PernixData FVP: Software-defined Storage zu Ende gedacht

Das Start-up PernixData bietet mit seiner FVP-Technologie einen Storage-Layer direkt unterhalb von VMware. Ziel: erhöhte Daten-Performance.

Die Start-up-Company PernixData, 2012 von dem früheren Exadata-Gründer Poojan Kumar und von Satyam Vaghani (10 Jahre Storage-CTO bei VMware) ins Leben gerufen, bezeichnet sich als reines Software-Unternehmen. Der besondere Ansatz zur Lösung von Speicherproblemen im Umfeld der Server-Virtualisierung besteht darin, einen Virtualisierungs-Layer direkt unterhalb des VMware-Hypervisors zu bilden, der sich um die Storage-Effizienz kümmern soll. Dieser sorgt dafür, dass alle serverseitigen Flash-Implementationen über verschiedene Hosts hinweg aggregiert werden, um so eine beschleunigte Read-/Write-Performance mit Fehlertoleranz zu liefern. Zusammengefasst werden alle Speicherressourcen in Form von SSDs oder PCI-Cards, die auf den Hosts vorhanden sind.

Für den PernixData-CEO Kumar besteht die aktuelle Situation darin, dass die Speicherinfrastruktur nicht mit den Fortschritten der Server-Virtualisierung mithalten kann. Oder anders ausgedrückt: 70 Prozent der Performance-Probleme bei virtuellen Maschinen liegen für ihn an den Speicherengpässen. Bisher hätten IT-Industrie und Anwender nur darauf gesetzt, die Speicherkapazität in den Arrays oder Servern durch immer mehr Festplatten, neue SSDs oder hybride Systeme aus beiden zu erhöhen. Dies sei die bisher etablierte Praxis gewesen, um die Flaschenhälse beim Schreiben und Lesen von Daten aus der Welt zu schaffen. Doch dies würde immer nur für eine bestimmte Zeit gelten, danach müsste man wieder zu den gleichen (Not-) Maßnahmen greifen.

Mehr Speicherkapazität allein reicht nicht

Dieser Status-quo sei nicht akzeptabel, da das reine Hinzufügen von mehr Kapazität nicht geeignet sei, auf Dauer die gewünschte Performance zu erlangen. Flash-Speicher sei zudem teuer und nicht skalierbar, außerdem gebe es unterschiedliche Ansätze dazu, wo Flash eingesetzt werden soll: Im Server oder in den Storage-Arrays? Zwar werde, so Kumar, viel von „Software-defined Storage" gesprochen, letztlich würden aber immer wieder nur neue Speicherboxen installiert.

PernixData FVP
PernixData bringt eine Entkoppelung von Server-Performance und Storage-Kapazität.

PernixData setzt dagegen auf eine strikte Trennung der physischen Speicherbasis von den darüber liegenden Virtualisierungs- und Anwendungsschichten. Die Hypervisoren werden bei diesem Ansatz durch den Software-Layer von PernixData FVP ergänzt. Diese Software-Schicht wirkt laut Kumar wie ein Cluster, indem alle verfügbaren SSD- und PCI-Ressourcen der Server-Nodes aggregiert werden, auf denen die virtuellen Maschinen (VM) mit ihren Applikationen installiert sind. Die Server seien die entscheidenden Orte für erhöhte Leistung, nicht die Speicher-Arrays. PernixData spricht von einer „New Era of Server Side Storage Intelligence” und beansprucht mit diesem Ansatz ein Alleinstellungsmerkmal.

PernixData FVP
PernixData will eine neue Ära von „Server Side Storage Intelligence“ einläuten.

Die Lösung läuft bisher nur mit VMware, soll aber demnächst auch für andere Hypervisoren verfügbar sein. Im Augenblick werden u.a. diese VMware-Funktionalitäten unterstützt: vMotion, DRS (Distributed Resource Scheduler), Snapshot, vCloud und SRM (vCenter Site Recover Manager). Die Hypervisor-basierte und ausdrücklich als „non-disruptive“ bezeichnete Lösung geht somit von der vorhandenen Struktur im Rechenzentrum aus. CEO Kumar betont, dass mit PernixData FVP keine Änderungen an den bestehenden VMs, Host-Rechnern oder Speichergeräten durchgeführt werden müssen.

PernixData hat bereits angekündigt, demnächst ein weiteres Element auf der Server-Seite in den Ressourcen-Pool zur Steigerung der Performance einzubeziehen. Dies soll mit dem Arbeitsspeicher geschehen, der ebenfalls virtualisiert und in den Pool integriert werden soll. Da PernixData von vorhandenen Komponenten ausgeht, ergeben sich laut Kumar deutliche Einspareffekte für die Unternehmen.

Ein neuer Defacto-Standard?

Unterstützt werden alle Formen von Block-Storage (iSCSI, FC oder FCoE), File-Storage mit NFS ist für ein zukünftiges Release geplant. Des Weiteren soll es eine „nahtlose Integration“ mit bestehenden Disaster-Recovery-Prozessen geben: Der FVP Metro-Cluster unterstützt demnach synchrone Replikation und anwenderdefinierte Replizierungsgruppen.

PernixData FVP
FVP Metro-Cluster verspricht eine „nahtlose Integration“ mit bestehenden Disaster-Recovery-Lösungen.

PernixData sieht seine Lösung bereits als Defacto-Standard, der von fast allen SSD-Herstellern anerkannt werde. Dazu gehören laut PernixData zur Zeit Intel, Kingston, Toshiba, SanDisk, Micron und HGST, weitere sollen folgen.

In dem vor kurzem von VMware herausgebrachten neuen Software-Tool vSAN sieht Kumar keine Konkurrenz für den eigenen Ansatz. Zumal man vSAN kaum im praktischen Einsatz finde.

PernixData verkündet ähnlich wie andere neue Anbieter am Storage-Markt: „Schluss mit dem Kauf unnötiger Hardware“. Die zu 100 Prozent software-basierte Technologie von Pernix-Data geht allerdings einen Schritt weiter als viele Konkurrenten. Gartner Research hat das Start-up in seinen Report „Cool Vendors in Storage Technologies, 2014“ (April 2014) aufgenommen und kommt zu einem positiven Urteil: „Die Tatsache, dass PernixData FVP das Clustering von Flash über viele Hosts hinweg unterstützt, gibt VMs auf einem bestimmten Host die Möglichkeit, direkt auf Flash von anderen Hosts zuzugreifen. Da der aggregierte Flash-Layer von allen Hosts genutzt werden kann, reduzieren sich die Lesevorgänge von Festplatten deutlich. Das gilt auch dann, wenn VMs zu einem neuen Host migriert werden.“

 

Artikel wurde zuletzt im Juli 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenspeicherlösungen für virtuelle Server

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close