Objekt-Storage-Systeme sind optimal für Big-Data- und Archivumgebungen

Objekt-Storage Systeme kommen immer mehr zum Einsatz. Ihre einzigartigen Metadaten-Fähigkeiten passen hervorragend für Big Data Umgebungen.

Objekt Storage ist eine Weiterentwicklung des Festplattenspeichers: Anstelle eines einfachen Platzierens von Datenblöcken auf Spuren und in Sektoren, werden beim Objektspeicher Datenobjekte variabler Größe und zugehörige Metadaten erstellt, gespeichert und verteilt. Die Metadaten eines jeden Objekts sind untrennbar mit diesem verknüpft. 

So wird eine langfristige Datenaufbewahrung ermöglicht und zugleich sichergestellt, dass die Daten auch in Zukunft sicher und zugänglich bleiben. Wo früher Datei- oder Block-basierte Systeme zum Einsatz kamen, sehen wir deshalb inzwischen immer öfter Objekt-Storage-Systeme.

Die Objekt-Storage-Systeme fanden zunächst im Cloud-Computing-Umfeld Beachtung, da sie gut zu den Anforderungen passten. Neuerdings wird die Technik auch außerhalb von Cloud Computing eingesetzt und lässt die Zahl der Objekt-Storage-Einsatzgebiete deutlich wachsen.

Ein Anwendungsbeispiel, bei dem Objekt Storage aktuell rege diskutiert wird, ist das Big-Data-Umfeld. Insbesondere in vertikalen Märkten wie der Öl- und Gasindustrie sowie der Medien- und Unterhaltungsbranche kommt Objekt Storage inzwischen häufig zum Einsatz. In diesen Märkten ist die Skalierbarkeit für "sehr große Datenmengen" entscheidend, sagte Randy Kerns, Partner der Boulder Evaluator Group, die SAN-und Netzwerkspeicher-Analysen und Schulungen anbietet.

„Unternehmen bauen eine Big-Data-Umgebung auf, weil sie Analytics durchführen wollen", sagte er. „Sie wollen dabei nicht den üblichen Primärspeicher verwenden. Das bedeutet, dass sie einfach die Daten laden, sie on the fly analysieren und in diesen Umgebungen einen zentralen Storage-Node haben möchten."

Kerns schrieb einen Bericht über die Nutzung von Object Storage, in dem er die drei Anwendungsfälle für Objektspeicher außerhalb der Cloud beleuchtete: Content-Repository, Big-Data-Analytics und Archivierung. Das Content Repository kann aus Forschungsdaten oder Asset-Bibliotheken bestehen und Material aus mehreren geografischen Standorten enthalten.

Metadaten-Fähigkeit lässt die Zahl der Objekt-Storage-Systeme steigen

Wegen Features wie Mandantenfähigkeit bleibt Objekt Storage die richtige Wahl im Bereich Cloud Computing. Aber andere Eigenschaften von Objekt Storage wie die Möglichkeit, nach Gutdünken Metadaten zu definieren, bieten in vielen anderen Anwendungsfällen jenseits von Cloud Computing enorme Vorteile.

Eine der Organisationen, die Kerns seinem Bericht zu Grunde legte, war das Albert Einstein College of Medicine der Yeshiva University - ein New Yorker Forschungsinstitut, das sich auf biomedizinische Untersuchungen konzentriert.

„Das Einstein-Szenario ist ein Beispiel für ein Repository", sagt Kerns. Die Daten, welche die Wissenschaftler gesammelt haben, gingen „direkt von den Mikroskopen in den Objekt Storage". Die Entscheidung der Organisation zugunsten der Storage Company „Datadirect Networks Web Object Scaler“ (WOS) war eine Überraschung, weil das IT-Team eigentlich nicht nach einem Objekt-Storage-Angebot suchte, sagt Kerns.

„Die Auswahl basierte darauf, eine potenziell sehr große Skalierbarkeit in der Anzahl der Bilder, der Unveränderlichkeit der Bilder und einer möglichst einfachen Verwaltung des Speichersystems zu ermöglichen. Der Einsatz des Objekt-Storage-Systems brachte auch einige Überraschungen mit sich: So glich das Storage-System eher einer Amazon-Cloud statt einem traditionellen Dateisystem und die Forscher konnten ihre Objekte leicht verwalten und anpassen", schreibt Kerns in seinem Bericht.

Alex Bouzari, CEO von Datadirect Networks, sagt, sein Unternehmen hat mehrere Kunden, die zehn oder mehr Petabyte Speicher bei WOS nutzen, darunter sei ein Kunde, der 70 Milliarden Objekte verwalte. Er half Amazon Web Services, indem er Kunden mit dem Begriff des Objekt Storage vertraut machte. Er sieht dies als Ergänzung für die File-basierte Speicherung unstrukturierter Daten.

„Amazon hat gute Arbeit bei der Verbreitung des Begriffs geleistet", sagte Bouzari. „Unternehmen beginnen zu verstehen, warum es sinnvoll sein könnte. Vielen frühen Angeboten fehlte es an Funktionen und Robustheit, und wir kommen jetzt an den Punkt, wo Produkte nützliche Eigenschaften haben und die Zuverlässigkeit bieten, die die Kunden erwarten. Aber ich glaube nicht, dass der Markt in einem kurzen Zeitraum zig Milliarden von Dollar Umsätze machen wird."

Kunden sind „auf der Suche nach Lösungen, die mit Objekten adäquat umgehen können und in diesem Gebilde gleichzeitig Dateien bedient", sagte Bouzari. „Viele nutzen WOS in Verbindung mit unseren Filesystem-basierten Produkten. Die Fähigkeit, diese Dinge zu kombinieren, bringt die Leute dazu, das anzunehmen."

Newcomer Exablox sagte, dass seine OneBlox-Appliance mit einer Datei-basierten Schnittstelle zu Objekt Storage SANs ergänzt. Diese kann als Backup-Ziel für Unternehmen mit schnell wachsenden Speicheranforderungen verwendet werden.

„Die Anwender wenden sich nicht an uns, um ihre SANs abzuschaffen, sondern um ihren Block-Storage zu ergänzen", sagt CEO Doug Exablox Brockett. „IT-Verantwortliche, die ein teures Hochleistungs-SAN haben, um virtuelle Maschinen oder eine Virtual Desktop Infrastructure unterstützen, nutzen unsere Technologie, um all die anderen Sachen loszuwerden, die sie nicht auf ihrem teuren SAN haben wollen. Sie können uns für große primäre Datei-Speicher nutzen. Darüber hinaus bieten wir Speicher für Home Directories, für App-Daten, für Backup oder für Snapshots. Wir sind attraktiv für Firmen, die mit großen Datensätzen unstrukturierter Daten kämpfen."

Brockett sagt, dass Exablox’s hauptsächlicher Markt aus Unternehmen mit 250 bis 2.000 Mitarbeitern besteht, die typischerweise 20 Terabyte bis 200 Terabyte an unstrukturierten Daten haben.

Fragmentierte, proprietäre APIs bleiben eine Herausforderung

Der Bericht „Critical Capabilities for Object Storage” von Gartner Research behauptet, dass eine Kombination von Faktoren, einschließlich Cloud und Mobility, den „Objekt-Storage-Markt antreiben und den Boden bereiten wird für Anwendungen, die große Skalierbarkeit, einen einfachen Zugang und hohe Sicherheit verlangen."

Allerdings betont der Bericht auch, dass der Objekt-Storage-Markt „weiterhin an fragmentierten, proprietären APIs leidet", trotz der wachsenden Zahl von Anbietern, die Unterstützung für die Amazon Simple Storage Service (S3)-API bieten.

Der Bericht zitiert eine neue Klasse von Startups – Händler, die versuchen, die „Performance-Beschränkungen von Objekt Storage zu überwinden, um ihn für eine Vielzahl von Cloud-und Big Data-Workloads zu positionieren."

Objekt-Storage-Anbieter Scality sagt, dass Buchungen für seine Ring-Software von 2012 auf 2013 um 500 Prozent zugenommen haben. Die Kundenbasis sei immer noch weitgehend Service Provider, aber CEO Jerome Lecat meint, dass das Unternehmen zunehmend auch Kunden in neuen Märkten gewinnt - wie Banken, Pharma-, Gesundheits- und Medienunternehmen.

„Wir denken, dass alle mittelständischen Unternehmen die Cloud in Form von Software-as-a-Service mit Anbietern wie Salesforce, Box oder Amazon nutzen werden. Großunternehmen und Konzerne hingegen sind groß genug, um die eigene IT laufen zu lassen", sagt er. „Die IT dieser großen Unternehmen werden Software-defined Data Center sein, und wir planen, der Storage-Teil dieser Rechenzentren zu werden." Lecat erklärt, dass Scality in der Regel Verträge zwischen 200 Terabyte bis sechs Petabyte Speicher abschließe.

In Kerns Bericht betrachten viele Cloud-Service-Reporter Objektspeicher als „den besten Weg, um weiterhin ihre Umgebung mit einer Single-Level-Plattform zu skalieren“ und als eine Möglichkeit, das Hineinwachsen in hierarchische Systeme zu vermeiden.

Marc Staimer, Gründer von Beaverton Consulting, der sich intensiv mit dem Thema Objektspeicher beschäftigt und bereits viel darüber geschrieben hat, sagt: „Objekt Storage wird schnell zum idealen Aufbewahrungsort für passive Online- und Sekundärdaten."

Er fügt hinzu: „Mit so vielen Backup-und Archivierungsanwendungen, die jetzt nativ auf Objekt Storage schreiben, hat sich ein Trend etabliert - während gleichzeitig viele der Objekt-Storage-Systeme Standard-Speicherschnittstellen hinzugenommen haben wie NFS, CIFS, iSCSI und HDFS.”

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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