produkte an, die sich meist für Archive, Backups oder Data-Lake-Architekturen eignen. Es gibt zwei Gründe, warum Objektspeicher als gute Lösung für Archiv-Storage angesehen werden. Zum einen gewährleistet Object Storage eine gute Performance zu geringen Kosten pro GByte. Zum anderen hat Objektspeicher die Fähigkeit, die Datenlebenszeit zu verlängern, was ideal für Archivumgebungen ist. Die Zahl der Einsatzgebiete für Object Storage wächst allerdings weiter an. Hersteller verbessern die Technologie beständig, so dass Object Storage nicht mehr nur seine traditionelle Rolle (Archiv) erfüllt, sondern auch für andere – produktive – Umgebungen im Rechenzentrum in Frage kommt.

Um den Trend des Objektspeichers zu verstehen, muss man zunächst wissen, warum er sich so gut für Daten nutzt, auf die weniger häufig zugegriffen wird. Die Daten profitieren von den umfassenderen Metadaten, die Object Storage ermöglicht. Diese umfassenderen Metadaten enthalten zum Beispiel „Verfallsdaten“, Versionsnachverfolgung oder näher beschreibender Kontext. Das erleichtert die Suche nach Informationen und die Resultate einer Suche sind relevanter, da die Metadaten mehr Details preisgeben.

Darüber hinaus nutzen Object-Storage-Systeme Replikation oder Erasure Coding für die Data Protection-Schutzverfahren, die sich für hochkapazitive Festplatten besser eignen als RAID. Das Problem ist nur, dass die zahlreichen Metadaten die Latenzen erhöhen, was wiederum die Performance beeinflusst. Da die meisten Objektspeicher Scale-out-Architekturen sind, ist es zudem schwierig, Strom effizient zu nutzen, denn die Metadaten setzen voraus, dass alle Nodes am Stromnetz angeschlossen und verfügbar sind.

Allerdings bemühen sich die Hersteller, diese Probleme zu adressieren und zu beseitigen. So wird zum Beispiel der Einfluss der Metadatenlatenzen dadurch minimiert, indem die Metadaten entweder in RAM oder Flash-Storage abgelegt werden. Durch das Speichern von Metadaten in DRAM oder Flash lässt sich auch Strom einsparen, indem Nodes und deren Laufwerke abgeschaltet werden. Es sind gerade diese Verbesserungen, die den Object Storage auch für andere Einsatzszenarien tauglich machen.

Object Storage für Data Protection

Der nächste logische Schritt ist es, Objektspeicher für die Data Protection einzusetzen. Wie auch Disk-Backup-Appliances sind auch Object-Storage-Systeme kosteneffizient, wenn es um den Preis pro GByte geht. Beschleunigt man die Metadatenverarbeitung durch DRAM und Flash, so können diese Systeme die Informationen schneller aufnehmen als zuvor. In der Vergangenheit waren genau diese Transferraten ein Problem, wollte man Objektspeicher als Backup-Ziele einsetzen.

Obwohl die Datenaufnahme von Object Storage noch nicht so schnell ist wie die der Disk-Backup-Appliances, so offeriert es doch einige Vorteile. Als erstes ist hier die Skalierbarkeit zu nennen. Objektspeichersysteme sind typischerweise skalierbarer als die meisten Disk-Backup-Lösungen. Darüber hinaus ist Object Storage oft effizienter, da sich hier globale Deduplizierung anwenden lässt. Das bedeutet, dass die Software alle Files im Array vergleicht und die redundanten Informationen nur einmal speichert. Die Deduplizierung wird dann über alle Arrays durchgeführt, so dass keine Redundanzen auftauchen können, selbst wenn sie auf unterschiedlichen Arrays zu finden sind. Letztlich sind Objektspeicher oftmals kosteneffizienter, da das Unternehmen Standard-Server und -Festplatten verwenden kann.

Des Weiteren eignet sich Objektspeicher für das Sichern von Snapshots und Replikationskopien produktiven Storages. Zahlreiche Hersteller von Produktivspeicher erlauben eine direkte Integration mit Object Storage. Diese Kombination gewährleistet, dass eine aktuelle Kopie der produktiven Daten im Objektspeichersystem vorgehalten wird.

Object Storage für die Public Cloud

Ein weiteres Einsatzgebiet, das Hersteller für Object Storage sehen, liegt in der Ablösung von File-Serving. Files sind eine Art Objekt, so dass sich Objektspeicher hierfür durchaus eignen. Kombiniert man sie mit entsprechender File-Sync-and-Share-Software (FSS), dann können diese Systeme sehr wohl File-Server eliminieren und Nutzern erlauben, auf Daten von jedem Gerät und Standort aus zuzugreifen.

Bei solch einem Anwendungsfall spielt die Zeit, um Daten aufzunehmen und wieder abzurufen, keine Rolle. Die meisten Geräte greifen via Breitband oder Wi-Fi auf die Daten zu. Objektspeicher kann mit diesen Geschwindigkeiten Schritt halten. Zuverlässigkeit und Langlebigkeit zählen hier mehr und genau dies kann Object Storage garantieren.

Ein wichtiger Nebeneffekt ist, dass die Kombination von FSS und Objektspeicher die unautorisierte Nutzung von Public-Cloud-Diensten (Shadow-IT) unterbinden kann. Shadow-IT setzt Unternehmensinformationen gewissen Risiken aus, während Anwender das erhalten, was sie benötigen: on-demand-Zugriff auf Daten in verschiedenen Systemen und die Option, diese Informationen mit Menschen außerhalb des Unternehmens zu teilen. Hier kann eine Kombination aus einem Private-Cloud-Object-Storage und FSS die Nutzung der Public Cloud eliminieren, was für viele Unternehmen ein Anreiz ist.

Sicher können zahlreiche Firmen den Einsatz von Objektspeicher nicht rein mit der Nutzung für FSS rechtfertigen. Wird es aber in Kombination mit Archiv und Backup genutzt, so haben IT-Manager ein gutes Argument für die Integration von Object Storage, da das FSS-Problem adressiert werden kann, ohne in zusätzliche Hardware investieren zu müssen.

Object Storage als Data Lake

Data Lakes sind ein anderes Einsatzszenario für Object Storage. Es ist hilfreich, sich einen Data Lake als Archiv vorzustellen, allerdings als eins, das speziell für Big Data konzipiert wurde. Ein Data Lake muss mehr Protokolle unterstützen als nur Object Storage. Big Data wird oft von Geräten wie Kameras oder Sensoren erzeugt, die kontinuierlich kleine Datenmengen ins Rechenzentrum senden. Ein Data-Lake-Repository muss typischerweise CIFS, NFS und manchmal auch iSCSI unterstützen. Werden Objektspeicher mit Multiprotokoll-Support ausgestattet – wie es bereits einige Hersteller tun –, so eignen sie sich auch für Data Lakes, die ebenso Skalierbarkeit, Langlebigkeit und Kosteneffizienz benötigen.

Object Storage wird in künftigen Rechenzentren eine Schlüsselrolle spielen. Wir können damit rechnen, dass Storage-Infrastruktur in Zukunft aus zwei Tiers bestehen wird: Ein All-Flash-Tier für transaktionsreiche Produktivdaten und einen Object-Storage-Tier für sekundäre Informationen. Das bedeutet, Objektspeicher wird für Archive, Backups und File-Sharing eingesetzt werden respektive für alles, was von Flash-Storage nicht profitiert. Es gibt mittlerweile Flash-Storage-Hersteller, die eine Integration mit Object Storage realisieren, damit Snapshots und Replikationskopien direkt an den Objektspeicher gesendet werden können. Das ermöglicht Backup- und Recovery-Optionen unternehmenskritischer Daten in nahezu Echtzeit.

Es steht außer Frage, dass sich Object Storage für mehr als nur Archivaufgaben eignet, aber eben insbesondere für Archive. Heutige Objektspeichersysteme verfügen über die richtigen Schutzmechanismen für hohe Speicherdichten und werden immer energieeffizienter. Nutzt man Object Storage für mehr als nur Archive, so erhält der Anwender einiges mehr an Funktionalität für seine Investition.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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