Objekt-Storage ist mehr als nur Cloud-Speicher

Objekt-Storage-Systeme (Object Storage) eignen sich hervorragend, um große Mengen unstrukturierter Daten zu speichern – nicht nur in der Cloud.

Objekt-Storage (Object Storage) ist in der Cloud sehr beliebt. Storage-Profis müssen aber eine schnell wachsenden Menge an unstrukturierten Daten adressieren und daher andere Anwendungsmöglichkeiten für Objekt-Technologie unter die Lupe nehmen. Auch die Anbieter müssen die Produkte anpassen, um diesen Anforderungen nachzukommen.

Object-Storage-Systeme kamen in Mode, als sie von Amazon und Facebook eingesetzt wurden, um damit riesige Mengen an Daten zu speichern. Anders als bei LUNs (Logical Unit Number) und Volumes, platziert man Daten bei Objekt-Storage in Containern mit variablen Größen. Ein Zugriff erfolgt via Web-basierter Protokolle. Diese Objekte lasen sich von überall erreichen und der Speicherort ist irrelevant. Aus diesem Grund wurde die Objekt-Technologie die logische Entscheidung für die Cloud.

Objekt-Storage gestattet es System-Administratoren, Metadaten hinzuzufügen. Diese lassen sich auf einer Pro-Objekt-Basis managen. Durch dieses granulare Management, die Skalierbarkeit und die niedrigen Kosten eignet sich die Technologie hervorragend für Umgebungen, in denen es große Mengen an unstrukturierten Daten gibt, unabhängig davon, ob man ein Cloud-Konzept nutzt.

Der Markt ist sehr umkämpft, weil er jetzt richtig in Fahrt kommt und einen hohen Stellenwert einnimmt.

Randy Kerns, Senior Analyst bei der Evaluator Group

„Wenn Sie sich Objekt-Storage in herkömmlichen Umgebungen ansehen, so erkennen Sie eine steigende Nachfrage an Kapazität. Zirka 80 Prozent der Daten sind unstrukturiert. Müssen diese auf primärem Storage, dem schnellsten und teuersten, liegen? Die Antwort lautet: Nein“, sagt Randy Kerns, Senior Analyst bei der Evaluator Group.

Laut Kerns ist das auch der Grund, warum Objekt-Storage immer mehr außerhalb der Cloud Einsatz findet, nämlich in so genannten Tier-2-Implementierungen. Objekt-Storage-Systeme lassen sich als günstige Alternative nutzen, um die Nachfrage nach primären Storage-Arrays zu senken.

„Was wir sehen, ist herkömmliches Storage innerhalb der IT. Man verwendet es als eine Art sekundäres Storage oder ein aktives Archiv. Es ist nicht nur günstiger, sondern verändert auch komplett das Management und die Verfügbarkeit“, fügt Kerns hinzu.

Laut eines Berichts von IDC MarketScape aus dem Jahre 2013 hat Objekt-Technologie zu 37 Prozent des Umsatzes im Marktsegment Datei- und Objekt-basiertes Storage beigetragen. IDC sagt voraus, dass der Datei- und Objekt-Markt bis ins Jahre 2017 jährlich um 24,5 Prozent wächst. Um aus dieser Nachfrage Kapital zu schlagen, passen sowohl Anbieter von Objekt-basierten als auch Hersteller von herkömmlichen Arrays ihre Technologien an.

„Es gibt eine Reihe an Anbietern, die Objekt-Storage-Plattformen entwickelt haben und diesen nun Dateisystem-Funktionalitäten spendieren. Somit adressieren sie spezielle Anwendungsfälle. Auf der anderen Seite sind viele hoch performante NAS-Systeme im Einsatz, die nun auch Objekte speichern können. Isilon ist so ein Beispiel. Die Anbieter adressieren diesen Umstand also von beiden Richtungen und machen ihre Produkte flexibler“, erläutert Kerns. EMC gestattet einen Zugriff auf Objekte durch die skalierbare NAS-Plattform Isilon und verwendet dafür das hauseigene ViPR Software-defined Storage (SDS).

Anbieter unüblicher NAS-Systeme erkennen den Object-Storage-Siegeszug

Anbieter unüblicher NAS-Systeme, die in erster Linie Object-Storage-Appliances zur Verfügung stellen, profitieren ebenfalls. Exablox ist in diesem Zusammenhang ein Beispiel. Das Unternehmen hat im April 2013 seine Scale-out-fähige Dateisystem-Appliance OneBlox vom Stapel gelassen. Exablox zielt auf mittelständische Unternehmen ab, die Standard-Applikationen im Einsatz haben.

OneBlox besitzt eine ringförmige Architektur mit einem globalen Dateisystem. Im Grunde genommen ist es ein Daten-Pool. Sollte die Umgebung wachsen, können Firmen einfach weitere Nodes hinzufügen. Es ist eine dateibasierte Schnittstelle mit darunterliegender Objekt-Technologie, die das Storage-Management übernimmt.

Der CEO von Exablox, Doug Brockett, sagt, dass seine Kunden regelmäßig Cloud-Sharing-Services für diverse Daten in Anspruch nehmen. OneBlox setzen sie aber am lokalen Standort für Backups und primäre Daten ein, die eine stabile Performance verlangen.

„Diese Anwender verwenden vielleicht Box oder Dropbox. Das ist allerdings für die Applikationen und Menge an Storage, mit denen wir es zu tun haben, ungenügend“, fügt er an.

Scality ist ein weiterer Anbieter mit ringförmiger Architektur, der seine RING-Lösung am Markt anbietet. Das Produkt wird seit 2010 ausgeliefert. Kürzlich hat das Unternehmen der Technologie allerdings Storage-Funktionen der Enterprise-Klasse spendiert. Dazu gehören unter anderem Erasure Coding (EC) und Automatisches Daten-Tiering.

DataDirect Networks hat dieses Jahr ebenfalls Erasure Coding eingeführt, um das Angebot attraktiver zu machen. Im Moment bietet die Firma einen Archiv-Node für ihre Plattform Web Object Scaler 360 an.

„Alle Hersteller bringen weitere Innovationen und neue Funktionen ein“, sagt Kerns über die Anbieter von Objekt-Storage. „Der Markt ist sehr umkämpft, weil er jetzt richtig in Fahrt kommt und einen hohen Stellenwert einnimmt. Viele Kunden müssen jede Menge Daten-Analysen speichern und Objekte scheinen in diesem Fall die beste Antwort zu sein“, schlussfolgert Kerns.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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