OpenStack: Zwischen Standardisierung und Funktionalität

Soll OpenStack langfristig erfolgreich in Firmen sein, müssen sich Entwickler um die Standardisierung kümmern. Einige Projekte tun das bereits.

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Noch dieses Jahr will sich die Entwicklergemeinde auf Problemzonen von OpenStack konzentrieren, die die Open-Source-Plattform bisher von einer Einführung in Unternehmen abhielt.

OpenStack-Entwickler haben Projekte ins Leben gerufen, um Probleme bei der Benutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit zu beseitigen, so dass sich die Zahl produktiver Instanzen in Unternehmen erhöhen lässt. Diese Projekte befinden sich allerdings noch in der Entstehung oder wurden erst kürzlich veröffentlicht.

Am bekanntesten ist ein Projekt, das sich TripleO oder auch OpenStack on OpenStack nennt. Mit diesem Projekt wollen die Entwickler Installation, Upgrades und Arbeitsprozesse von OpenStack automatisieren. Dafür verwenden sie OpenStacks eigene Infrastruktur, die auf blanker Hardware als Fundament der Plattform aufsetzt. Da sich OpenStack direkt auf der Hardware befindet, gibt es ein weiteres in TripleO enthaltenes Projekt, das sich noch in der Entwicklung befindet und Ironic heißt.

Jeder OpenStack-Einsatz ist derzeit einzigartig.

Randy Bias, CEO and CTO, CloudScaling

„Diese Projekte erleichtern Administratoren die Installationen auf neuen Maschinen bereits beim Aufstellen“, sagt Mark Atwood, Direktor der Open-Source-Abteilung bei Hewlett-Packard (HP). „Die Anwender- und Applikations-zentrierten Ansätze machen OpernStack für Unternehmen attraktiver“, ergänzt er.

IBM und Softlayer bieten ebenfalls einer Test-Anlage für Benchmarks an, die kürzlich freigegeben wurde, Rally heißt, und von Mirantis initiiert wurde. Rally ist eine Open-Source-Software, die von Cloud-Betreibern heruntergeladen werden kann, die mit OpenStack komplexe, aber wiederholbare Aufgaben für Benchmark-Tests erstellen.

„[Vor Rally] gab es keine Anstrengungen der Community, um spezifische Benchmark-Tests auszuführen“, sagt Michael Fork, leitender Architekt Private Cloud bei IBM und am Design von Rally beteiligt.

Den Nutzen einer Referenz-Architektur debattieren

Zudem ist die Erstellung der Infrastruktur, die OpenStack zugrunde liegt, komplex. Mit einem weiteren Projekt ließe sich eine standardisiert und reproduzierbare Referenz-Architektur kreieren.

„Jeder OpenStack-Einsatz ist derzeit einzigartig“, sagt Randy Bias. Er ist CEO und CTO des OpenStack-basierten Cloud-Betriebssystems Cloudscaling. Bias arbeitete kürzlich an einem 1,3 Millionen US-Dollar OpenStack-Deal für ein Großunternehmen mit.

„Wir wissen nicht, ob OpenStack wirklich marktreif ist, solange wir keine Referenz-Architektur haben, die Anwender nutzen können“, erläutert Bias. „OpenStack DIY (Do It Yourself, Anm. der Redaktion) wird immer in einer kundenspezifischen Insel-Lösung enden. Das ist, als würde man eine eigene Linux-Distribution basteln. Es hindert Unternehmen daran, langfristig erfolgreich zu sein“, ist er überzeugt.

Andere wiedersprechen der Ansicht von Bias, dass eine Referenz-Architektur notwendig ist.

„Ich glaube nicht, dass es an einer Referenz-Architektur liegt. Anwender benötigen eher ein gutes Gesamtpaket. Es gibt bereits Firmen, die diese Anforderungen erfüllen.“, sagt Jonathan LaCour, Vize-Präsident der Cloud-Abteilung von DreamHost. Das Unternehmen baut aktuell eine Infrastruktur basierend auf OpenStack.

OpenStack-Entwicklung kann nicht bis weiter warten

Die Analysten erwarten nicht, dass Unternehmen 2014 noch stärker in die Cloud investieren. Einige Branchen-Experten sind aber der Meinung, dass die Zeit drängt, wenn man die OpenStack-Entwicklung für Großunternehmen betrachtet.

„Die Entwickler haben noch bis Ende des Jahres Zeit, bevor Anwender die Benutzbarkeit der Plattform anzweifeln“, sagt David Linthicum, Senior Vice-President des Beratungsunternehmens Cloud Technology Partners. „Ich glaube nicht, dass OpenStack in der Versenkung verschwindet, sollte das Projekt nicht erfolgreich sein. Allerdings werden sich potentielle Firmen anderweitig umsehen“, fügt er an.

Bevor die OpenStack-Entwicklung weiter voran geht, muss die Kluft zwischen den drei beteiligten Akteursgruppen geschlossen werden, so Bias. Dazu zählen Entwickler, End-Anwender und Betreiber der OpenStack-Cloud.

Laut Bias wollen Endanwender die Standardisierung und Interoperabilität von OpenStack, damit sie von einer OpenStack-Cloud auf eine andere umsteigen können. Die Anbieter möchten dagegen ihre bevorzugten Storage- und Netzwerk-Infrastrukturen einsetzen, so dass sich die OpenStack-Versionen von vornherein unterscheiden. Dies steht im Widerspruch zu den Anwendern, die Standardisierung bevorzugen.

Schließlich gibt es die OpenStack-Entwickler. Sie fokussieren sich auf Innovationen und wollen immer mehr Funktionen hinzufügen. Laut Bias hat sich das in einigen Fällen negativ auf die Stabilität und Upgrade-Fähigkeit ausgewirkt. Die Entwickler stehen damit weder mit Anbietern noch End-Anwendern in Einklang.

„Ein klares Zeichen von Reife wäre es, wenn End-Anwender und Cloud-Anbieter die treibenden Kräfte hinter den Funktionen und der Produktfähigkeit sind“, sagt Bias.

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Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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