Kroll Ontrack: Top 10 skurriler Datenverluste

Jedes Jahr kürt Datenretter Kroll Ontrack die witzigsten Datenverluste, mit denen sich ihre Labore beschäftigen mussten. Hier die Top 10 aus 2014.

Dieser Artikel behandelt

Sichere Datenspeicherung

Wie in jedem Jahr zieht das der Spezialist für Datenrettung, Kroll Ontrack, Bilanz und führt auf, bei welchen skurrilen Fällen an Datenverlusten das Unternehmen Informationen wiederherstellen musste. Dabei zählen insbesondere nicht nur Rechenzentrumssysteme, sondern immer mehr private Datenträger zu den besonders außergewöhnlichen Datenverlusten. 

Ähnlich dem Darwin Award kürt Kroll Ontrack jährlich die ungewöhnlichsten oder eben witzigsten Arten der Datenverluste, bei denen sie helfend eingreifen mussten. Da macht das Jahr 2014 keine Ausnahme. Hier nun die Top-Ten-Liste 2014.

Platz 10: Feuer und Wasser

Auch Helfer können selbst in Not geraten und Hilfe benötigen, wie zum Beispiel der deutsche Feuerwehrmann, der es auf Platz zehn schafft. Bei einem Brand verlor er die Daten seines Nokia Lumia 610 Smartphone – allerdings durch Wasser. Er nahm das Telefon mit zu einem Einsatz, wo das Gerät durch Löschwasser so stark beschädigt wurde, so dass alle Daten, inklusive der Fotos von Freunden und Familie, verloren waren. Die Fotos, insgesamt 732, ließen sich durch Kroll wiederherstellen.

Platz 9: Aus Alt mach Neu

Im Falle einer US-amerikanischen Firma kam das Auswechseln eines alten Storage-Gerätes gegen ein neues ein klein wenig zu spät. Das neue Speichersystem stand bereits im Serverraum und wartete nur darauf, in die IT-Infrastruktur integriert zu werden. 

Das alte Array schien wohl eifersüchtig und zickte genau einen Tag vor der Inbetriebnahme des neuen Systems und fiel aus, was den Zugriff auf kritische Geschäftsdaten auf einen Schlag unmöglich machte. Der IT-Administrator überließ in diesem Fall nichts dem Zufall und setzte sich mit Kroll Ontrack in Verbindung, die auch hier alle erforderlichen Daten rekonstruieren konnten.

Platz 8: Wenn einer eine Reise tut

Reisen kann spannend sein, allerdings auch sehr nervenaufreiben, wenn etwas schiefläuft. So hatte ein norwegischer Reisender gleich zweimal Pech. Zum einen verunglückte seine Fähre und zum anderen verlor er deswegen seinen Fotoapparat, der stundenlang im eiskalten Wasser lag. Nach seiner Bergung war die Speicherkarte verständlicherweise nicht mehr in einem 1A-Zustand. Starke Korrosion hatte den gesamten Datenbestand vernichtet. Aber auch dem Reisenden konnte geholfen und alle seine Bilder gerettet werden.

Platz 7: Der will nur spielen

Nicht nur Naturgewalten und menschliches Versagen können zu Datenverlusten führen, sondern auch tierische Missgeschicke. In den USA ließ jemand seinen USB-Stick unbeaufsichtigt liegen, auf dem sich sehr wichtige Daten befanden. 

Das Haustier der Familie – offensichtlich ein sehr verspielter oder sehr hungriger Hund – bekam genau diesen USB-Stick zu fassen und machte sich wohl mit Enthusiasmus daran, diesen mit den Zähnen zu malträtieren. Ob aus Spiellaune oder heißhunger-Attacke ist nicht überliefert, auch nicht, ob der Hund einen Kauknochen in Form eines USB-Sticks bekam. Sicher ist aber, dass auch die Daten wiederherstellbar waren.

Platz 6: Geheimnis mit 1.000 Puzzleteilen

Nicht immer erzählen die Anwender bereitwillig, was zum Datenverlust geführt hat und die Mitarbeiter von Kroll Ontrack können sich ihren Teil nur denken. So auch im Fall des Microsoft Surface Tablet, dass den Experten aus den USA ins Labor geliefert wurde. 

Dieses kam nicht in einem, sondern in zahlreichen kleinen Stücken, also völlig zerschmettert. Die Daten ließen sich dennoch rekonstruieren. Ob nun eine eifersüchtige Freundin, ein Sturz (oder Wurf) aus hoher Höhe oder ein Wutanfall des Besitzers der Grund für dieses Puzzlespiel war, wird auf immer das Geheimnis des Besitzers bleiben.

Platz 5: Wellenreiten

Naturgewalten bleiben nach wie vor Grund für beschädigte Hardware und somit auch für Datenverluste. Feuer, Wasser, Erdbeben oder Vulkanausbruch. All das sind Fälle, in denen Daten schnell verloren gehen können. 

In Bosnien-Herzegowina musste eine Firma feststellen, dass Hochwasser und Springfluten zu den unberechenbarsten Naturgewalten zählen. Eine Springflut im Balkanstaat spülte zwar nicht das Firmengebäude, so aber doch den RAID-Server aus dem Haus heraus. Erst zwei Wochen später konnte das System wiedergefunden werden: unter Wasser und ganze 100 Meter von seinem ursprünglichen Standort entfernt. Auch hier waren die digitalen Informationen nicht mehr auf herkömmlichem Wege zugänglich, so dass Kroll Ontrack aushelfen musste und konnte.

Platz 4: Hotel-Hack

Das Hacken von Daten ist kein witziger Zeitvertreib einiger Nerds, sondern wird mittlerweile regelrecht als Waffe eingesetzt. Viele glauben, davor gefeit zu sein, da sie ja keine Promis, reiche Unternehmer, wissenschaftliche Einrichtungen, Banken, Militär oder erfolgreiche Industriefirmen sind. 

Das ist aber weit gefehlt. Ein Hack kann jeden treffen. So zum Beispiel wurde ein US-amerikanisches Hotel Opfer einer solchen Hacker-Attacke. So verschafften sich dieses Jahr Hacker zum Netzwerk eines Hotels Zugang und löschten auf 35 LUNs (virtuellen Festplatten) nicht nur alle aktiven Daten, sondern auch die Backups. 

Das erforderte nicht nur ein kleines Team von Kroll Ontrack, sondern einen Stab an hochqualifizierten Datenrettungs-Ingenieuren, das sowohl vor Ort als auch per Remote-Verbindung an dem Fall arbeitete. Durch diesen Einsatz ließen sich die Informationen wiederherstellen und der Schaden in Grenzen halten.

Platz 3: Stilles Örtchen: Datenverlust im eigenen Unternehmen

Auf Platz drei findet sich ein Fall, der immer populärer wird, wenn es um Datenverlust geht. Darüber hinaus zeigt er, dass auch Datenretter mal Datenrettung benötigen, denn er ereignete sich im Unternehmen Kroll Ontrack. 

Es scheint, dass viele Handy-Besitzer selbst auf dem stillen Örtchen nicht auf das Smartphone und den Kontakt zur Außenwelt verzichten wollen. Ein schwieriger Balance-Akt wie eine Mitarbeiterin von Kroll feststellen musste. Sie versenkte aus Versehen ihr iPhone in der Toilette. Da das Telefon nicht wasserfest, das Labor aber nicht weit weg war, beeilte sich die Frau, ihre Kollegen mit diesem Fall sofort aufzusuchen. Fotos, Kontakte und Nachrichten ließen sich wiederholen. Wer braucht da noch iCloud-Backup, wenn man so nette Kollegen hat.

Platz 2: Noch mehr Reisen, noch mehr Wasser

Island bietet Touristen an jeder Ecke des Landes wunderschöne Naturimpressionen. Natürlich sind vor allem die spektakulären Wasserfälle bekannt, die viele Reisende magisch anziehen. Aber auch hier kann Mutter Natur sehr unberechenbar sein. 

Beim Versuch, mit einem Smartphone Bilder eines wundervollen Wasserfalls aufzunehmen, wurde eine junge Frau aufgrund einer starken Windböe von einem riesigen Wasserschwall getroffen und völlig durchnässt. So auch das Telefon, das durch den akuten Wasserschaden unbrauchbar geworden war und nun den Zugriff auf Fotos und andere Daten verweigerte. In diesem Fall konnten nicht nur die Daten, sondern selbst das Telefon zum Leben wiedererweckt werden.

Platz 1: Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt

Menschliches Versagen ist nach wie vor einer der häufigsten Gründe für Datenverluste, sei es in großen Rechenzentren, kleinen Serverräumen oder daheim. 

Platz Nummer eins macht da keine Ausnahme. Auslöser war allerdings eine Meinungsverschiedenheit zwischen einem Laptop und seinem Besitzer. Dieser brachte sein beschädigtes Gerät zu Kroll mit folgender Begründung: „Mein Laptop wollte nicht so wie ich wollte. Wir hatten also sozusagen eine kleine Meinungsverschiedenheit. Da habe ich die Beherrschung verloren und einfach auf den Tisch gehauen. Leider war zwischen Hand und Tisch noch der Laptop“, erläuterte der Kunde seinen Datenverlust. 

Dummerweise hatte er das Gerät genau an der Stelle getroffen, an der sich die Festplatte befand. Dies führte zu einem kapitalen Headcrash. Der Rechner war so stark beschädigt, dass sich nur 50 Prozent der gespeicherten Informationen rekonstruieren ließen. Ob der Kunde im Nachgang ein Anger-Management-Seminar absolvierte und Frieden mit einem neuen Laptop geschlossen hat, wurde nicht überliefert.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2014 aktualisiert

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