Enterprise-Backup-Angebote von CommVault, EMC, HP, IBM und Symantec

Die fünf untersuchten Enterprise-Backup-Lösungen bieten einen breiten Funktionsumfang. In unserer Übersicht zählen wir Details und Lizenzmodelle auf.

Dieser Artikel behandelt

Tape-Backup

Wir leben im Zeitalter von Virtualisierung, Mobility und Cloud Computing. Aus Sichtweise der Backup-Verantwortlichen ergeben sich somit zahlreiche Datenquellen und Ziele für die Datensicherung.

Backup-Software folgt in der Regel den neuesten Entwicklungen als dass sie einen Schritt voraus ist. In den fünf untersuchten Backup-Tools für Enterprise-Umgebungen ist daher eine Verzahnung mit Hypervisoren zu beobachten. Sie bieten neue Möglichkeiten, Backups, Wiederherstellung und andere Prozesse in virtuellen Umgebungen zu verwalten.

Diese virtuelle Integration geht in einigen Fällen noch weiter. Symantec NetBackup nutzt zum Beispiel Changed Block Tracking von VMware, um die Zeit für das Erstellen eines Systemabbilds zu verkürzen.

Alle hier vorgestellten Produkte haben eines gemeinsam: sie unterstützen Cloud-Backups und bieten verbesserte sowie erweiterte Funktionen hierfür. Mobile Endgeräte werden allerdings von den meisten Produkten nicht unterstützt. Die untersuchten Backup-Anbieter haben die Gelegenheit ergriffen, um die Kompatibilität zu neuen Enterprise-Anwendungen zu aktualisieren.

CommVault Simpana 10

Simpana 10 wurde im Februar 2013 veröffentlicht und setzt auf eine einzige Benutzeroberfläche, um den Workflow für Management, Ansicht und Zugriff auf alle Funktionen und Daten bereitzustellen. CommVault führte zudem Global Data Deduplication und eine Self-Service-Wiederherstellung für Mobilgeräte ein.

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Zu den neuen Funktionen gehören außerdem ein webbasierter Self-Service; Snapshot-Unterstützung für Anwendungen; konvergierte Backups, Archivierung und Reportings für Microsoft Exchange; webbasiertes Reporting und Cloud-basierte Analysen sowie Schutz für Multi-Tenant-Umgebungen, Self-Service-Prozesse und Rückbuchungsverfahren. Die Software bietet automatisierte Analysen, Daten-Deduplizierung, Replikation und die Suche nach Daten in Data Centern, Desktops, Notebooks und der Cloud.

Zu den Funktionen für mobile Geräte gehören Quellen-Deduplizierung, Verschlüsselung der Dateiübertragung und Bandbreiten-Drosselung. Als Ziele kommen Festplatten, Bandlaufwerke und die Cloud in Frage. Daten lassen sich in einem zentralen Repository mit einem einzigen Index speichern.

Simpana 10 unterstützt Microsoft Hyper-V, VMware vCenter und vCloud Director. Sie können gezielte Regeln definieren, um virtuelle Maschinen (VM) ein oder auszuschließen, die unter anderem auf Ähnlichkeits-Regeln für Data-Stores, Ressourcen-Pools und VM-Namen basieren. Für Exchange-Server bietet die Software anwendungsspezifischen Schutz. Das gilt ebenfalls für SharePoint, SQL Server, Oracle, DB2 und Lotus Notes. Sie haben die Möglichkeit, individuelle Tabellen, Datenbanken und komplette Applikationen wiederherzustellen.

Zu den Reporting-Funktionen gehört ein Live Dashboard, das die Auslastung des Storages, Erfolgsquoten, historische Daten, Trendanalysen und Vergleiche von Best Practices anzeigt. Schließlich lassen sich auch Reports für Rückbuchungsverfahren und Service-Level-Agreements (SLAs) anzeigen. Für Compliance-Vorgaben kann die Software Daten suchen und sammeln, die aus rechtlichen Gründen aufgehoben werden müssen.

EMC Networker 8.1

Die im Juli 2013 veröffentliche Version 8.1 (seit April 2014 Version 8.2) bietet Snapshot-Management für eigene VMAX- und VNX-Arrays und RecoveryPoint-Replikations-Software, die eine Benutzerschnittestelle mit einem Assistenten zur Verfügung stellt. Zusätzlich lassen sich eine automatische Erkennung und Zuweisung von Snapshot-Storage sowie Daten-Deduplizierung per DD Boost über Fibre Channel einsetzen.

Über EMC Mozy kann man die Daten direkt in der Cloud sichern. Die Integration mit Active Directory erlaubt es Networker, exisitierende Anwenderkonten zu verwenden. Neue Storage-Pools reduzieren das Management von Storage-Quotas. EMC Networker hat einen integrierten Backup-Assistenten und kann Daten gezielt auf Datei-Ebene wiederherstellen und Snapshots auf Festplatten, Bandlaufwerken und der Cloud anfertigen.

Das Gesamtpaket ist modular aufgebaut und bietet separate Lizenzen für die Unterstützung von Datenbanken und Anwendungen. Darunter befinden sich unter anderem DB2, Informix, Lotus, MySQL, Oracle und Sybase. Ein Microsoft-Modul liefert Unterstützung für Exchange, Hyper-V, SQL Server und SharePoint. Weiterhin gibt es ein SAP- und Oracle-Modul. Die Hypervisor-Unterstützung beinhaltet Microsoft Hyper-V und VMware vSphere.

Eine Integration mit VMware vCenter ermöglicht die automatische Erkennung virtualisierter Umgebungen. Der vSphere Web Client stellt Self-Service Image-Backup und -Recovery für VMware zur Verfügung, sowie Reporting für vSphere. Eine neue webbasierte Benutzerschnittstelle bietet Wiederherstellungs-Optionen für Windows und Linux auf Datei-Ebene. Diese können Administratoren und andere Anwender nutzen, die entsprechende System-Rechte besitzen.

Die Nutzungsrechte gibt es entweder als traditionelle oder Kapazitäten-basierte Lizenz. Die traditionellen Lizenzen basieren auf den Funktionen und Backup-Zielen, wie zum Beispiel Snapshots, Festplatte oder Datenbänder und orientiert sich an kleinen Umgebungen, die aber über 250 Gigabyte (GB) pro Client verwenden. Das Kapazitäten-basierte Lizenz-Modell ist für große Infrastrukturen besser geeignet. Dabei ist es egal, ob es sich um virtualisierte oder physische Umgebungen handelt. In der Regel rechnet man hierbei für die Clients weniger als 250 GB ein und erhält dafür fortgeschrittene Funktionen, wie etwa Daten-Deduplizierung, Support und VTL-Backup.

HP Data Protector 8

Die Software wurde im Juni 2013 herausgebracht. Data Protector 8 kann täglich bis zu 100.000 Sitzungen ausführen und bis zu einer Billion Dateinamen verwalten. Das Programm bietet Unterstützung für maximal 50.000 Clients. Der Datendurchfluss kann bis zu 144 Terabyte pro Stunde betragen. Bei geringen Bandbreiten ist eine Drosselung möglich.

Die Arbeitsprozesse lassen sich von einem einzigen Punkt verwalten, von dem man Daten-Deduplizierung, Snapshots, Backups sowie Wiederherstellung kontrollieren kann. Es unterstützt zudem virtualisierte Remote-Office-Umgebungen. Virtuelle Maschinen lassen sich als neue Instanz wiederherstellen. Dabei werden die existierenden VMs nicht überschrieben. Für Snapshot-Backups können Sie das Storage-System 3PAR StoreServ von HP verwenden.

Data Protector 8 bietet sogenanntes Bare Metal Recovery (BMR) auf virtuellen oder physischen Servern. Dafür ist kein Systemabbild notwendig. Die Software sichert in der Autonomy Cloud von HP, auf Festplatten oder Datenbändern. Außerdem bietet sie Schutz für Microsoft Exchange 2013, SharePoint 2013, SQL Server und Oracle.

Das Produkt unterstützt Backup und Wiederherstellung sowie Snapshots und Replikation für VMware, Microsoft Hyper-V und Citrix Xen. Automatisierte, Policy-basierte Integration mit VMware vCenter und vDirector ist möglich. Einzelne Elemente lassen sich von VMware-Administratoren mit ausreichend Rechten anfordern. Die Web-basierte Management-Konsole stellt Self-Service-Wiederherstellung zur Verfügung.

Bei Betriebssystemen unterstützt Data Protector 8 unter anderem HP-UX, Windows, Solaris, Tru64, OpenVMS, NetWare, Linux und AIX. Lizenzen gibt es auf traditioneller Weise, abhängig von Funktionen, Backup-Zielen (zum Beispiel Snapshots, Festplatten oder Datenbänder) oder Kapazität.

IBM Tivoli Storage Manager 7.1

Tivoli Storage Manager (TSM) ist eine modulare Plattform, die man in verschiedenen, vordefinierten Paketen erhält. Die aktuelle Version gibt es seit Oktober 2013. Sie ermöglicht laut IBM die tägliche Aufnahme  deduplizierter und replizierter Daten, die um den Faktor zehn größer sein können als bei der Vorgänger-Version.

TSM unterstützt Microsoft Exchange 2013 und zeichnet sich durch Reaktionsfreudigkeit gegenüber dem Mailbox Restore Browser aus. Sie erhalten vollen Zugriff auf VMware VM sowie die Recovery-Verifikation. Aus einem VM-Backup von Microsoft Exchange Server lassen sich gezielt Elemente wiederherstellen. Das trifft ebenfalls auf Recoverys von Microsoft SQL Server auf Datenbank-Ebene und VMware VM Domain Controller zu. Darüber hinaus unterstützts es VMware vCloud Director Tenant vApps. Zusätzlich stellt die Software in der Management-GUI eine Übersicht zu Status und Anwendungen der Vmware-Umgebungen zur Verfügung.

Die TSM-Betriebskonsole bietet verbesserte Sichtbarkeit für Server-Diagnosen. Schließlich lassen sich Backups von virtuellen Maschinen gruppieren, die sich am gleichen Ort befinden, um damit die Auslastung der Datenbänder zu optimieren. Eine feinere Umsetzung der Richtlinien und des Managements der virtuellen Maschinen ist somit möglich. Unterstützte Clients rangieren von Notebooks bis zu Mainframes. Schutz gibt es sowohl für phyische als auch virtuelle Geräte.

Symantec NetBackup Version 7.6

Im Juni 2013 erschienen, beinhaltet diese Version von Symantec NetBackup Bug-Fixes sowie Funktionen für den Zeitraum von Backups und Wiederherstellungen. Zudem unterstützt es Clients mit Windows 8 und Windows Server 2012.

Neu ist die Unterstützung unter anderem für Hyper-V 2012, Microsoft Exchange 2013, DB2 10.1 und SharePoint 2013. NetBackup nutzt nun VMwares Changed Block Tracking, um ein komplettes Image-Backup in einem Zeitrahmen zu erlauben, der vorher für eine inkrementelle Datensicherung notwendig war. Laut Symantec ist das ein Geschwindigkeitszuwachs um den Faktor 35.

Der neue Replication Director für VMware ermöglicht die Kontrolle des Managements und Wiederherstellung von Array-basierten sowie replizierten Snapshots. Außerdem unterstützt es VMware vCloud Director. NetBackup erkennt selbständig Oracle-Instanzen, die ein Backup benötigen und stellt entsprechende Policies auf, um diese ausreichend zu schützen.

Das Produkt kann sowohl physische als auch virtuelle Maschinen von Microsoft und VMware sichern. Die Granularität reicht von einer einzelnen Datei bis zu kompletten Datenträgern sowie Datenbanken. Zu den weiteren unterstützten Hypervisoren gehören HP-UX Integrity VM, IBM VIO Server und Solaris.

Weitere Features sind Daten-Deduplizierung, Snapshots und Replikation. Eine Wiederherstellung ist von Festplatte, Datenband, Snapshot oder Cloud möglich. NetBackup lässt sich global mit einer einzigen Konsole verwalten. Zu den Management-Funktionen gehören Backup- und Wiederherstellungs-Möglichkeiten sowie die Suche nach Datensicherungen auf Datei-Ebene innerhalb der Image-Backups.

Die Lizenzen richten sich nach dem Betriebssystem und der Spezifikation der physischen Maschine. Daneben gibt es ein Kapazitäten-basiertes Modell, welches von der Menge der zu sichernden Daten abhängt.

Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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