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EMC und Volvo starten selbstfahrende Autos

In einem Pilotprojekt in Göteborg wollen Volvo und EMC die Möglichkeiten und Grenzen für selbstfahrende Autos erproben.

Die südschwedische Stadt Göteborg will weniger Verkehrstaus. Weil die Lage am Meer mit einer Vielzahl von Inseln die Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs einschränkt, erhoffen sich die Stadtoberen die Lösung ihrer Probleme durch ein Projekt für selbstfahrende Pkws. Für Volvo, das seinen Stammsitz in Göteborg hat, ist es lokalpatriotische Pflicht, sich zu beteiligen. Ebenfalls mit von der Partie sind Storage-Anbieter EMC, der schwedische Telekommunikationsspezialist Telia und einige andere Forschungseinrichtungen und Start-ups.

Bereits seit 2013 gibt es Vorplanungen für das Projekt. Das Pilotprojekt startet 2017 mit 100 selbstfahrenden Autos (alle Volvo S90 mit Elektroantrieb) unter echten Bedingungen als „Drive Me Project“ auf 50 Kilometer Schnellstraße. Der Fahrer erhält jeweils ein Warnsignal, wenn die Selbststeuerung an- und ausgeschaltet wird. Die Fahrzeuge sind für die anderen Verkehrsteilnehmer nicht als Testfahrzeuge erkennbar. Zu den neu getesteten Funktionen zählen „Road Detection“, diese erkennt durch den Reifendruck eine schlüpfrige Fahrbahn durch Eisglätte und Aquaplaning und warnt nachfolgende Autos. Die „Animal Detection“ soll Wildunfälle verhindern (Elche in Schweden). Es gibt sogar erstmals einen Prototyp für einen connected Fahrradhelm, er warnt Radfahrer und Autos vor einer möglichen Kollision.

Für all dies werden Sensordaten im Auto gesammelt und ausgewertet und mit den Informationen verbunden, die andere Verkehrsteilnehmer liefern. Die Herausforderung ist groß, all dies in Echtzeit zu absolvieren und dabei ständige Verfügbarkeit zu gewährleisten.  

Weitere Pilotprojekte sind 2017 oder 2018 in London und China geplant. Speziell für den chinesischen Markt hat Volvo bereits einen Dreisitzer entwickelt, bei dem der Beifahrersitz wegfällt und stattdessen ein riesiger Flachbildschirm eingebaut wird, um während der Fahrt Videos anzusehen. Es ist eine neue schwedische Gesetzgebung im Frühling 2017 für diese Tests geplant. Darin wird festgelegt, dass der Test-Veranstalter für Unfälle haftet, im konkreten Fall also Volvo.

Jonas Rönnkvist, Leiter Consumer IT bei Volvo, berichtet: „Jetzt gibt es bereits hunderte Nodes in jedem Auto. Wir unterstützen eine Million connected cars und gehen auf die Reise zur digitalen Architektur.“ Aber er warnt auch vor zu hohen Erwartungen an selbstfahrende Autos: „Volvo geht in Haftung und wir sind sehr vorsichtig. Der Volvo S90 hat autonome Funktionen, die vom Fahrer überwacht werden müssen. Wir sagen unseren Kunden nicht, dass sie sicher sind in einem selbstfahrenden Auto. Auch ein selbstfahrendes Auto sollte hybrid zu fahren sein. Die Objekterkennung und die Ausfallsicherheit sind wichtig.“ Durch zwei Unfälle selbstfahrender Autos in den USA im Juli 2016 ist die Sicherheitsdiskussion für autonomes Fahren neu entbrannt.

Auf der Infrastrukturseite sorgt Telia für die Kommunikation: Helene Barnekow, Executive Vice President Telia, erklärt: „Wir arbeiten mit Tesla seit 2013 und haben einen Branchenfokus in der Autobranche. Wir verstehen die Daten im Wagen. Das Drive-Me-Project ist ein Test für uns alle.“ Die Netzverbindung beruht auf dem 4G-Standard auf Fibre-Channel. Telia sieht sich als Pionier des 5G-Standards und will ihn schnellstmöglich nach Europa bringen. „In Schweden zahlen Verbraucher freiwillig 2.000 Euro für einen 4G-Zugang. 5G wird nicht mehr auf Kupferkabel funktionieren und wir investieren massiv in die Umstellung auf Fibre Channel“, so Barnekow.

Die Storage für die großen anfallenden Datenmengen von etwa 500 GB pro Auto und Tag soll eine EMC All-Flash-Architektur auf Basis der XtremIO-Produkte erbringen. „Schnelle Verbindungen und die Verarbeitung großer Datenmengen in Echtzeit sind die Herausforderungen“, betont Jaques Boschung, Vice President Europe West bei EMC. „Gerade bei der Ausfallsicherheit können wir unsere Expertise in die Waagschale werfen. Der Data Lake kann die Herausforderungen bewältigen.“

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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