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NetApp baut Backup as a Service aus und lässt die Daten in Deutschland

NetApp hat ein Ökosystem für Backup as a Service geschaffen. Als technische Grundlage dient die Appliance AltaVault.

Backup ist  wichtig, um Daten vor einem Systemausfall zu schützen, aber es trägt nicht viel zur Weiterentwicklung des Unternehmens bei. Die hauseigene IT-Abteilung bei mittelständischen Kunden sollte sich daher besser um strategische Themen kümmern, meint Peter Wüst, Senior Director New Platforms & Solutions EMEA bei NetApp. „Es gibt einen Wandel durch Druck auf das Geschäft. Wir raten Kunden, Backup as a Service (BaaS) zu nutzen. Dies ist zu einem günstigen Preis erhältlich und mit unseren Technologien bandbreiteneffizient. Die Routineaufgabe, ein Backup durchzuführen, ist bei einem externen Dienstleister in besseren Händen als bei eigenen Mitarbeitern. Ein externes Backup ist zudem eine gute Antwort auf Ransomware, weil es nur einen Read-only-Zugriff gibt und das Backup von den eigentlichen IT-Systemen getrennt ist.“

NetApp hat unter dem Motto „BaaS made in Germany“ autorisierte Backup as a Service-Partner in der DACH-Region in einem Zertifizierungsprogramm jährlich nach über 100 Kriterien überprüft. Dieser strengen Prüfung wurden neun deutsche Systemhäuser gerecht. Die Systemhäuser garantieren in der Regel, dass die gängigen IT-Sicherheitsnormen wie ISO 27001 oder die IT-Grundschutz-Empfehlungen eingehalten werden.

In technischer Hinsicht spielt dabei die cloud-integrierte Storage Appliance NetApp Altavault die Hauptrolle, ehemals bekannt als Steelstore. Sie ist als physische oder virtuelle Appliance im Datencenter des Kunden oder Systemhauses oder als Cloud-basierte Appliance in Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure erhältlich. „Altavault ersetzt eine Tape Library. Sie bietet Deduplizierung, Komprimierung und Verschlüsselung, wobei der Schlüssel allein beim Kunden liegt“, erklärt Wüst. Über die S3-Schnittstelle erfolgt die Verbindung in die Public Cloud. Mit S3 kann Altavault die Backup-Daten auch von einem Provider zu einem anderen übertragen, wenn dies gewünscht wird. Damit wird eine automatische Datenmigration möglich.

Das Top-Modell NetApp Altavault AVA 800 bietet einen Datendurchsatz von bis zu 9,2 TB in der Stunde bei einer nutzbaren lokalen Kapazität von 48 bis 384 TB. Altavault hat vor einigen Monaten ein grundlegendes Update erhalten. Die Hardware-Plattform wurde ersetzt und ist nun dieselbe wie bei der FAS-Serie. Auch die virtuelle Appliance wurde vor kurzem aktualisiert. „Die virtuelle Altavault läuft auf dem Server des Kunden und überträgt die Daten zum Service-Provider“, betont Wüst. NetApp und seine zertifizierten Partner garantieren, dass die Daten in Deutschland bleiben, daher auch der Name „BaaS made in Germany“. „Die Daten im Land zu halten, hat für die Kunden einen hohen Stellenwert und ein Partner auf Augenhöhe ist wichtig.

Cloud ist nicht gleich Cloud

Wüst weist aber ausdrücklich darauf hin, dass der theoretisch mögliche Datendurchsatz nicht immer erreicht werden kann. Die räumliche Entfernung zwischen dem Rechenzentrum des Kunden und dem des Systemhauses spielt eine Rolle und 100 km sollten nicht überschritten werden. „Cloud ist nicht gleich Cloud. Die besten Ergebnisse können erzielt werden, wenn  man sich nahe an einem Internet-Knoten befindet. In Deutschland ist das Frankfurt“, berichtet Wüst. Eine Transferzeit von einer Millisekunde sei nur in 100 km Umkreis eines Internet-Knotens zu erzielen. „Eine Millisekunde ist die gleiche Zeit wie im eigenen Rechenzentrum. Bei Entfernungen von mehr als 100 km macht es keinen Spaß mehr.“  

Das Darmstädter Rechenzentrum (DARZ) profitiert besonders von dieser Nähe zum Internet-Knoten Frankfurt  und stellt seine Hochleistungsleitungen auch anderen Systemhäusern zur Verfügung.   

Wüst hält eher wenig  davon, Backup-Daten in die Public Cloud zu verlagern. „Backup-Daten sind anders als Compute-Daten. Es wird richtig teuer, sie zu Amazon Web Services zu geben, denn die Daten kosten auch dann Geld, wenn sie nicht genutzt werden und Lese-Operationen müssen ebenfalls bezahlt werden. Dieser Faktor wird unterschätzt. Im Ausland gehen große Kunden bereits weg von AWS und wollen eher near the Cloud sein.“ Für Test- und Entwicklungszwecke sei AWS optimal, aber nicht für ein Backup.

BaaS als Einstieg in Disaster Recovery und mehr

Für mittelständische Kunden ist die Auslagerung ihrer Daten über Backup as a Service zunächst ein Prozessfortschritt zur Sicherung an einem externen Standort. Nach diesem ersten Schritt können weitere Prozesse in Betracht gezogen werden, wie etwa Disaster Recovery, die Auswertung der Daten durch Analyse beim Service Provider oder auch das Überführen der Daten in Entwicklungsszenarien. All dies kann durch NetApp Technologien abgebildet werden, da identische Systemkopien der Daten zur weiteren Verwendung erstellt werden können.

Ein Endkunde, der bereits Erfahrung mit Backup as a Service gesammelt hat, ist die Filialkette Apollo Optik. Die Herausforderungen lagen in den steigenden Datenmengen sowie den höheren Restore-Anforderungen aufgrund der Expansion des Unternehmens. Die Sicherung der Unternehmensdaten sollte in der Zentrale via Cloud-Backup mit einer Off-Site-Replikation der Backups erfolgen.

Eine Lösung wurde vom Nürnberger Systemhaus teamix verwirklicht.  Die sichere Speicherung der Unternehmensdaten erfolgte auf einem NetApp Metrocluster in der Zentrale von Apollo-Optik in Schwabach bei Nürnberg. Ein Snapshot-integriertes Backup erlaubte die Replikation der Backups in ein entferntes Rechenzentrum.

 

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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