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IBM präsentiert auf den Storage Strategy Days neue Lösungen

IBM hat auf seinen Storage Strategy Days neue Einstiegs-All-Flash-Arrays und Virtualisierungs-Lösungen in den Mittelpunkt gestellt.

IBM hat auf den achten Storage Strategy Days am 13. Oktober 2016 in Ehningen etwa 200 Partner und Kunden begrüßen können. Patricia Neumann, Vice President Systems Hardware Sales DACH MIT bei IBM, registrierte den großen Zuspruch mit Freude und Selbstbewusstsein: „Das Storage Portfolio macht Hälfte der Hardware aus. Wir haben große Erfolge mit neuen Themen und wir sind der Infrastruktur verpflichtet. Gerade in DACH operieren wir erfolgreich. Die Übernahme von Cleversafe 2015 hat unser Storage-Angebot weiter gestärkt. Die unstrukturierten Daten explodieren und die Kunden wollen Wettbewerbsvorteile durch Daten. Wir sind die Grundlage für die Strategie unserer Kunden und wir können investitionssicher mitgestalten“.

Dr. Axel Köster, Executive IT Specialist Storage Chief Technologist ESSC IBM, brachte seine Erfahrungen zum Thema Bimodale IT aus dem neuen IBM EMEA Storage Competence Center Rhein/Main in Kelsterbach mit. Es gebe bei Storage-Landschaften eine Frontstellung langsam vs. agil; klassische IT vs. Cloud/Webscale; latenzoptimiert vs. Op-Ex-optimiert; spezialisierte Hardware vs. generische Hardware.

Die großen Internetgiganten neigen alle der zweiten Seite zu, während die meisten Industriekunden zur ersten Seite gehören. Entgegen einigen Vorurteilen seien die Klassiker aber keineswegs überholt, meinte Köster. „Zugeschnittene Hardware ist besser für Low-Latency und es wird immer so sein, dass es dafür Einsatzszenarien gibt.“ Für hybride Applikationen benötigt man beides. Dies kann so aussehen, dass etwa Kundenstammdaten in der klassischen Storage vorgehalten werden, während ein interaktives Dialogsystem, Frontend, Watson Q&A in einer Web-Scale-Umgebung besser aufgehoben sind.

„Es gibt Dienste, die klassisch kaum noch implementierbar sind“. Bei Web-Scale wird aber die Performance vom Betreiber nur statistisch verwaltet. Konsistenz ist ein wichtiges Thema in Web-Scale, aber schwer zu erreichen. NoSQL strebt Eventual Consistency an. Eventual Consistency ist nicht korrupt, aber nicht aktuell. Sie ist letztlich ein unerreichbarer Zustand, weil die Indizes etwa bei Google ständig aktualisiert werden. „Wenn man mit Geld oder Ressourcen arbeitet, geht es nicht mit eventual Consitency, weil die Daten korrekt sein müssen“,  erklärt Köster.

Hyperkonvergenz sei nicht mit Web-Scale zu verwechseln. „Auf einer hyperkonvergenten Umgebung kann man kein Pokemon Go spielen.“ Hyperkonvergenz arbeitet mit Micro-Services und schwacher Konsistenz. IBM bietet die Infrastruktur Konvergenz mit Versastack.

Verbundene Welten

IBM strebt in seiner Storage-Produktstrategie an, die Welten zu verbinden. Alles soll mit OpenStack kompatibel sein, auch wenn OpenStack gar nicht verwendet wird. Alle IBM-Storage-Produkte sind mittlerweile zertifiziert für SAP HANA. Jedes IBM-Speichersystem gibt es als Appliance, Software oder Cloud Service. Hybride Anwendungen werden die Norm.

Auch die IBM Cloud Object Storage ist dreifaltig (Cleversafe an IBM company). Videos werden gestreamt von Object Storage. Der Object-Zugang ist leichtgewichtig, die Objekte werden nicht verändert. Alle Box-Varianten arbeiten nach diesem Prinzip. Es läuft ohne RAID, der Fokus liegt auf Datendurchsatz. Es entstehen bei Object Storage nur geringe Kosten durch optimierte Redundanz und es gibt eingebaute Sicherheit durch Fragmentierung ohne Verschlüsselung. Softwaredienste sorgen für Verteilung und Medienverwaltung.

Flash-Neuheiten

IBM bietet Flash-Module mit Flash Core Technologie mit integriertem RAID und Mikrolatenz bereits seit einiger Zeit. Sie sind jetzt ausgereift. Die Alterung zeigt ein hochperformantes System. Die neuen Flash Module sind jetzt verbaut in IBM A9000 und IBM V9000 sowie im Big Data Engine for NoSQL.

„Ein Flash System kann als schneller Key-Value-Store mit CAPI faktisch fast so schnell wie ein In-Memory-System sein“, meint Köster. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist das FlashSystem Dictionary Server-Konzept oder Geolocation mit redis.

IBM bietet nearline RAM zum Flash-Preis. „Sehr große SSDs kommen, aber die haben dieselben Probleme wie große Festplatten. Distributed RAID ist dafür nötig”, bekräftigt Köster.

IBM Deep Flash 150 ist für Data Warehouse geeignet und das erste System von Big Blue, das die Grenze von 1 GB/Dollar knackt. Mit read-intensive Flash Drives wird das möglich. Deep Flash 150 ist ein Bausteinsystem für software-definierte Storage. Auf drei Höheneinheiten können 16-, 32- oder 64 Flash-Cards zu je 8TB eingebaut werden. Es gibt drei Standard-Konfigurationen mit 128TB, 256TB oder 512TB.

Zukunft der SSD

Köster gab einen Ausblick der Solid State Systeme: „16 nm Lithographie ist unteres Limit für Datenspeicher und bremst Flash aus. 3D Solid State überwindet diesen Flaschenhals, hat aber Probleme mit Hitze und verbraucht eine hohe Wattmenge. Wir forschen an Pico-Modulen mit Write Disturbance, um Löschvorgänge mit hoher Spannung zu ermöglichen, wenn 128 Schichten statt einer Schicht angesprochen werden müssen. Deswegen ist 3D-SSD nur für read-intensive geeignet.“  IBM hat den ersten 7 nm Lithographie Chip entwickelt, der noch nicht produktionsreif ist, aber den Weg in die postdigitale Informationstechnologie zeigt.

Und bei allem Enthusiasmus für Flash setzt IBM weiter auf Tape. Der Hersteller hat Tapes mit 200 TB Kapazität im Labor. Große Cloud Provider setzen im Backend auf Tape, um Datenmengen im Exabyte-Bereich zu speichern.

Lücke geschlossen

In seinem Konzept für software-definierte Storage hat IBM laut Ralf Colbus, Leading Storage Professional bei IBM, jetzt mit einer Erweiterung der Spectrum-Produktfamilie eine wichtige Lücke geschlossen. „Mit Spectrum Virtualize als Software haben wir das letzte Stück umgesetzt. Von Analysten erfahren wir dafür viel Zuspruch.“ 

Die IBM Spectrum Virtualize Software ist das Herzstück der Produktfamilien IBM SAN Volume Controller und IBM Storwize. Spectrum Virtualize steuert über 126.000 Storwize Systeme und 54.500 SVC Engines. Es sind ca. 300.000 Enclosures im Einsatz und 5.6 Exabyte Daten virtualisiert. Spectrum Virtualize übertrifft 99.999% Verfügbarkeit und unterstützt ca. 400 IBM und non-IBM Storage Systeme. IBM Spectrum Virtualize as SW ist gut geeignet für Kunden, die Hybrid-Cloud aufbauen und Daten in die Cloud spiegeln. Die Software wird auf einem Bare-Metal-Server implementiert. Eine All-inclusive Lizenz umfasst GUI, Echtzeit-Kompression (RtC), Spiegelung, Easy-Tiering und mehr.

Neue Storwize-Appliances

Neu sind auch die Storwize-Appliances IBM Storwize 5030F als Entry-Level-All-Flash-Speicher und für die Midrange IBM Storwize V7000F ebenfalls als All-Flash. Alle verwenden neue Intel-Broadwell-Prozessoren und sind etwa 30 Prozent schneller als ihre Vorgänger.

Die Storwize V7000 New Gen (2076-624) enthält zwei Nodes, jeder mit 10-Core 2.2 GHz Broadwell Prozessor und 32 GB Cache (total 64GB) sowie einen integrierten Compression Accelerator Chip. 24x 2.5” Laufwerke sind im Controller auf zwei Höheneinheiten. Optional sind 128GB (total) möglich. Die Rechenleistung wird beschleunigt durch eine HW Accelerator Card. Die Skalierung geht bis 504 Drives und im Cluster bis 1056 Drives.

Das Midrange All-Flash Array V7000F bietet zwei Nodes, jeder mit 10-Core 2.2 GHz Broadwell und 64GB Cache (total 128GB) bestückt sowie integrierte Hardware-assisted Compression Acceleration.

Das Entry All-Flash Array V5030F verfügt über zwei Nodes mit je zwei 6-Core CPU und 32 GB Cache (total 64GB). 504 Drives und im Cluster 1008 Drives können verwendet werden. An Laufwerken werden SSDs in den Größen 400GB-800GB-1.6TB-3.2TB verwendet. Read-intensive (RI-SSD) gibt es in den Ausführungen 1.92 TB und 3.84 TB RI-SSD (7TB und 15TB SoD). Externe Virtualisierung und interne/externe Verschlüsselung sind Teil des Angebots, ebenso wie ein oder drei Jahre Garantie.

Bemerkenswert ist der Kampfpreis für dieses Einstiegsangebot. Die IBM V5030 mit 60TB SSDs gibt es für knapp 20.000 Euro.  

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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