NAS-Server-Optionen: Vor-und Nachteile von Scale-out und Scale-up

Die Steigerung der Skalierbarkeit von NAS-Servern unterstützt Unternehmen im Kampf gegen immense Datenmengen und unstrukturierte Datenhaltung

Dieser Artikel behandelt

NAS-Management

ÄHNLICHE THEMEN

IT-Abteilungen, die mit explosivem Wachstum unstrukturierter Daten zu kämpfen haben, sollten ihre NAS-Optionen prüfen und entscheiden, ob traditionelle NAS-Server mit fester Kapazität ihren Storage-Anforderungen besser gerecht werden oder die neu aufkommenden Scale-out-Systeme. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, finden Sie hier eine Zusammenfassung der Vor-und Nachteile beider Typen.

Traditionelles NAS: Vorteile

Einer der Hauptvorteile traditioneller NAS-Systeme ist ihre Einfachheit. Sie sind einfach zu installieren, konfigurieren, verwalten und zu betreiben, insbesondere in Installationen von überschaubarer Größe. Produkt-Upgrades in dieser Kategorie folgen dem traditionellen Muster: Austausch von Komponenten gegen solche mit schnelleren Prozessoren und größerer Storage-Kapazität.

Scale-up-Produkte sind in der Regel ausgereift, haben jede Menge Features und Add-on-Software für Datensicherheit, Business Contuinity und Storage-Effizienz. Weitere Optionen sind Snapshots, one-to-many und many-to-one-Replikation, Remote-Replikation und Remote-Snapshots, Thin Provisioning, Deduplizierung und Kompression.

Traditionelle NAS-Systeme können kostengünstig und zuverlässig sein, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs). Sie helfen Datei-Server zu konsolidieren und zentralisieren die Daten-Sicherung. Sie arbeiten auch eng mit verbreiteten Business-Anwendungen und deren Management-Konsolen zusammen.

Traditionelles NAS: Nachteile

Größter Nachteil traditioneller NAS-Systeme ist ihre mangelnde Eignung, sich über die Grenzen des ursprünglichen Systems hinaus skalieren zu lassen. Dies zwingt Kunden zur Anschaffung zusätzlicher, separat verwalteter Einheiten, wenn sie zusätzliche Kapazität benötigen.

Weil IT-Abteilungen unterschiedliche Produkte kaufen ist NAS-„Wildwuchs“ ein häufiges Problem. Solche Insel-Lösungen wirken sich auch nachteilig auf Platzbedarf, Stromverbrauch und Kühlung aus und erschweren generell die Verwaltung von Storage.

„25, 50, 100 oder 200 dieser individuellen NAS-Boxen zu verwalten, kann schnell zu einem Alptraum werden“ sagt Arun Taneja, Gründer und Consulting Analyst der Taneja Group im US-Bundesstaat Massachusetts. „90 Prozent der Arbeitszeit eines Administrators in typischen, traditionellen NAS-Umgebungen geht für das Hin- und Herschieben von Dateien zum Zwecke des Load Balancing drauf.“

Scale-out NAS: Vorteile

NAS OPTIONEN AUF EINEN BLICK

Scale-up NAS: Vorteile

einfacher einzurichten und zu verwalten

bessere Software/Datensicherung-Funktionalität

Scale-up NAS: Nachteile

Begrenzte Skalierung

Neigung zum NAS-Wildwuchs

Scale-out NAS: Vorteile

bessere Skalierbarkeit

Kapazität und Performance unabhängig skalierbar

Globaler Namespace

Scale-out NAS: Nachteile

höhere Kosten

weniger Features und Funktionen

Scale-out-NAS hat zunächst den Vorteil, dass Kapazität und Leistung sich fast nach Belieben skalieren lassen, weit über die Grenzen traditioneller Scale-up-Technologie hinaus. Daten sind typischerweise über viele Storage-Controller verteilt, die Cluster-Architektur garantiert hohe Verfügbarkeit.

Die ersten Scale-out NAS galten als schwierig einzurichten und zu verwalten, doch der Schwierigkeitsgrad variiert je nach Produkt. Mehrere kommerzielle Produkte haben diesen Nachteil bereits weitgehend ausgeräumt. So berichten Nutzer, dass das Hinzufügen eines Knotens zu einem Isilon-System von EMC nicht viel mehr verlangt, als einen Knopf auf der Frontplatte zu drücken.

Sobald das System hochgefahren ist und läuft, hat Scale-out NAS den großen Vorteil, Petabytes an Daten in einem einzigen verteilten Dateisystem und globalen Namensraum verwalten und bewegen zu können. Die Systeme unterstützen generell große Volumina. Platzbedarf, Strom- und Kühlungsaufwand und Personalkosten sind leicht im Griff zu behalten.

„Egal ob die Systeme das durch Namespace-Aggregation oder mit einem echten globalen Namespace bewerkstelligen – was zählt ist, dass die Administration dem Kunden keine Kopfschmerzen bereitet“ sagt Terri McClure, Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group im US-Bundesstaat Massachusetts.

Bei manchen Scale-out-Systemen lassen sich Performance und Kapazität unabhängig voneinander erhöhen, während bei anderen die Skalierung gleichzeitig stattfinden muss. Darüber hinaus ermöglichen einige Produkte Upgrades und Hardware-Wartung ohne Unterbrechung des Datenzugriffs.

Scale-out NAS: Nachteile

Einige Scale-out-Systeme bringen ziemlich hohe Lizenzgebühren mit sich, die zu den inkrementellen Kosten regelmäßiger Hardware-Erweiterungen hinzukommen. Außerdem lassen Scale-out-Systeme – jedenfalls bisher – häufig die Funktionalität etablierter Scale-up-Lösungen vermissen.

Zum Beispiel könnte ein Scale-out NAS die Remote-Replikation ermöglichen, dies aber nur asynchron – ohne one-to-many oder many-to-one-Funktionalität. Oder der Hersteller hat das System für große Dateien anstatt für sehr viele kleine optimiert und bietet möglicherweise kein Unified Storage an (das sowohl Block- als auch Datei-orientiertes Speichern ermöglichen würde).

"Diese Systeme bieten gute Features und Funktionen für die Anwendungsfälle, mit denen sie groß geworden sind. Für eine Erweiterung in Richtung Enterprise IT müssten die meisten  allerdings besser mit kleinen Dateien und Random Access umgehen können“ sagt McClure. „Doch sie sind auf dem Wege dahin.“ Taneja stimmt dem zu und ergänzt: "Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Entwicklung geht momentan sehr schnell."

Die derzeitigen Versprechungen einiger Scale-Out-Anbieter hingegen, durch einfaches Hinzufügen von 100 bis 200 Knoten ließen sich I/O und Durchsatz linear und praktisch unendlich hochskalieren, bezeichnet Taneja als „totalen Unsinn“: „Man kann sie zusammenfügen, und sie funktionieren. Aber man bekommt eine nachlassende Performance-Kurve. Eine Weile verläuft sie tatsächlich ziemlich linear, dann beginnt sie abzuflachen und noch weiter zeigt sie sogar nach unten.“

Ravi Chalaka, Vice President für Produktentwicklung, Lösungen und Channel-Marketing bei der BlueArc NAS Division von Hitachi Data Systems, hat zumindest Besserungsaussichten für die Zukunft zu bieten: Kommendes Scale-out NAS werde Standard-basierte parallele Dateisystem auf der Grundlage von NFS 4.1 Skalierbarkeit nutzen und so eine Skalierbarkeit ermöglichen, die jenseits des mit heutigen Systemen Möglichen liegen werde.

Artikel wurde zuletzt im November 2011 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über NAS-Management

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close