Network Attached Storage: Diese NAS-Syteme stehen Storage-Managern zur Verfügung

Immer mehr NAS-Technolgien schießen im Kampf gegen das Datenwachstum aus dem Boden. Für Storage-Manager bietet der NAS-Markt einige Optionen.

Storage-Manager sehen sich heutzutage mit exponentiellem Datenwachstum konfrontiert – und die Zahl der NAS-Technologien und -Produkte gegen derlei Daten-Wucherung scheint ebenso schnell zu wachsen. Mehr und mehr denken Storage-Manager über die Unterschiede zwischen traditionellen Scale-up- und neueren Scale-out-Produkten nach.

Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick zum sich entwickelnden NAS-Markt. Das Jahr 2012 rückt näher, und die dominierenden Anbieter positionieren sich mit aggressiven Übernahmen und neuen Scale-out-Angeboten.

Traditionelles/Scale-Up-NAS: EMC und NetApp – ein Pionier, der sein erstes System schon 1993 vorgestellt hat – beherrschen weiterhin den NAS-Markt. Laut den Analysten von IDC hatte EMC im ersten Quartal 2011 einen Umsatzanteil von 48,8 Prozent, NetApp folgte mit 30,8 Prozent.

Sowohl EMC als auch NetApp verwenden proprietäre NAS-Betriebssysteme. Viele ihrer Konkurrenten – darunter Dell, HP und IBM – nutzen dagegen Microsofts Windows Storage Server. IBM vermarktet außerdem NetApp-Lösungen unter eigener Marke.

Traditionelle NAS-Produkte unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der integrierten oder beigefügten Software, weniger durch Leistung oder Mengengerüste, sagt Arun Taneja, Gründer und Consulting Analyst der Taneja Group im US-Staat Massachusetts. „Die Leute kaufen NetApp, weil NetApp die beste Software-Umgebung hat: SnapMirror, SnapVault – die Liste ließe sich fortsetzen,“ sagt Taneja, „das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal bei traditionellem NAS.“

Kleinere Anbieter wie Buffalo Technology, D-Link, Drobo, Iomega (eine hundertprozentige Tochter von EMC), LaCie, Netgear oder Overland Storage zielen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Abteilungen großer Konzerne mit Low-End-Systemen.

Scale-out NAS: Traditionelles NAS stellt derzeit die Mehrzahl der dateibasierten Storage-Systeme in Business-Umgebungen. Analysten erwarten jedoch, dass sich das Verhältnis in den nächsten Jahren zu Gunsten von Scale-out NAS verändert.

„Letztlich wird sich alles Richtung Scale-out entwickeln“, sagt Andrew Reichman, Principal Analyst bei Forrester Research in Boston. „Datei-basierte Daten sind bei den meisten Unternehmen auf dem Vormarsch. Ein Einzelgerät zu kaufen und vorhersagen zu müssen, wie sich der Kapazitätsbedarf über die nächsten fünf Jahre entwickelt, bedeutet eine echte Herausforderung. Niemand will das.“

Das Interesse großer Storage-Anbieter hat Unternehmen mit einschlägigem Know-How zu begehrten Übernahme-Kandidaten gemacht. Zum bisher größten Deal kam es, als EMS 2010 etwa 2,25 Milliarden Dollar für Isilon Systems ausgab, um beim Geschäft mit Scale-out-NAS einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Die jüngste Übernahme war der Erwerb seines OEM-Partners BlueArc durch Hitachi Data Systems (HDS) für rund 600 Millionen Dollar. Bereits seit Jahren hatte HDS die Produkte von BlueArc unter dem Namen Hitachi NAS (HNAS) vermarktet. BlueArc verkaufte seine in der Enterprise-Klasse angesiedelte Titan-Serie seit mehr als acht Jahren und seine Midrange-Serie Mercury seit Mitte 2009. Trotzdem ziehen einige Analysten in Zweifel, ob es sich bei den BlueArc-Systemen um echte Scale-out-Lösungen handelt.

„BlueArcs Ansatz läuft weniger über Clustering und mehr über sehr große, sehr schnelle Einheiten, die sich paarweise kombinieren lassen", so Reichman. „Was sie Clustering nennen ist mehr ein zweifacher als ein n-facher Cluster."

NetApp verschaffte sich mit dem Kauf von Spinnaker Networks im November 2003 einen großen Vorsprung vor dem Erzrivalen  EMC. Doch die Früchte der Fusion zeigten sich erst richtig mit der Vorstellung von NetApp Ontap GX im Jahr 2006, vor allem aber 2009 mit dem Betriebssystem Data Ontap 8. NetApp hat nach wie vor keine reine Scale-out-Architektur, aber das für Ende 2011 erwartete Data Ontap 8.1 zielt darauf ab, mehr Features der Enterprise-Klasse sowie mehr Funktionen aus NetApps traditionellen NAS-Lösungen in den Cluster-Modus zu integrieren.

Aus der HP-Übernahme von IBRIX Mitte 2009 entstand die X9000-Familie von Scale-out-NAS-Produkten. Im selben Jahr führte Oracles Akquisition von Sun Microsystems zur ZFS OpenStorage Appliance, die Sun vorher als 7000er-Serie vermarktet hatte.

Dells Übernahme von Exanets-Assets im Februar 2010 half bei dem im April 2011 veröffentlichten Produkt PowerVault NX3500. Dell baute außerdem Scale-out-NAS-Funktionen in seine Lösung EqualLogic FS7500 ein und arbeitet an der Integration seines skalierbaren Dateisystems in die von Compellent Technologies erworbene SAN-Plattform.

Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bei Scale-out-NAS-Produkten ist, ob sie darauf abzielen, über mehr Durchsatz große Dateien besser in den Griff zu bekommen, oder ob sie auf hohen IOPS (Input/Output pro Sekunde) optimiert sind – und damit auf viele kleine Dateien.

IBM basiert das 2010 vorgestellte Produkt Scale Out Network Attached Storage (SONAS) auf seinem General Parallel File System (GPFS) und die von IBM Global Technology Services angebotenen Scale-Out File Services (SOFS).

Panasas führt die Liste der auf HPC (High-Performance-Cluster) konzentrierten Anbieter an. Weitere HPC-Spezialisten sind Terascala und Xyratex International. DataDirect Networks agiert in Form einer Kombination seiner Arrays mit dem Open-Source-Produkt Lustre Distributed File System oder mit IBMs GPFS ebenfalls auf diesem Markt.

Weitere Anbieter – mit Fokus auf vertikale Lösungen – sind Facilis Technology, das sich auf Medien und Unterhaltung konzentriert, sowie Gridstore, Reldata und Scale Computing, die KMU im Auge haben. Die Appliances NexentaStor von Nexenta Systems, StorNext von Quantum Corp und die Virtual Storage Appliance von Gluster verwenden Dateisysteme, die als Basistechnologie für Scale-out NAS dienen.

Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bei Scale-out-NAS-Produkten ist, ob sie darauf abzielen, über mehr Durchsatz große Dateien besser in den Griff zu bekommen, oder ob sie auf hohen IOPS (Input/Output pro Sekunde) optimiert sind – und damit auf den Umgang mit vielen kleinen Dateien.

„Sobald Sie die Antwort auf diese Frage kennen“, sagt Arun Taneja von der Taneja Group, „wissen Sie, für welche Anwendungen etwas gut geeignet ist und für welche nicht.“ Sie weist darauf hin, dass Isilon mit einem Durchsatz-zentrierten System begann, was gute Performance bei großen Dateien brachte, etwa bei Rich Media. Neuerdings aber arbeite Isilon an einer ausgeglicheneren Architektur samt IOPS- Verbesserung. Das Unternehmen bietet jetzt drei Produktlinien, jeweils auf eine andere Art  von Workloads ausgerichtet.

Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl von Scale-out-Produkten nennt Randy Kerns, Senior Strategist bei der Evaluator Group im US-Staat Colorado: die Unterstützung für das Common Internet File System (CIFS), das in Windows-basierten Systemen eingesetzte File-Sharing-Protokoll.

Scale-out NAS-Systeme in HPCs, so Kerns weiter, basieren meist auf Unix oder Linux; eine native CIFS-Implementierung fehle möglicherweise. Ohne natives CIFS könnten Benutzer Probleme mit der Handhabung von Berechtigungen, der Sicherheit und der Active-Directory-Integration erleben, warnt Kerns.

Scale-up und Scale-out: Manche NAS-Anbieter, etwa Dell oder HDS BlueArc, geben an, sowohl traditionelle Scale-up- als auch Scale-out-Konfigurationen zu unterstützen, mit einheitlichem Namespace zwecks einfacherer Verwaltung.

„Scale-up-Systeme eignen sich in der Regel nicht für Scale-out, aber umgekehrt funktioniert es“, sagt Terri McClure von der Enterprise Strategy Group. Die transaktionsorientierten Datei-I/O-Funktionen in der Isilon S-Serie von EMC qualifizierten diese Produkte als Scale-up und Scale-out gleichermaßen, so McClure. Isilon verkauft außerdem eine X-Serie für hohe Kapazitätsanforderungen sowie eine NL-Serie, die sich auf Nearline-Storage konzentriert.

Artikel wurde zuletzt im November 2011 aktualisiert

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