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Oracle setzt auf Rechenzentren der zweiten Generation

Oracle will mit drei neuen Second-Generation-Rechenzentren eine echte Enterprise-Cloud ermöglichen. Mark Borgmann, Cloud Sales Leader Germany Oracle, erläutert das Konzept.

Mark Borgmann, Cloud Sales Leader Germany Oracle, erläutert im Gespräch mit TechTarget die neue Enterprise-Cloud-Strategie.

Wie wollen Sie Ihre Cloud-Strategie voranbringen?

Mark Borgmann: Unsere Cloud ist eine echte Enterprise-Cloud mit drei Layern. Früher lag bei uns der Fokus auf Software. Infrastructure as a Service (IaaS) war bisher Mittel zum Zweck, Das wird sich ändern mit der Eröffnung unserer 2nd Generation Data Center in Frankfurt am Main. Es wird drei Availability Domains in der EU Region mit drei Data Centern geben. Alle sind im Großraum Rhein-Main angesiedelt, maximal 30 km voneinander entfernt, um die Data-Konsistenz sicherzustellen. Damit eröffnen wir unseren Kunden ganz neue Möglichkeiten.

Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern wird es bei uns keinen Überverkauf von Ressourcen geben. Jeder Kunde erhält seine Umgebung und besitzt sie dann auch. So sind „Noisy Neighbors“, also die Beeinflussung der eigenen Workloads durch andere Kunden, ausgeschlossen.

Bei vielen Kunden war die Cloud bisher nicht erste Wahl. Wir sind zuversichtlich, dass sich das ändern wird. Wir ermöglichen „Lift und Shift“ von On-Premises in die Cloud-Welt und umgekehrt.

Jede Public Cloud war bisher so aufgebaut, dass Ausfälle akzeptiert wurden. Bei uns ist das nun anders. Zum Beispiel ging Oracle Real Application Cluster (RAC) in traditionellen Public Clouds nicht, aber in der Oracle Cloud läuft es jetzt problemlos, weil unsere Rechenzentren eng beieinander liegen.

Wie sieht Ihr Zeitplan aus?

Borgmann: Die neuen Rechenzentren sollen in der Mitte der zweiten Jahreshälfte eröffnet werden. Wir liegen im Plan.

Welches Feedback haben Sie bisher von Kunden und Partnern erhalten?

Borgmann: Unsere Vertriebsstrategie bleibt unverändert. Es gibt hohes Interesse. Viele Kunden machen Proof of Concept (PoC) Tests. Die Reaktionen sind Begeisterung und Verwunderung über das, was wir bieten können. Wir bringen Vorteile mit der Public Cloud und der Möglichkeit zur Kombination mit On-Premises. Wir bieten eine extrem hohe Performance. Die Kunden können dazu Benchmarks fahren und selbst austesten. Die Resonanz darauf ist sehr positiv.

Wie lange dauern die PoCs im Schnitt?

Borgmann: Die Dauer des PoC hängt von der Anwendung ab. Die Spannbreite reicht von drei Tagen bis zu drei Monaten. Typisch sind etwa ein bis zwei Wochen.

Wo liegen die wesentlichen Vorteile Ihrer Cloud-Angebote für die Kunden?

Borgmann: Die Stichworte lauten Sicherheit und Kontrolle. Alle Daten der Kunden werden verschlüsselt und bleiben in der Region. Das ist für unsere Kunden sehr wichtig und wir stoßen mit unserem Sicherheitskonzept auf großes Vertrauen.

Wie erfolgt der Datentransport in die Cloud?

Borgmann: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Der Kunde kann seine Daten auf physischen Datenträgern in unsere Rechenzentren bringen. Wir bieten aber auch Fast-Connect-Verbindungen mit dedizierten Leitungen. 

Wie sieht es beim Support aus?

Borgmann: Wir bieten 24/7 Support. Die Kunden können selbst entscheiden, ob sie andere Regionen einbeziehen wollen, um umfassende Disaster Recovery (DR) sicherzustellen oder ob die Daten in der Region bleiben sollen. Wir sind global ausgerichtet.

Bei den Kosten wollen Sie den Wettbewerb ausstechen? 

Borgmann: Bei Storage ist ein einfacher Preisvergleich möglich: Wir sind einige Faktoren günstiger. Bei anderen Modellen wird es etwas komplexer. Wir haben Benchmarks auf der Oracle Open World vorgestellt und reale Workloads betrachtet. Wir punkten bei Verfügbarkeit und Performance.

Wie ist die Rolle Ihrer Partner?

Borgmann: Unsere Partner sind sehr wichtig, gerade im deutschen Mittelstandsmarkt. Wir arbeiten stark mit Systemintegratoren und Managed-Service-Providern. Es gibt große Allianzen weltweit, unsere Cloud dient als Backend für deren Services. Wir sehen auch, dass Oracle-fokussierte Partner dafür sorgen, dass solide Strukturen implementiert werden. 

Sehen Sie als Zielgruppe eher Enterprise oder Mittelstand?

Borgmann: Es hängt vom Workload ab. Wir haben in beiden Bereichen gute Traction. Im mittleren Mittelstand liegt der Fokus stark auf Innovation und Agilität. Durch Oracle Digital können neue Geschäftsmodelle auf Basis der Cloud entstehen.

Wie sieht die technologische Basis Ihrer Cloud aus?

Borgmann: Im Oracle Red Stack haben wir alles von Storage bis zu Anwendungen. Auch Open Source ist unser Freund. Beispielsweise Docker wird von uns wunderbar unterstützt. Wir bieten Hardware- und Softwarekomponenten. Der Kunde erhält von uns Server ohne Software, das hilft bei der Performance. Bare Metal spielt eine Riesenrolle, ebenso virtuellen Umgebungen. Innerhalb des Netzwerkes gibt es beide Möglichkeiten, virtuelle Maschinen mit Automation oder Workloads auf Bare Metal.

Werden Sie Ihre Konzepte auf der Konferenz der Deutschen Oracle Anwender Gruppe (DOAG) im November in Nürnberg vorstellen? 

Borgmann: Wir werden auf der DOAG-Konferenz selbstverständlich wieder vertreten sein. Die Cloud ist ein großes Thema und wird immer bedeutender. Wir werden auf der Konferenz mit den Themen unserer Kunden konfrontiert und stoßen auf großes Interesse.

Wie sieht Ihre Roadmap aus? 

Borgmann: Unser Fokus liegt auf der Infrastruktur mit Lift und Shift. Wir wollen bestehenden Kunden Wege zeigen, ihre Enterprise-Anwendungen in die Cloud zu bringen. Dort sind erfahrungsgemäß mindestens 30 Prozent Ersparnis möglich.

„Die Stichworte lauten Sicherheit und Kontrolle. Alle Daten der Kunden werden verschlüsselt und bleiben in der Region.“

 Mark Borgmann, Oracle

Wir fokussieren diese Themen mit vielen Ressourcen und einem dedizierten Customer Success Management. So ein Projekt endet nie, es geht um den gesamten Lebenszyklus der Umgebung. Damit stoßen wir auf verstärktes Interesse in Deutschland. Wir stellen Unterstützung durch das Produkt-Management und Developer Ressourcen zur Verfügung und denken daran, Customer Advisory Boards zu Themen wie etwa Datenschutz, Sicherheit und Hochverfügbarkeit einzurichten.

Stichwort Datenschutz. Sind die Kunden auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorbereitet?

Borgmann: Bei den großen Kunden gibt es diese Awareness und viele Diskussionen. Einige Kunden tun alles, was in ihrer Macht steht. Wir wollen uns bemühen, die Kunden eins zu eins zu betreuen. Es gibt keine Marketing Message, sondern wir wollen die Anforderungen des Kunden verstehen. Dabei hängt stark davon ab, wo der Kunde herkommt.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihnen die Kunden Vertrauen entgegenbringen?

Borgmann: Wir spüren ein großes Vertrauen. Technisch haben wir die Netzwerkarchitektur verändert und bieten Virtualisierung und Isolation im Netzwerk. Wir adressieren die Datensicherheit mit unserer neuartigen Architektur. Wichtig ist: Sicherheit ist bei uns eingebaut, nicht zusätzlich nachgerüstet. Eine Multi Cloud wird dadurch überflüssig, weil bei uns beide Welten verbunden sind.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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1 Kommentar

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Wow - nix gegen die Oracle a cloud aber hier ist mal wieder ein ehemaliger Oracle Vertriebler in schnell Schulung zum cloud Experten avanciert - wen interessiert RAC wenn man brauchbare DBs nutzen kann ? Für dass sie Docker unterstützen - heißt also auf den software freien Servern (baremetal heisst ja anscheinend bei Oracle dass nix drauf lauft EFI enabled computing wohl) supported sie also Betriebssysteme (dicker läuft ja mittlerweile ueberall.)
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